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Americana (2023)

"Pulp Fiction" lebtKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.0 / 5

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Verschiedenen Parteien versuchen, das mythische Ghost Shirt des Lakota-Stamms in die Hände zu bekommen. Ein reicher Sammler in einer Kleinstadt in South Dakota hält es in seinem Besitz. Für einen Hintermann soll der skrupellose Antiquitätendealer Roy Lee Dean (Simon Rex) das ikonische Kleidungsstück rauben. Dafür engagiert er den ebenso gewissenlosen Dillon MacIntosh (Eric Dane) samt Komplizen. Von ihren Plänen bekommt der naive Lefty (Paul Walter Hauser) Wind, der in Kellnerin Penny Jo (Sydney Sweeney) eine Komplizin findet. Doch auch der Junge Cal (Gavin Maddox Bergman), der sich für die Reinkarnation von Sitting Bull hält, seine Mutter Mandy (Halsey) und eine Gruppe indigener Aktivisten unter Anführer Ghost Eye (Zahn McClarnon) werden bald in die brenzlige Angelegenheit involviert.

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Es soll Menschen geben, die darüber rätselten, warum der von John Travolta verkörperte Gangster Vince Vega im Verlauf von "Pulp Fiction“ erschossen wird, aber Ende wieder quicklebendig durch die Gegend läuft. So springt auch "Americana“, das Regiedebüt des Drehbuchautors Tony Tost, anfangs durch die Zeiten: Gewissermaßen steht rücksichtslose Dillon von den Toten auf, um sich mit seinen Komplizen auf den Raub des wertvollen Geisterhemds als Relikt der Ureinwohner zu konzentrieren. Ein Reiz des Gangster- und Familiendramas liegt besonders in der ersten Hälfte darin, die Verhältnisse der Charaktere und ihre Verwicklungen untereinander zu entwirren.

Oft spielt das in fünf Kapiteln angelegte Werk mit den Erwartungen. Ein Heiratsantrag des naiven Lefty Ledbetter im zweiten Part "The Ballad of Penny Jo & Lefty“ entpuppt sich als einstudierte Generalprobe, die prompt zur endgültigen Trennung mit der Angebeteten führt. In der knapp bekleideten Kellnerin Penny Jo findet der tapsige Bär allerdings eine Gleichgesinnte. Als Fan von Country-Ikonen wie Dolly Parton & Co. wünscht sich die stotternde Schönheit einer Karriere als Sängerin, wie überhaupt einige Charaktere vom Ausbruch aus der ländlichen Einöde träumen: Manche gehen dafür allerdings schlicht über Leichen.

Bald reden nur die Waffen

Das Mittel zum Zweck findet sich bald im Kofferraum eines Wagens. Das "Ghost Shirt“ stellt wie in der geheimnisvolle Koffer in "Pulp Fiction“ nur den MacGuffin dar, um die unterschiedlichen Positionen aufeinanderprallen zu lassen. Immerhin bringt es das Motiv der kolonialen Ausbeutung mit in Spiel. Dass sich der mit einem Bogen bewaffnete, zielsichere Junge Cal für eine Wiedergeburt Sitting Bulls hält, mag auf immensen TV-Konsum zurückzuführen sein. Doch der vernachlässigte Junge holt eine indigene, ebenso aggressive Aktivistengruppe in Teil vier "Homecoming“ mit ins Boot, worauf sich die Leichen häufen.

Tony Tosts Sympathien liegen klar bei den Unterprivilegierten – den unter der Dominanz der ultrakonservativen Männer leidenden Frauen, den ihres Erbes berauten Ureinwohner. Seine Verkettung blutiger Ereignisse wertet er mit witzigen, popkulturellen Dialogen um Karl Marx, Jim Jarmuschs "Ghost Dog“ als Vorbild von Ghost Eye oder politische Korrektheiten sowie einen Soundtrack aus County- und (wie der Titel andeutet) Americana-Songs auf. Gerade die Nebendarsteller wie Simon Rex ("Red Rocket“), Popsängerin Halsey oder der jungen Gavin Maddox Bergman wissen zu überzeugen. Doch die tragischen Zuspitzungen wollen letztlich nicht wirklich nachwirken. Dafür scheint in der Mischung aus Western und Neo-Noir zu sehr das Konstrukt durch.

Fazit: Was als tragikomische Liebesgeschichte zweier Außenseiter mit hochfliegenden Plänen beginnt, artet zur leichenreichen Jagd auf ein indigenes Artefakt aus. Trotz schwarzem Humor, überzeugender Akteure und gelungener Einfälle bewegt sich "Americana“ zu stark auf den Spuren von Tarantino und den Coen-Brüdern.




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Besetzung & Crew von "Americana"

Land: USA
Jahr: 2023
Genre: Komödie, Krimi
Länge: 107 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 11.12.2025
Regie: Tony Tost
Darsteller: Sydney Sweeney als Penny Jo, Paul Walter Hauser als Lefty Ledbetter, Halsey als Mandy Starr, Eric Dane als Dillon MacIntosh, Gavin Maddox Bergman als Cal Starr
Kamera: Nigel Bluck
Verleih: Universal Pictures International

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