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Der verlorene Mann (2025)
Drama über ein alterndes Ehepaar, das den dementen Ex-Mann der Frau bei sich aufnimmt.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Die Künstlerin Hanne (Dagmar Manzel) und ihr Mann Bernd (August Zirner) führen ein beschauliches Leben in einem Häuschen am Rande eines bayerischen Dorfes. Hanne hat ein Atelier im Haus und unterrichtet zudem an einer Schule Kunst und Werken. Bernd ist als pensionierter Pfarrer noch engagiert im Einsatz für die Kirchengemeinde. Eines Tages steht überraschend Kurt (Harald Krassnitzer) vor der Tür und tut so, als sei er hier daheim. Dass sich Hanne vor über 20 Jahren von ihm scheiden ließ, hat er vergessen.
Den offensichtlich dementen Besucher will Hanne so rasch wie möglich zurück ins Heim bringen, in dem er zur Kurzzeitpflege wohnt. Doch dort will man den Ausreißer nicht gegen seinen Willen festhalten und Kurts Tochter Samira (Lene Dax) ist gerade im Ausland. Bernd findet den aufgeweckt wirkenden Mann ganz sympathisch und meint, man müsse helfen. So kommt Kurt bei ihnen unter, erst für eine Nacht, dann für länger. Es entsteht eine Dreiecksbeziehung, die vieles verändert.
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Filmkritik
"Der verlorene Mann“: Ein gewagtes Dreieck
Ein Ehepaar im Seniorenalter lebt einen von kreativer Arbeit und sozialem Engagement geprägten Alltag. Unverhofft kommt Trubel ins Leben der beiden, als der an Alzheimer erkrankte Ex-Mann der Frau auftaucht und glaubt, er sei nie ausgezogen. Im Spielfilmdebüt "Der verlorene Mann“ des Regisseurs Welf Reinhart geht es um das Experiment einer ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung, die Gewissheiten aus den Angeln hebt.
Holpriger, breit gestreuter Inhalt
Das Drehbuch, das Reinhart mit Tünde Sautier schrieb, verbindet verschiedene Themen, die ältere Menschen betreffen oder interessieren könnten. Wie sieht es mit alternativen Wohnformen aus, wie ist das Zusammenleben mit einer dementen Person? Das Drama mutet ehrgeizig an, zumal der Regisseur und viele aus seinem Team nur etwa halb so alt sind wie die Charaktere, über die sie erzählen. Oft wirken die drei Senioren denn auch wie Teilnehmende an einem Gedankenspiel. Ihre einzelnen Handlungen, Regungen und Dialoge können ziemlich abrupt beginnen und wieder enden. Sie erklären sich dabei weniger von selbst, als das vielleicht beabsichtigt war. Hanne schreit Kurt anfangs "Hau ab!“ entgegen, später schildert sie dem schlafenden Ex, wie sehr sie unter der Trennung gelitten habe. Sie nimmt ihn nur widerwillig auf, dann aber pflegt sie ihn und geht sogar Händchen haltend mit ihm und Bernd spazieren.
Die alte Lockerheit wiederentdeckt
Den Senioren und der Seniorin kommt in dieser Lage zugute, dass sie eine gewisse Lockerheit noch aus Zeiten der 1968er-Ära besitzen und wieder aufleben lassen. Wenn Kurt einen alten Rocksong von Ton Steine Scherben singt, stimmt Bernd gerne mit ein. Man tanzt bald zu dritt ausgelassen im Wohnzimmer. Doch je vertrauter Hanne und Kurt wirken, desto stärker stößt Bernds Toleranz an ihre Grenzen. Um das zu zeigen, genügen dem Film ein-zwei Aufnahmen von Bernds ratloser Miene. August Zirner, Harald Krassnitzer und Dagmar Manzel bekommen nur wenig Raum, um ihre Rollen wie aus dem Leben gegriffen zu spielen.
Die winterlich-karge Landschaft, die gediegen-rustikale Einrichtung des Häuschens wirken beruhigend. Später geht es noch in die dänischen Dünen, wobei die Wohlfühlatmosphäre gewahrt bleibt. Inhaltlich wird noch so Unterschiedliches geboten wie konflikthafte Gespräche in überlasteten Pflegeheimen, Hannes Arbeiten mit Ton und Holz in ihrem Atelier. Das Ganze mutet ziemlich zusammengestückelt an und kommt so über das Niveaus eines Fernsehfilms nicht hinaus.
Fazit: Ein Ehepaar im Seniorenalter wird aus der Routine seines Alltags herausgerissen, als der demente Ex der Frau Einlass in sein vermeintliches Zuhause begehrt. Dagmar Manzel, August Zirner und Harald Krassnitzer spielen das Trio, welches das Zusammenleben unter einem Dach ausprobiert. Das Spielfilmdebüt des Regisseurs Welf Reinhart schneidet rund um die Dreiecksbeziehung verschiedene Themen wie Lebensmodelle im Alter, Krankheit und Pflegenotstand an. Das wirkt zusammengestückelt und lässt den Charakteren nicht genügend Raum, um sich lebensnah und plausibel zu entfalten.
Ein Ehepaar im Seniorenalter lebt einen von kreativer Arbeit und sozialem Engagement geprägten Alltag. Unverhofft kommt Trubel ins Leben der beiden, als der an Alzheimer erkrankte Ex-Mann der Frau auftaucht und glaubt, er sei nie ausgezogen. Im Spielfilmdebüt "Der verlorene Mann“ des Regisseurs Welf Reinhart geht es um das Experiment einer ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung, die Gewissheiten aus den Angeln hebt.
Holpriger, breit gestreuter Inhalt
Das Drehbuch, das Reinhart mit Tünde Sautier schrieb, verbindet verschiedene Themen, die ältere Menschen betreffen oder interessieren könnten. Wie sieht es mit alternativen Wohnformen aus, wie ist das Zusammenleben mit einer dementen Person? Das Drama mutet ehrgeizig an, zumal der Regisseur und viele aus seinem Team nur etwa halb so alt sind wie die Charaktere, über die sie erzählen. Oft wirken die drei Senioren denn auch wie Teilnehmende an einem Gedankenspiel. Ihre einzelnen Handlungen, Regungen und Dialoge können ziemlich abrupt beginnen und wieder enden. Sie erklären sich dabei weniger von selbst, als das vielleicht beabsichtigt war. Hanne schreit Kurt anfangs "Hau ab!“ entgegen, später schildert sie dem schlafenden Ex, wie sehr sie unter der Trennung gelitten habe. Sie nimmt ihn nur widerwillig auf, dann aber pflegt sie ihn und geht sogar Händchen haltend mit ihm und Bernd spazieren.
Die alte Lockerheit wiederentdeckt
Den Senioren und der Seniorin kommt in dieser Lage zugute, dass sie eine gewisse Lockerheit noch aus Zeiten der 1968er-Ära besitzen und wieder aufleben lassen. Wenn Kurt einen alten Rocksong von Ton Steine Scherben singt, stimmt Bernd gerne mit ein. Man tanzt bald zu dritt ausgelassen im Wohnzimmer. Doch je vertrauter Hanne und Kurt wirken, desto stärker stößt Bernds Toleranz an ihre Grenzen. Um das zu zeigen, genügen dem Film ein-zwei Aufnahmen von Bernds ratloser Miene. August Zirner, Harald Krassnitzer und Dagmar Manzel bekommen nur wenig Raum, um ihre Rollen wie aus dem Leben gegriffen zu spielen.
Die winterlich-karge Landschaft, die gediegen-rustikale Einrichtung des Häuschens wirken beruhigend. Später geht es noch in die dänischen Dünen, wobei die Wohlfühlatmosphäre gewahrt bleibt. Inhaltlich wird noch so Unterschiedliches geboten wie konflikthafte Gespräche in überlasteten Pflegeheimen, Hannes Arbeiten mit Ton und Holz in ihrem Atelier. Das Ganze mutet ziemlich zusammengestückelt an und kommt so über das Niveaus eines Fernsehfilms nicht hinaus.
Fazit: Ein Ehepaar im Seniorenalter wird aus der Routine seines Alltags herausgerissen, als der demente Ex der Frau Einlass in sein vermeintliches Zuhause begehrt. Dagmar Manzel, August Zirner und Harald Krassnitzer spielen das Trio, welches das Zusammenleben unter einem Dach ausprobiert. Das Spielfilmdebüt des Regisseurs Welf Reinhart schneidet rund um die Dreiecksbeziehung verschiedene Themen wie Lebensmodelle im Alter, Krankheit und Pflegenotstand an. Das wirkt zusammengestückelt und lässt den Charakteren nicht genügend Raum, um sich lebensnah und plausibel zu entfalten.
Bianka Piringer
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Besetzung & Crew von "Der verlorene Mann"
Land: DeutschlandJahr: 2025
Genre: Drama, Komödie
Länge: 101 Minuten
Kinostart: 07.05.2026
Regie: Welf Reinhart
Darsteller: Harald Krassnitzer, Dagmar Manzel, August Zirner
Kamera: Micky Graeter
Verleih: Filmwelt
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