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Plainclothes (2025)

US-Drama über einen Polizisten in der emotionalen Zwickmühle.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.0 / 5

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Der gutaussehende Polizist Lucas (Tom Blyth) arbeitet als verdeckter Ermittler bei der Sitte. In einem Einkaufszentrum lockt er Männer, die auf schnellen Sex auf der öffentlichen Toilette aus sind, in die Falle. Seine Erfolgsquote ist hoch, bis Lucas eines Tages während eines Einsatzes Andrew (Russell Tovey) begegnet und sich Hals über Kopf in ihn verliebt. Lucas' neu entdeckte Gefühle wirbeln erst sein Berufs- und dann sein Privatleben durcheinander.

Lucas' Lebensgefährtin, die Flugbegleiterin Emily (Amy Forsyth), ahnt schon länger, dass er nicht auf Frauen steht. Den Mut, sich seiner Mutter Marie (Maria Dizzia) anzuvertrauen, hat Lucas allerdings noch nicht gefunden, was nicht zuletzt an seinem konservativen Umfeld rund um seinen homophoben Onkel Paul (Gabe Fazio) liegt. Während einer Familienfeier eskaliert die angespannte Lage.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

"Plainclothes": Zivile Liebende

Allen Widerständen aus der rechten Ecke zum Trotz gedeiht das queere Kino weiterhin prächtig. Mit dem Langfilmdebüt von Carmen Emmi treibt es gar ungewöhnliche Blüten. Denn im hypermaskulinen Umfeld des Polizeiapparats sind Coming-out-Storys eher selten zu finden. Das deutsche Drama "Freier Fall" (2013) kommt einem in den Sinn oder das mehrere Jahrzehnte umspannende britische Drama "Der Liebhaber meines Mannes" (2022; Originaltitel: "My Policeman"). Wobei der US-Amerikaner Emmi in dem von ihm selbst verfassten Drehbuch noch einen Schritt weitergeht.

Sein Protagonist, der Polizist Lucas, verheimlicht seine wahre Sexualität nicht nur vor seiner Familie und seinen Kollegen, sie manövriert ihn beruflich auch in eine Zwickmühle. Die Handlung spielt in den 1990er-Jahren und begleitet Lucas, wie er als verdeckter Ermittler andere Homosexuelle in die Falle lockt, bis er an seinen Gewissensbissen zerbricht. Was wiederum ansatzweise an den polnischen Film "Operation Hyakinthos" (2021) und an William Friedkins kontroversen Klassiker "Cruising" (1980) erinnert. Von Letztgenanntem könnte "Plainclothes" zum Glück kaum weiter entfernt sein.

Mit Einfühlungsvermögen und Bedacht

Der Filmtitel gibt die Richtung vor. Das englische Adjektiv "plainclothes" bedeutet, dass jemand "in Zivil" gekleidet ist, was sich vornehmlich auf Polizisten bezieht, die verdeckt ermitteln. Diese Zivilfahnder, landläufig als "undercover cops" bekannt, können im Englischen auch als "plainclothesmen" bezeichnet werden. Und hier zeigt sich, mit wie viel Bedacht Carmen Emmi seinen Filmtitel gewählt hat. Denn wie sich spät in der Handlung herausstellt, ist nicht nur die Hauptfigur Lucas in Zivil unterwegs, um Homosexuelle aufs Kreuz zu legen. Auch Andrew, in den sich Lucas Hals über Kopf verliebt, geht seiner geheimgehaltenen Sexualität nur "in Zivil" nach; immer dann, wenn er sein Priestergewand abgelegt hat.

Der Newcomer Tom Blyth ("Die Tribute von Panem – The Ballad of Songbirds and Snakes", "People We Meet on Vacation"), der gerade so richtig durchstartet, und der aus der HBO-Serie "Looking" bekannte Russell Tovey spielen das ungleiche wie unglückliche Liebespaar einfühlsam und eindrücklich. Blyth, dessen Filmfigur durch die Mode der Neunziger mit ihren weiten Hosen, Kapuzenpullis und Baseballcaps an einen jungen Eminem erinnert, beeindruckt durch sein breites schauspielerisches Spektrum. In den Nebenrollen brilliert Maria Dizzia, die Lucas' junge Mutter spielt. Neben den durchweg überzeugenden Leistungen des Ensembles verblüfft dieses Debüt aber auch formal.

Und mit einem einzigartigen Look

Emmi hat die Handlung auf zwei verschiedenen Zeitebenen angesiedelt, zwischen denen er versiert hin und her wechselt. Hoch anzurechnen ist ihm, dass sich sein Drehbuch nicht nur auf die zwei Männer im Zentrum der flüchtigen Romanze konzentriert, sondern den davon betroffenen Frauen so viel Raum gewährt, dass sie zu glaubhaften, facettenreichen Figuren werden. Neben Marie, der bereits erwähnten Mutter des Protagonisten, ist hier vor allem Lucas' Freundin Emily zu nennen, der eine der berührendsten Szenen des Films gehört; von Amy Forsyth wunderbar dargestellt.

Der eigentliche Clou dieses Films ist jedoch sein Look. In gleich drei verschiedenen Formaten und zum Teil auf altem VHS-Material gedreht, kreiert der Kameramann Ethan Palmer eine Atmosphäre, die einen unweigerlich zurück in die 1990er-Jahre katapultiert, sowie eine Ästhetik, die an die Independent-Filme jener Jahre erinnert und dennoch einzigartig ist. Emmi wiederum erzeugt durch einen verlorengegangenen Brief, der das Geheimnis der Hauptfigur offenbaren könnte, geschickt Spannung, die sich im sehenswerten Finale erst gewaltsam entlädt und schließlich in einem nur angedeuteten, aber hoffnungsfrohen Lächeln in Wohlgefallen auflöst.

Fazit: Der Regisseur und Drehbuchautor Carmen Emmi liefert mit "Plainclothes" ein gleichermaßen ungewöhnliches wie beachtliches Debüt ab. Sein in den 1990er-Jahren im Umfeld verdeckter Ermittlungen angesiedeltes Coming-out-Drama beeindruckt durch eine originelle Story, ein tolles Ensemble und einen einzigartigen Look.




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Besetzung & Crew von "Plainclothes"

Land: USA
Jahr: 2025
Genre: Thriller, Drama, Romantik
Länge: 95 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 15.01.2026
Regie: Carmen Emmi
Darsteller: Tom Blyth als Lucas, Russell Tovey als Andrew, Christian Cooke als Ron, Darius Fraser als Jeff, Maria Dizzia als Marie
Kamera: Ethan Palmer
Verleih: Pro Fun Media, Cinemien

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