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Kritik: Zu den Sternen (2019)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Bühnen-, Film- und Fernsehschauspieler Nicolai Tegeler legt mit "Zu den Sternen" sein Debüt als Regisseur vor. Dafür konnte er zwei prominente Kollegen aus der TV-Branche vor seiner Kamera zusammenbringen. Florian Martens, der seit 1994 in der ZDF-Krimireihe "Ein starkes Team" den Kriminalhauptkommissar Otto Garber spielt, trifft in einem intensiven Kammerspiel auf Günter Barton, der einem breiteren Publikum durch seine Auftritte in Seifenopern wie "Lindenstraße", "Verbotene Liebe" und "Sturm der Liebe" bekannt ist.

Allem Anschein nach hatte Tegelers Film kein hohes Budget. Dementsprechend beschränkt sich der Debütant auf wenige Handlungsorte, die er gekonnt in Szene setzt. Das Musikgeschäft, in dem der Großteil des Dramas spielt, ist stimmungsvoll ausgeleuchtet. Hier werden alte, nie vollständig verheilte Wunden gnadenlos offengelegt. Drehbuchautor Dirk Josczok fällt jedoch nicht mit der Tür ins Haus. Sein Skript offenbart sukzessive, worum es geht. Das Publikum hat zwar von vornherein eine Ahnung, begreift das ganze Ausmaß des Konflikts aber erst ganz allmählich.

"Zu den Sternen" ist ein dicht inszeniertes Drama, das die Verwerfungen eines politischen Systems am Beispiel einer alten, vor Jahrzehnten zerbrochenen Freundschaft nachzeichnet. In seinen besten Momenten ist das mitreißendes Kino, in seinen schwächeren erinnert es etwas zu sehr an eine Fernsehproduktion.

Fazit: Regiedebütant Nicolai Tegeler erzählt ein dunkles Kapitel DDR-Geschichte als Konfrontation zweier alter Freunde. Herausgekommen ist ein dichtes Kammerspiel, das in seinen besten Momenten mitreißendes Kino bietet.




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