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Aisha Can't Fly Away (2025)

Eayshat lam taeud qadiratan ealaa altayaran

In Ägypten angesiedeltes Drama mit Horrorelementen über eine junge Pflegerin, die von einem besseren Leben träumt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.0 / 5

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Auf der Suche nach einer besseren Zukunft ist die Sudanesin Aisha (Buliana Simon Arop) in Ägypten gelandet. Die 26-Jährige arbeitet als Krankenpflegerin in Kairo und bekommt es mit einem widerlichen Klienten zu tun, der sich sexuell an ihr vergreift. In ihrem Wohnviertel geht es derweil nicht viel besser zu.

Hier hat der Gangsterboss Zuka (Ziad Zaza) das Sagen und zwingt Aisha dazu, ihm Wohnungsschlüssel ihrer Klienten zu besorgen, um sie auszurauben. Eine rivalisierende Gang, die Zuka um die Ecke bringen will, macht den Alltag noch gefährlicher. Angesichts dessen flüchtet sich Aisha zunehmend in eine Traumwelt.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse3 / 5

"Aisha Can't Fly Away": Surreale Großstadthölle

Der Filmtitel deutet es bereits an: Die von Buliana Simon Arop beeindruckend gespielte Aisha steckt fest. Einfach davonfliegen kann die junge Krankenpflegerin nicht, so wie auch der Superheld Batman, dessen Maske sie auf dem Filmplakat trägt, nicht fliegen kann. Auf der Flucht aus dem Sudan ist sie in Ägypten gestrandet, wo sie in drei sehr unterschiedliche Abhängigkeiten gerät.

In ihrem von Verbrechen geplagten Wohnviertel hält der Gangsterboss Zuka (Ziad Zaza) Aisha im Würgegriff und in ihrem Job ist sie dem Klienten Khalil (Mamdouh Saleh), der sie sexuell missbraucht, zunächst hilflos ausgeliefert. Aishas einziger Lichtblick sind die Gespräche mit dem Koch Abdoun (Emad Ghoniem), der als potenzieller Ehemann einen Ausweg aus ihrer festgefahrenen Situation verheißt. Doch Abdoun hat mit seiner eigenen Abhängigkeit, der von seiner bestimmenden Familie, zu kämpfen. So bleiben Aisha einzig ihre Träume, in denen sie zu einer außergewöhnlichen Heldin mutiert.

Anreicherung mit Genreelementen

"Aisha Can't Fly Away" ist das Debüt des Ägypters Morad Mostafa. Nach mehreren realisierten Kurzfilmen hat es der 1988 geborene Regisseur mit seinem ersten abendfüllenden Spielfilm aus dem Stand zu den Internationalen Filmfestspielen von Cannes geschafft. Dort lief das Drama in der Sektion Un Certain Regard. Und "einen gewissen Blick" wirft Mostafa in seinem Debüt auf jeden Fall: auf sein Heimatland, aber auch auf die Möglichkeiten des Genrefilms. Denn der Debütant hat sich dafür entschieden, die Geschichte seiner Emigrantin nicht als reines Drama zu gestalten.

Gemeinsam mit Sawsan Youssef und Mohamed Abdelader, mit denen Mostafa das Drehbuch geschrieben hat, zieht der Regisseur eine zweite Erzählebene in die Handlung ein. In einer Mischung aus magischem Realismus und Körperhorror träumt sich die Protagonistin in die Gestalt eines Vogel Straußes, um an ihren Peinigern Rache zu nehmen. Ein zum Thema passendes Sinnbild, kann doch auch dieses imposante Tier nicht fliegen, dem Menschen aber sehr wohl gefährlich werden. Diese poetisch angehauchte Ebene hebt den Film zwar von handelsüblichen Dramen ab, kann dessen Schwächen aber nicht kaschieren.

Unentschlossene Umsetzung

"Aisha Can't Fly Away" ist erzählerisch und formal zu unentschlossen, um restlos zu überzeugen. Die Handlung mäandert zwischen den Beziehungen mit den drei Männern sowie Aishas Verhältnis zu einer Gruppe geflüchteter Frauen zäh hin und her, ohne dass etwas vorangeht. Formal tappt Morad Mostafa derweil in etwas, das man als "Digitalisierungs-Falle" bezeichnen könnte. Denn seit im Zuge der digitalen Kameratechnik die Geräte immer kleiner und erschwinglicher geworden sind, scheinen sich immer weniger Regisseure und Kameraleute vor Drehbeginn Gedanken darüber zu machen, wie sie eine Szene inszenieren wollen.

Auch Mostafa El Kashef, der Kameramann dieses Films, setzt sein Arbeitsgerät ausgesprochen willkürlich ein; filmt mal auf Augenhöhe, mal aus Unter-, dann wieder aus Obersicht, ohne dass diese unterschiedlichen Perspektiven sich in der Handlung oder dem Verhältnis der Figuren widerspiegeln würden. Stattdessen wirkt es so, als hätte er einfach drauflos gefilmt und sich just dort im Raum positioniert, wo es in der jeweiligen Szene gerade am besten gepasst hat, was die mitunter viel zu hektische Handkamera erklären würde. Zumindest in dieses Bild passt der mit ordentlich Action vollgepackte Schluss, der aufgepfropft wirkt, um das zuvor verschleppte Erzähltempo auszugleichen.

Fazit: "Aisha Can't Fly Away" ist das ambitionierte Langfilmdebüt des Ägypters Morad Mostafa, der sein beklemmendes Gesellschaftsdrama mutig mit Genreelementen unterfüttert. Das Ergebnis ist ein ungewohntes Seherlebnis. Erzählerisch wie formal lässt der Debütant aber zu viel Unentschlossenheit walten, um restlos zu überzeugen.




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Besetzung & Crew von "Aisha Can't Fly Away"

Land: Deutschland, Ägypten, Sudan, Tunesien, Saudi-Arabien, Qatar, Frankreich
Jahr: 2025
Genre: Drama, Horror, Krimi
Originaltitel: Eayshat lam taeud qadiratan ealaa altayaran
Länge: 123 Minuten
Kinostart: 15.01.2026
Regie: Morad Mostafa
Darsteller: Maha Mohammed Al-Adwani, Achai Ayom, Emad Ghoniem, Mamdouh Saleh, Buliana Simona als Aisha
Kamera: Mostafa El Kashef
Verleih: Rapid Eye Movies

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