
© Port au Prince Pictures GmbH
Als wäre es leicht (2025)
Zwischen den Zeilen
Romantisches Drama über eine gehörlose Frau und einen blinden Mann.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 20 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Kati (Cindy Klink) ist gehörlos und will sich zum Kummer ihrer Mutter (Marion Kracht) kein Cochlea-Implantat einsetzen lassen. Die junge Frau lebt in Hamburg und fotografiert gerne, ihr Vater (Joachim Raaf) ermutigt sie, aus dem Hobby einen Job zu machen. Florian (David Knors) arbeitet ehrenamtlich beim Fanradio eines Fußballclubs. Der Sachbearbeiter beim Arbeitsamt droht ihm Kürzungen seiner Bezüge an, falls er nicht endlich einen bezahlten Job annimmt.
So kommt Florian ziemlich unmotiviert als neuer Mitarbeiter ins Dialoghaus Hamburg, wo Kati auf ihn aufmerksam wird. Mit Hilfe einer Sprach-App kommen die beiden jungen Menschen auf holprige Weise ins Gespräch und verlieben sich. Florian hat sich von seiner Familie entfremdet und als sein Bruder (Wolf Danny Homann) sich meldet, brechen alte Wunden wieder auf. Kati und Florian haben mit wachsenden Spannungen zu kämpfen.
Bildergalerie zum Film "Als wäre es leicht"
Hier streamen
Filmkritik
"Als wäre es leicht“: Nähe, die sich fühlen lässt
Spielfilme über gehörlose oder blinde Menschen gibt es ohnehin selten genug. Besonders rar aber sind Geschichten, in denen eine Person, die sehen, aber nicht hören kann, mit einer Person, die hören, aber nicht sehen kann, eine Beziehung aufbaut. Ob und wie das gelingen kann, erkundet das Spielfilmdebüt des Regisseurs Milan Skrobanek. In der zarten Romanze "Als wäre es leicht“ treten in den Hauptrollen die gehörlose Schauspielerin und Musikerin Cindy Klink und der stark sehbehinderte Psychologe und Laiendarsteller David Knors auf. Sie verleihen der Handlung eine spannende Authentizität.
Zu zweit im Karussell, auf dem Rad
Die Geschichte beginnt im Frühling und endet im Winter, wie auch den vier Kapitelüberschriften zu entnehmen ist. Wenn sich Kati und Florian unterhalten, benutzen sie digitale Werkzeuge. Sie tippt beispielsweise Sätze in ihr Handy und es erklingt eine künstliche Stimme, welche sie aufsagt. Eigentlich kann Kati auch mit ihrer Stimme sprechen, was sie aber nur manchmal tut und nie in Gegenwart ihrer Eltern. Florian versteht ihre Beweggründe nicht, interessiert sich aber für ihre Gefühle. So fragt er, was sie beim Fotografieren empfinde. Als Liebespaar unternehmen die beiden viel, besuchen einen Freizeitpark, gehen tanzen, ins Kino, wo sich Florian die Handlung von einer App erklären lässt. Sie fahren Tandem und Seilbahn, als sie Katis Eltern auf dem Land besuchen. Die Beziehung ist zärtlich, oft gibt es auch humorvolle Akzente, etwa beim Gebrauch der Sprach-App.
Emotionale Antennen ausfahren
Doch die Kommunikation gestaltet sich trotz allem schwierig, vor allem wegen der psychischen Belastung, die beide schon früh im Leben erfahren haben. Sie wissen, was es heißt, elterlichen Erwartungen nicht zu genügen oder abseits zu stehen. Kati und Florian gehen auf ganz persönliche Weise mit dem sozialen Anpassungsdruck und mit Ausgrenzung um. Damit kann dann der Partnerr oder die Partnerin nicht immer gut umgehen. Cindy Klink und David Knors spielen hervorragend. Man schaut ihnen gespannt zu, wie sie versuchen, sich gegenseitig wahrzunehmen in den atmosphärischen Schwingungen zwischen den Worten.
Inklusion als ernstes Anliegen
Die Handlung wirkt leichtfüßig, obwohl im Verlauf doch etliche, vielleicht zu viele Konfliktfelder angerissen werden. Stilistisch spielt der Film gelegentlich mit Unschärfen, Zeitlupen, Nahaufnahmen und wiederholt ist in kurzen Passagen nur ein dumpfes, schwaches Grollen zu hören – so wie Kati die Dialoge anderer vernimmt. Interessant wird es auch, wenn den beiden im Dialoghaus Hamburg das Tastalphabet für taubblinde Menschen vermittelt wird, das über Berührungen der Handfläche funktioniert. Man merkt dem Film stets an, dass ihm Inklusion ein ernstes Anliegen ist. Barrierefreie Kinovorführungen sind angekündigt. Das Publikum erwartet gelungene und anregende Unterhaltung, die optimistisch stimmt.
Fazit: Das Spielfilmdebüt des Regisseurs Milan Skrobanek überzeugt als zarte, leichtfüßig erzählte Romanze eines ungleichen Paares. Sie kann nicht hören, er nicht sehen. Emotionale Antennen füreinander zu entwickeln, gleicht einem spannenden Abenteuer, das wegen der beiden Darsteller*innen mit Behinderung sehr authentisch wirkt.
Spielfilme über gehörlose oder blinde Menschen gibt es ohnehin selten genug. Besonders rar aber sind Geschichten, in denen eine Person, die sehen, aber nicht hören kann, mit einer Person, die hören, aber nicht sehen kann, eine Beziehung aufbaut. Ob und wie das gelingen kann, erkundet das Spielfilmdebüt des Regisseurs Milan Skrobanek. In der zarten Romanze "Als wäre es leicht“ treten in den Hauptrollen die gehörlose Schauspielerin und Musikerin Cindy Klink und der stark sehbehinderte Psychologe und Laiendarsteller David Knors auf. Sie verleihen der Handlung eine spannende Authentizität.
Zu zweit im Karussell, auf dem Rad
Die Geschichte beginnt im Frühling und endet im Winter, wie auch den vier Kapitelüberschriften zu entnehmen ist. Wenn sich Kati und Florian unterhalten, benutzen sie digitale Werkzeuge. Sie tippt beispielsweise Sätze in ihr Handy und es erklingt eine künstliche Stimme, welche sie aufsagt. Eigentlich kann Kati auch mit ihrer Stimme sprechen, was sie aber nur manchmal tut und nie in Gegenwart ihrer Eltern. Florian versteht ihre Beweggründe nicht, interessiert sich aber für ihre Gefühle. So fragt er, was sie beim Fotografieren empfinde. Als Liebespaar unternehmen die beiden viel, besuchen einen Freizeitpark, gehen tanzen, ins Kino, wo sich Florian die Handlung von einer App erklären lässt. Sie fahren Tandem und Seilbahn, als sie Katis Eltern auf dem Land besuchen. Die Beziehung ist zärtlich, oft gibt es auch humorvolle Akzente, etwa beim Gebrauch der Sprach-App.
Emotionale Antennen ausfahren
Doch die Kommunikation gestaltet sich trotz allem schwierig, vor allem wegen der psychischen Belastung, die beide schon früh im Leben erfahren haben. Sie wissen, was es heißt, elterlichen Erwartungen nicht zu genügen oder abseits zu stehen. Kati und Florian gehen auf ganz persönliche Weise mit dem sozialen Anpassungsdruck und mit Ausgrenzung um. Damit kann dann der Partnerr oder die Partnerin nicht immer gut umgehen. Cindy Klink und David Knors spielen hervorragend. Man schaut ihnen gespannt zu, wie sie versuchen, sich gegenseitig wahrzunehmen in den atmosphärischen Schwingungen zwischen den Worten.
Inklusion als ernstes Anliegen
Die Handlung wirkt leichtfüßig, obwohl im Verlauf doch etliche, vielleicht zu viele Konfliktfelder angerissen werden. Stilistisch spielt der Film gelegentlich mit Unschärfen, Zeitlupen, Nahaufnahmen und wiederholt ist in kurzen Passagen nur ein dumpfes, schwaches Grollen zu hören – so wie Kati die Dialoge anderer vernimmt. Interessant wird es auch, wenn den beiden im Dialoghaus Hamburg das Tastalphabet für taubblinde Menschen vermittelt wird, das über Berührungen der Handfläche funktioniert. Man merkt dem Film stets an, dass ihm Inklusion ein ernstes Anliegen ist. Barrierefreie Kinovorführungen sind angekündigt. Das Publikum erwartet gelungene und anregende Unterhaltung, die optimistisch stimmt.
Fazit: Das Spielfilmdebüt des Regisseurs Milan Skrobanek überzeugt als zarte, leichtfüßig erzählte Romanze eines ungleichen Paares. Sie kann nicht hören, er nicht sehen. Emotionale Antennen füreinander zu entwickeln, gleicht einem spannenden Abenteuer, das wegen der beiden Darsteller*innen mit Behinderung sehr authentisch wirkt.
Bianka Piringer
TrailerAlle "Als wäre es leicht"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Als wäre es leicht"
Land: DeutschlandJahr: 2025
Genre: Romantik
Originaltitel: Zwischen den Zeilen
Länge: 90 Minuten
Kinostart: 02.04.2026
Regie: Milan Skrobanek
Darsteller: Alex Czerwinski als Kalle, Rémi Galtay, Wolf Danny Homann als Michael, Cindy Klink als Kati, David Knors als Florian
Kamera: Andreas Klein
Verleih: Port au Prince Pictures GmbH
Verknüpfungen zu "Als wäre es leicht"Alle anzeigen

Trailer





