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D.I.S.C.O (2025)
Quassel-Massaker statt Disco-InfernoKritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Agent 9 von der Geheimdienstorganisation D.I.S.C.O. scheitert bei der Beschaffung eines bedeutenden Motherboards, da Agent Ertan (Kerem Özdoğan) als Rückendeckung versagt. Von seiner Chefin wird der Systemtechniker vorläufig suspendiert. Mit Frau Seda (Özge Özacar) reist er zunächst in den Urlaub. Am Flughafen und später in ihrem Hotel trifft das Paar auf Zafer (Giray Altınok), den "Bandırma-Fön-Meister“, und seine Frau Aynur (Yıldız Çağrı Atiksoy). Durch Ertans Nachlässigkeit erfährt Zafer von dessen Beruf und erpresst ihn, die angebrochene Operation gemeinsam zu beenden, da sich der Chef der gegnerischen Organisation im gleichen Hotel befindet. Dabei müssen die Amateurspione ihre Mission vor Seda und Aynur verschleiern.
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Filmkritik
Trotz des Titels darf man bei Ömer Faruk Soraks neustem Werk keine Tanzkomödie erwarten. Vielmehr handelt es sich bei "D.I.S.C.O.“ um die Abkürzung einer Geheimdienstorganisation, die einen geplanten Terroranschlag verhindern will. Im Prolog soll ein mit der holden Weiblichkeit flirtender, stets souveräner Geheimagent einen wichtigen Computerprozessor aus einem gesicherten Hochhaus stehlen, wobei ihn ein hypernervöser IT-Spezialist leiten soll. Der überforderte Ertan setzt stattdessen den eigenen Computerraum in Brand und vermasselt die Aktion. Schnell kristallisiert sich heraus, dass nicht der schnieke Agent, sondern der Trottel von der Zentrale im Fokus steht. Selbst im Zwangsurlaub mit streitbarer Ehefrau wird Ertan die Rettung der (türkischen) Welt dann nicht los.
Darsteller Kerem Özdoğan schrieb sich gemeinsam mit Co-Star Giray Altınok die Agentenklammotte auf den Leib. Beide verfassten für sich schon Soraks letztes Drehbuch – die an Disney + verkaufte Fantasy-Tragikomödie "Another You“, nachdem sie zuvor in der Comedy-Serie "Var Bunlar“ zu sehen waren. Ihr Konzept basiert auf vertrauten Ingredienzien der Buddy-Komödie: Ein schusseliger Computerspezialist und ein eitler, dauerquasselnder Friseur, der als überstrapazierter Running Gag stets "Haarmagier“ genannt werden will, müssen sich auf der Jagd nach Terroristen zusammenraufen und ihre Differenzen hinter sich lassen. Wie die beiden Pfeifen allerdings an ihre Traumfrauen geraten sind, gehört zu den zahlreichen Ungereimtheiten des Plots.
Mit quietschenden Reifen durch das Urlaubsparadies
Der McGuffin des Prologs wird dabei nie wirklich erklärt. Ohnehin hangelt sich die episodenhafte Handlung ohne stringenten Faden von einer brenzligen Verwechslungssituation zur nächsten. Mit Schießereien, Trickmanövern und Verfolgungsjagden vor sonniger Kulisse versucht man den unplausiblem Plot zu kaschieren. Einerseits erweist sich der verschlagene Oberschurke Dragan der D.I.S.C.O.-Organisation weit überlegen. Andererseits agiert er wie ein Amateur, als er sein Hotelzimmer mit wertvoller Ware im Safe unbeobachtet einer fremden Frau (= Ertan) überlässt. Zunächst tappt der naive Ertan in jedes Fettnäpfchen, um sich später als unbezwingbarer Einzelkämpfer zu entpuppen.
Im Spy Movie-Manier setzt Sorak auf Spit-Screen und wechselnde Bildformate, um Tempo zu generieren. Im Anfangs- und Endpart schwingt sich die Kamera in 360 °-Fahrten um die Protagonisten, als wolle man Spezialist Michael Ballhaus als Anfänger abkanzeln. Bei all dem Klamauk und einigen Sentimentalitäten finden sich durchaus witzige Einfälle wie die Erscheinung des Republikgründers Atatürk in einer drogenumnebelten Traumsequenz. Nach dem pausenlosen Plapperorgien wünscht man sich allerdings eine kräftige Dosis mehrstündiges Slow Cinema mit statischer Kamera, reduzierten Dialogen und minimalistischer Handlung – obwohl: Letzteres erhält man schon in "D.I.S.C.O.“ geboten.
Fazit: Türkische Agentenklamotte mit permanenten Verwechslungen und Täuschungsmanövern vor luxuriöser Kulisse mit einigen witzigen, parodistischen Einfällen bei sprunghaft-unplausibler Handlung.
Darsteller Kerem Özdoğan schrieb sich gemeinsam mit Co-Star Giray Altınok die Agentenklammotte auf den Leib. Beide verfassten für sich schon Soraks letztes Drehbuch – die an Disney + verkaufte Fantasy-Tragikomödie "Another You“, nachdem sie zuvor in der Comedy-Serie "Var Bunlar“ zu sehen waren. Ihr Konzept basiert auf vertrauten Ingredienzien der Buddy-Komödie: Ein schusseliger Computerspezialist und ein eitler, dauerquasselnder Friseur, der als überstrapazierter Running Gag stets "Haarmagier“ genannt werden will, müssen sich auf der Jagd nach Terroristen zusammenraufen und ihre Differenzen hinter sich lassen. Wie die beiden Pfeifen allerdings an ihre Traumfrauen geraten sind, gehört zu den zahlreichen Ungereimtheiten des Plots.
Mit quietschenden Reifen durch das Urlaubsparadies
Der McGuffin des Prologs wird dabei nie wirklich erklärt. Ohnehin hangelt sich die episodenhafte Handlung ohne stringenten Faden von einer brenzligen Verwechslungssituation zur nächsten. Mit Schießereien, Trickmanövern und Verfolgungsjagden vor sonniger Kulisse versucht man den unplausiblem Plot zu kaschieren. Einerseits erweist sich der verschlagene Oberschurke Dragan der D.I.S.C.O.-Organisation weit überlegen. Andererseits agiert er wie ein Amateur, als er sein Hotelzimmer mit wertvoller Ware im Safe unbeobachtet einer fremden Frau (= Ertan) überlässt. Zunächst tappt der naive Ertan in jedes Fettnäpfchen, um sich später als unbezwingbarer Einzelkämpfer zu entpuppen.
Im Spy Movie-Manier setzt Sorak auf Spit-Screen und wechselnde Bildformate, um Tempo zu generieren. Im Anfangs- und Endpart schwingt sich die Kamera in 360 °-Fahrten um die Protagonisten, als wolle man Spezialist Michael Ballhaus als Anfänger abkanzeln. Bei all dem Klamauk und einigen Sentimentalitäten finden sich durchaus witzige Einfälle wie die Erscheinung des Republikgründers Atatürk in einer drogenumnebelten Traumsequenz. Nach dem pausenlosen Plapperorgien wünscht man sich allerdings eine kräftige Dosis mehrstündiges Slow Cinema mit statischer Kamera, reduzierten Dialogen und minimalistischer Handlung – obwohl: Letzteres erhält man schon in "D.I.S.C.O.“ geboten.
Fazit: Türkische Agentenklamotte mit permanenten Verwechslungen und Täuschungsmanövern vor luxuriöser Kulisse mit einigen witzigen, parodistischen Einfällen bei sprunghaft-unplausibler Handlung.
Gregor Ries
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Besetzung & Crew von "D.I.S.C.O"
Land: TürkeiJahr: 2025
Genre: Komödie
Länge: 101 Minuten
Kinostart: 01.01.2026
Regie: Ömer Faruk Sorak
Darsteller: Giray Altinok, Kerem Özdogan, Özge Özacar, Yildiz Çagri Atiksoy, Cosimo Fusco
Verleih: Cinedex
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