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Adams Acht (2025)
Adams 8
Nach einer wahren Geschichte: Der Ratzeburger Lehrer Karl Adam formt aus jungen Männern einen Ruder-Achter, der 1960 in Rom olympisches Gold gewinnt.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 9 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Ratzeburg, Mitte der 1950er-Jahre. Der Lehrer Karl Adam (Oliver Masucci) hat selbst nie eine Ruderregatta bestritten, als er in einer Gruppe junger Männer ein Potenzial erkennt, das sonst niemand sieht. Viele von ihnen sind Söhne einer vaterlosen, vom Krieg gezeichneten Generation. Mit unkonventionellen, streng analytischen Trainingsmethoden führt er sie an den Rudersport heran – gegen den erbitterten Widerstand konservativer Verbandsfunktionäre.
Unter den Ruderern ist Hans Lenk (Felix Kammerer), der neben seiner sportlichen Karriere Philosophie studieren will und seine Freundin Ulla (Svenja Jung) nur unter erschwerten Bedingungen sehen kann – sie lebt mit ihrer Tochter in der DDR, nur wenige Kilometer und doch durch die Grenze sehr weit entfernt. Auch innerhalb der Mannschaft, etwa zwischen Lenk und dem robusteren, aus einfacheren Verhältnissen stammenden Manfred Rulffs (Leonard Kunz), treffen unterschiedliche Herkunft und Temperamente aufeinander. Adam muss aus diesen Einzelgängern eine funktionierende Einheit formen – und dabei auch mit seiner eigenen, während der NS-Zeit erworbenen Vergangenheit ins Reine kommen.
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Filmkritik
Mit "Adams Acht“ widmet sich Hannu Salonen einer der ungewöhnlichsten Erfolgsgeschichten des deutschen Sports. Nach seinem biografischen Sportfilm "Der Rebell – Von Leimen nach Wimbledon“ über den jungen Boris Becker erzählt er nun von Karl Adam und dem Ratzeburger Achter, der 1960 in Rom olympisches Gold gewann. Dabei interessiert ihn nicht nur der sportliche Triumph, sondern auch die Gesellschaft, aus der diese Mannschaft hervorgegangen ist.
Wunder von Bern, nur nass
Die Parallele zu Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern“ drängt sich auf: Hier wie dort wird ein sportlicher Triumph der jungen Bundesrepublik zum Symbol für ein Land, das nach Krieg und Diktatur nach einem neuen Selbstverständnis sucht. Nur ist das Spielfeld diesmal kein Fußballplatz, sondern ein Ruderboot – und im Mittelpunkt steht kein Torjäger, sondern ein Trainer, der selbst nie gerudert ist. Der Vergleich funktioniert vor allem deshalb, weil "Adams Acht“ seinen sportlichen Triumph ebenfalls nicht isoliert betrachtet, sondern eng mit der gesellschaftlichen Stimmung seiner Zeit verbindet.
Wenn Riemen und Dollen die Regie übernehmen
Rudern ist im Kino eine undankbare Sportart: lang, rhythmisch repetitiv und räumlich schwer zu erfassen. Salonen und Kameramann Felix Cramer lösen das Problem nicht über die klassische Totale, sondern über Körperdetails, Materialgeräusche und wechselnde Perspektiven: Nahaufnahmen von Riemen und Dollen, die Synchronität der Ruderschläge, Lichtreflexe auf dem Wasser. Dass mehrere der besetzten Ruderer tatsächlich aktive Leistungssportler sind, macht sich bemerkbar. Die Bewegungen wirken nicht einstudiert oder simuliert, sondern körperlich selbstverständlich. Dazu setzt Karim Sebastian Elias' Musik eigene rhythmische Akzente, ohne den Bildern permanent ihre Gefühle vorzugeben. Immer dann, wenn der Film aufs Wasser geht, findet er seine stärkste Form. Das Boot ist dann tatsächlich mehr als Kulisse: Es wird zum eigentlichen Zentrum der Inszenierung.
Zu viele Nebengleise
Schwieriger wird es, sobald "Adams Acht“ seinen sportlichen Kern verlässt. Der Film will zugleich ein Sittenbild der frühen Bundesrepublik sein: Adams belastete NS-Vergangenheit gehört ebenso dazu wie die innerdeutsche Grenze oder die unterschiedlichen sozialen Milieus innerhalb der Mannschaft. Hinzu kommt Adams pädagogisches Ideal, aus jungen Männern nicht bloß bessere Sportler, sondern eigenverantwortliche Menschen zu machen.
Diese Ambitionen sind keineswegs verfehlt. Sie geben der Geschichte ihren historischen Resonanzraum und verhindern, dass aus dem Olympiasieg lediglich ein konventionelles Erfolgsmärchen wird. Doch die einzelnen Ebenen stehen nicht immer so selbstverständlich miteinander in Beziehung, wie es der Film gerne hätte. Vor allem die privaten Konflikte wirken mitunter wie zusätzliche dramaturgische Abzweigungen, die von der eigentlichen Mannschaftsgeschichte wegführen. Der Film verliert dadurch gelegentlich seinen Rhythmus – bemerkenswerterweise weniger auf dem Wasser als an Land.
Kleinere Fehler stören mehr als große dramaturgische Freiheiten
Dass ein Film mit realem historischem Hintergrund Figuren verdichtet, umbenennt oder Ereignisse rafft, ist gängige und legitime Praxis. Ärgerlicher sind vermeidbare Anachronismen, die den Eindruck mangelnder historischer Sorgfalt erwecken: Karl Adams Frau wird im Film als ehemalige Siebenkämpferin vorgestellt – den Siebenkampf der Frauen in der Leichtathletik gibt es allerdings erst seit 1981. Und wenn Adam seiner Tochter anhand der "acht Planeten“ des Sonnensystems etwas erklärt, passt auch das nicht in die Zeit: Pluto galt damals selbstverständlich noch als neunter Planet. Solche Fehler sind für die Handlung belanglos, bei einem Film, der sich so stark auf historische Authentizität beruft, aber unnötig.
Fazit: "Adams Acht“ ist vor allem dann stark, wenn er sich auf seinen sportlichen Kern konzentriert. Die Ruderszenen sind mitreißend und handwerklich herausragend, Oliver Masucci trägt die Hauptfigur souverän, und Felix Cramers Kamera macht aus der gleichförmigen Bewegung des Achters ein ausgesprochen körperliches Kinoerlebnis. Als historische Erzählung will der Film allerdings etwas zu viel auf einmal: Sportgeschichte, Nachkriegsdrama, deutsch-deutsche Teilung, Liebesgeschichte und Adams Auseinandersetzung mit seiner NS-Vergangenheit finden nicht immer zu einer überzeugenden Einheit. Dennoch bleibt ein unterhaltsamer und visuell starker Sportfilm – nur bei den historischen Details hätte man genauer hinsehen dürfen.
Wunder von Bern, nur nass
Die Parallele zu Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern“ drängt sich auf: Hier wie dort wird ein sportlicher Triumph der jungen Bundesrepublik zum Symbol für ein Land, das nach Krieg und Diktatur nach einem neuen Selbstverständnis sucht. Nur ist das Spielfeld diesmal kein Fußballplatz, sondern ein Ruderboot – und im Mittelpunkt steht kein Torjäger, sondern ein Trainer, der selbst nie gerudert ist. Der Vergleich funktioniert vor allem deshalb, weil "Adams Acht“ seinen sportlichen Triumph ebenfalls nicht isoliert betrachtet, sondern eng mit der gesellschaftlichen Stimmung seiner Zeit verbindet.
Wenn Riemen und Dollen die Regie übernehmen
Rudern ist im Kino eine undankbare Sportart: lang, rhythmisch repetitiv und räumlich schwer zu erfassen. Salonen und Kameramann Felix Cramer lösen das Problem nicht über die klassische Totale, sondern über Körperdetails, Materialgeräusche und wechselnde Perspektiven: Nahaufnahmen von Riemen und Dollen, die Synchronität der Ruderschläge, Lichtreflexe auf dem Wasser. Dass mehrere der besetzten Ruderer tatsächlich aktive Leistungssportler sind, macht sich bemerkbar. Die Bewegungen wirken nicht einstudiert oder simuliert, sondern körperlich selbstverständlich. Dazu setzt Karim Sebastian Elias' Musik eigene rhythmische Akzente, ohne den Bildern permanent ihre Gefühle vorzugeben. Immer dann, wenn der Film aufs Wasser geht, findet er seine stärkste Form. Das Boot ist dann tatsächlich mehr als Kulisse: Es wird zum eigentlichen Zentrum der Inszenierung.
Zu viele Nebengleise
Schwieriger wird es, sobald "Adams Acht“ seinen sportlichen Kern verlässt. Der Film will zugleich ein Sittenbild der frühen Bundesrepublik sein: Adams belastete NS-Vergangenheit gehört ebenso dazu wie die innerdeutsche Grenze oder die unterschiedlichen sozialen Milieus innerhalb der Mannschaft. Hinzu kommt Adams pädagogisches Ideal, aus jungen Männern nicht bloß bessere Sportler, sondern eigenverantwortliche Menschen zu machen.
Diese Ambitionen sind keineswegs verfehlt. Sie geben der Geschichte ihren historischen Resonanzraum und verhindern, dass aus dem Olympiasieg lediglich ein konventionelles Erfolgsmärchen wird. Doch die einzelnen Ebenen stehen nicht immer so selbstverständlich miteinander in Beziehung, wie es der Film gerne hätte. Vor allem die privaten Konflikte wirken mitunter wie zusätzliche dramaturgische Abzweigungen, die von der eigentlichen Mannschaftsgeschichte wegführen. Der Film verliert dadurch gelegentlich seinen Rhythmus – bemerkenswerterweise weniger auf dem Wasser als an Land.
Kleinere Fehler stören mehr als große dramaturgische Freiheiten
Dass ein Film mit realem historischem Hintergrund Figuren verdichtet, umbenennt oder Ereignisse rafft, ist gängige und legitime Praxis. Ärgerlicher sind vermeidbare Anachronismen, die den Eindruck mangelnder historischer Sorgfalt erwecken: Karl Adams Frau wird im Film als ehemalige Siebenkämpferin vorgestellt – den Siebenkampf der Frauen in der Leichtathletik gibt es allerdings erst seit 1981. Und wenn Adam seiner Tochter anhand der "acht Planeten“ des Sonnensystems etwas erklärt, passt auch das nicht in die Zeit: Pluto galt damals selbstverständlich noch als neunter Planet. Solche Fehler sind für die Handlung belanglos, bei einem Film, der sich so stark auf historische Authentizität beruft, aber unnötig.
Fazit: "Adams Acht“ ist vor allem dann stark, wenn er sich auf seinen sportlichen Kern konzentriert. Die Ruderszenen sind mitreißend und handwerklich herausragend, Oliver Masucci trägt die Hauptfigur souverän, und Felix Cramers Kamera macht aus der gleichförmigen Bewegung des Achters ein ausgesprochen körperliches Kinoerlebnis. Als historische Erzählung will der Film allerdings etwas zu viel auf einmal: Sportgeschichte, Nachkriegsdrama, deutsch-deutsche Teilung, Liebesgeschichte und Adams Auseinandersetzung mit seiner NS-Vergangenheit finden nicht immer zu einer überzeugenden Einheit. Dennoch bleibt ein unterhaltsamer und visuell starker Sportfilm – nur bei den historischen Details hätte man genauer hinsehen dürfen.
Markus Solty
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Besetzung & Crew von "Adams Acht"
Land: DeutschlandJahr: 2025
Genre: Drama
Originaltitel: Adams 8
Kinostart: 17.09.2026
Regie: Hannu Salonen
Darsteller: Oliver Masucci
Kamera: Felix Cramer
Verleih: Majestic Filmverleih GmbH
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