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Wir, die Wolfs (2025)
In "Wir, die Wolfs“ erkundet Darío Aguirre Leben und Wirken seines Vorfahren, des berühmten Wissenschaftlers und Botanikers Theodor Wolf. Doch ein Jahrhundert nach dessen Tod werden bisher unbekannte Details bekannt.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 6 Besucher eine Bewertung abgegeben.
"Wir, die Wolfs“ widmet sich einer sehr persönlichen Spurensuche. Im Zentrum der Betrachtung steht Theodor Wolf, der Ururgroßvater von Regisseur Darío Aguirre. Wolf war ein deutscher Geograf, der in Ecuador bis heute fast Kultstatus besitzt. Straßen, Schulen und sogar Vulkane tragen dort seinen Namen. Doch dann kommt Aguirre einem lang gehüteten Familiengeheimnis auf die Spur. Wolf verschwieg in Deutschland die Existenz seiner in Ecuador gezeugten Kinder. Auch über die Mutter der Kinder erzählte er nichts. Seine Reise führt den Filmemacher von Südamerika bis in Wolfs Heimatstadt Dresden. Im Stadtteil Plauen ließ sich Wolf 1891 nach seiner Rückkehr nach Deutschland nieder.
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Filmkritik
Südamerikanisches Nationalheiligtum
Theodor Wolf ist sowohl in Deutschland (und dort vor allem unter Kartografen und Geologen) aber noch weit mehr in Ecuador berühmt. In dem südamerikanischen Land ist der 1924 verstorbene Wissenschaftler sogar eine nationale Berühmtheit. Von 1870 bis 1891 war er in Ecuador erst als Professor und dann als Nationalgeologe tätig. Er fertigte die erste detaillierte geologische Landkarte Ecuadors an und unternahm zahlreiche wegweisende wissenschaftliche Expeditionen – darunter zu den Galápagos-Inseln, deren Flora und Fauna er ausführlich beschrieb.
Doch war Wolf tatsächlich jener heldenhafte Charakter, nach dem sogar der kleinste Tintenfisch der Welt, der Octopus Wolfi, benannt ist? Was sagt die Tatsache, dass Wolf wesentliche Teile der eigenen Familie verschwiegen – und damit verleugnet – hat, über das Wesen dieses Mannes aus? Und: Lassen sich die Lücken im Familienstammbaum füllen? Diese Fragen bilden den Aufhänger und die Motivation von Aguirres Weg zurück in die eigene, verschlungene Familienhistorie.
Keine Furcht vor "Rufschädigung“
Spannend wie eine Detektivgeschichte gestalten sich Aguirres Versuche, all dem auf die Schliche zu kommen und als Zuschauer folgen wir dem Treiben gespannt. Das liegt auch an Aguirres sympathischer, offener sowie selbstironischer Art und der Weise, wie er den zu Tage geförderten Erkenntnissen begegnet – nämlich ohne die Angst, er könne dem Ruf seines überlebensgroßen "Idols der Kindheit“, Theodor Wolf, schaden. Denn schon seine Großmutter, so heißt es an einer Stelle, habe ihm gebetsmühlenartig die großen Taten und Leistungen des Ururopas vor Augen geführt, wenn der kleine Dario wieder einmal mit schlechten Zensuren nach Hause kam.
Diese Oma lernen wir in "Wir, die Wolfs“ ebenso kennen wie Wolfs Urenkelin Ursula Lange, die Aguirre in Plauen aufsucht. In den Gesprächen mit ihnen erweist sich der Regisseur als aufmerksamer, aber rücksichtsvoller Rechercheur und innerfamiliärer "Ahnenforscher“, der an den genau richtigen Stellen nachbohrt und nachfragt. Allmählich ergibt sich das Bild eines zutiefst widersprüchlichen Mannes (Wolf), der zwei Leben und Welten an gänzlich unterschiedlichen Orten in sich vereinte. Diese zwei Seiten und Kulturen, die südamerikanische und europäische, bestehen auch in Darío Aguirre fort.
Fazit: Ebenso intime wie humorvolle und gleichsam informative Doku über eine besondere Spurensuche. Die Erkundungstour führt durch eine zutiefst widersprüchliche Familiengeschichte und befasst sich mit ganz universellen Themen wie Selbstverständnis, Identität, Ideologie und den eigenen Werten.
Theodor Wolf ist sowohl in Deutschland (und dort vor allem unter Kartografen und Geologen) aber noch weit mehr in Ecuador berühmt. In dem südamerikanischen Land ist der 1924 verstorbene Wissenschaftler sogar eine nationale Berühmtheit. Von 1870 bis 1891 war er in Ecuador erst als Professor und dann als Nationalgeologe tätig. Er fertigte die erste detaillierte geologische Landkarte Ecuadors an und unternahm zahlreiche wegweisende wissenschaftliche Expeditionen – darunter zu den Galápagos-Inseln, deren Flora und Fauna er ausführlich beschrieb.
Doch war Wolf tatsächlich jener heldenhafte Charakter, nach dem sogar der kleinste Tintenfisch der Welt, der Octopus Wolfi, benannt ist? Was sagt die Tatsache, dass Wolf wesentliche Teile der eigenen Familie verschwiegen – und damit verleugnet – hat, über das Wesen dieses Mannes aus? Und: Lassen sich die Lücken im Familienstammbaum füllen? Diese Fragen bilden den Aufhänger und die Motivation von Aguirres Weg zurück in die eigene, verschlungene Familienhistorie.
Keine Furcht vor "Rufschädigung“
Spannend wie eine Detektivgeschichte gestalten sich Aguirres Versuche, all dem auf die Schliche zu kommen und als Zuschauer folgen wir dem Treiben gespannt. Das liegt auch an Aguirres sympathischer, offener sowie selbstironischer Art und der Weise, wie er den zu Tage geförderten Erkenntnissen begegnet – nämlich ohne die Angst, er könne dem Ruf seines überlebensgroßen "Idols der Kindheit“, Theodor Wolf, schaden. Denn schon seine Großmutter, so heißt es an einer Stelle, habe ihm gebetsmühlenartig die großen Taten und Leistungen des Ururopas vor Augen geführt, wenn der kleine Dario wieder einmal mit schlechten Zensuren nach Hause kam.
Diese Oma lernen wir in "Wir, die Wolfs“ ebenso kennen wie Wolfs Urenkelin Ursula Lange, die Aguirre in Plauen aufsucht. In den Gesprächen mit ihnen erweist sich der Regisseur als aufmerksamer, aber rücksichtsvoller Rechercheur und innerfamiliärer "Ahnenforscher“, der an den genau richtigen Stellen nachbohrt und nachfragt. Allmählich ergibt sich das Bild eines zutiefst widersprüchlichen Mannes (Wolf), der zwei Leben und Welten an gänzlich unterschiedlichen Orten in sich vereinte. Diese zwei Seiten und Kulturen, die südamerikanische und europäische, bestehen auch in Darío Aguirre fort.
Fazit: Ebenso intime wie humorvolle und gleichsam informative Doku über eine besondere Spurensuche. Die Erkundungstour führt durch eine zutiefst widersprüchliche Familiengeschichte und befasst sich mit ganz universellen Themen wie Selbstverständnis, Identität, Ideologie und den eigenen Werten.
Björn Schneider
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Besetzung & Crew von "Wir, die Wolfs"
Land: DeutschlandJahr: 2025
Genre: Dokumentation
Kinostart: 22.01.2026
Regie: Dario Aguirre
Kamera: Dario Aguirre, Santiago Oviedo
Verleih: barnsteiner-film
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