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Égalité (2021)

Nach einem im Ganovenmilieu angesiedelten Genremix legt Kida Khodr Ramadan in seiner zweiten Regiearbeit mit einem Familiendrama nach, das sich zu einem Thriller auswächst.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.1 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 48 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Attila (Burak Yigit) und seine Frau Aya (Susana AbdulMajid) leben mit ihren Kindern Leila (Dunya Ramadan) und Nuri (Momo Ramadan) ein scheinbar glückliches Leben in Berlin. Doch unter der Oberfläche brodelt es. Als eine harmlose Mandeloperation schiefgeht, kochen die Gefühle hoch. Die 14-jährige Leila erblindet während des Routineeingriffs. Die Ärzte weisen jede Schuld von sich. Bei seinem Versuch, der Ursache auf den Grund zu gehen, stößt Attila allerorten auf verschlossene Türen, was er als Diskriminierung wahrnimmt. Während Aya bemüht ist, die Sache vernünftig anzugehen, gerät ihr Mann in eine emotionale Abwärtsspirale und lässt sich zu einer folgenschweren Tat hinreißen.

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Kida Khodr Ramadan, 1976 in Beirut geboren und in West-Berlin aufgewachsen, ist den meisten durch seine Gangsterrollen, allen voran die des Clanchefs Ali "Toni" Hamady in der Fernsehserie "4 Blocks", bekannt. Dass er auch anders kann, hat er schon mehrfach bewiesen, nicht zuletzt in seinem Regiedebüt "In Berlin wächst kein Orangenbaum" (2020). Darin brach er das Klischee des harten Hunds und legte dahinter einen sensiblen Vater offen. Auch in seinem zweiten Spielfilm als Regisseur mischt Ramadan wieder das Familiäre mit dem Kriminellen.

Dieses Mal erzählt er die Geschichte jedoch umgekehrt. Ging es in seinem Debüt um einen Verbrecher, der seine familiäre Ader entdeckt, zeigt Ramadan nun einen Familienvater, der zum Verbrecher wird. Alles aus Liebe versteht sich. Burak Yigit glänzt in der Hauptrolle des besorgten Familienoberhaupts Attila, der an den Alltagsrassismen der deutschen Gesellschaft, aber auch an den eigenen Ansprüchen seiner Herkunftskultur zusehends verzweifelt. Der Thriller, zu dem sich dieses Drama steigert, ist dabei nur Mittel zum Zweck, um von grundlegenden soziokulturellen Problemen zu erzählen.

Der Filmtitel ist mehrdeutig. Zum einen spielt er auf das Gleichheitsideal demokratischer Gesellschaften an. Zum anderen muss sich Attila im Verlauf des Films eingestehen, dass er selbst, obwohl er von seinen Mitmenschen stets Gleichbehandlung einfordert, seine eigenen Kinder unterschiedlich behandelt. Dies erkennt er allerdings zu spät.

"Égalité" ist ein tragisches Familiendrama mit einer ambivalenten Schlusspointe. Kida Khodr Ramadan bringt es schwungvoll auf die Leinwand. Die Kamera bewegt sich agil durch lange, oft ungeschnittene Szenen. In emotionalen Momenten trägt die Filmmusik allerdings viel zu dick auf. Und auch die Verzweiflung des Vaters und deren Steigerung bis zum Äußersten ist übertrieben. Ohne dieses Thriller-Element wäre der Film runder und vor allem glaubwürdiger gewesen. So bleiben gute schauspielerische Leistungen in einem Plot, der forciert und dadurch künstlich und konstruiert wirkt.

Fazit: In seinem zweiten Spielfilm als Regisseur erzählt der Schauspieler Kida Khodr Ramadan von einem Familienvater, der in seiner Verzweiflung zum Verbrecher wird und zu spät seine eigenen Werte infrage stellt. Während das Schauspielensemble überzeugt, treten die Schwächen, die bereits Ramadans Regiedebüt kennzeichneten, hier noch stärker zutage. Nicht jede Drehbuchentscheidung ist geglückt. Besonders die Entwicklung des Vaters ist zu forciert und dadurch unglaubwürdig.




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Land: Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Thriller, Drama
Länge: 80 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 13.01.2022
Regie: Kida Khodr Ramadan
Darsteller: Susanna Abdulmajid, Jean Philippe Kodjo Adabra, Hassan Akkouch
Verleih: Alpha Centauri Studios

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