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Made in EU (2026)
Eine Welt aus Ausbeutung und VerdächtigungenKritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Iva (Gergana Pletnyova) arbeitet unter extremen Bedingungen in einer bulgarischen Textilfabrik, wo sie "Made in EU"-Etiketten annäht. Als sie 2020 plötzlich erkrankt, weigert sich der örtlich Arzt auf Anweisung der Firma, die Werktätige krankzuschreiben. Ein positiver Covid-Test macht sie zur ersten Infizierten ihrer Stadt. Nachdem sich die Pandemie in dem Dorf auszubreiten beginnt, startet eine Hetzkampagne auf die Näherin als vermeintliche Patientin Zero. Dies stürzt sie zunehmend in soziale Isolation und Misstrauen. Selbst ihr Sohn wendet sich von ihr ab.
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Filmkritik
"Eine Frage der Würde“ hieß Stephan Komandarevs vorletzter Film über eine pensionierte Lehrerin, der ihre Ersparnisse auf perfide Weise durch einen Telefonbetrug verliert. Nicht zum ersten Mal lieferte der bulgarische Regisseur bittere Kommentare zu einer Gesellschaft aus Missgunst, Ausbeutung, Täuschung und Gleichgültigkeit. Im Corona-Jahr 2020 wurde er beim GoEast-Online-Festival zweimal für sein großartiges, desillusionierendes Polizei-Ensembledrama "Rounds“ ausgezeichnet. In dieser Zeit spielt ebenso sein jüngstes Werk, das den Finger auf Ausbeutung und Unterdrückung im Zuge der Globalisierung legt.
Ihre Würde verliert ebenso eine Arbeiterin in "Made in EU“ als Sündenbock für schlechte Arbeitsbedingungen und Sorglosigkeit der Werksführung. Ihr katzbuckelnder Schichtleiter, verkörpert von Gerasim Georgiev aus "Eine Frage der Würde“, entpuppt sich als Verwandter. Doch jeder ist sich hier selbst der Nächste. Die ungezwungene Atmosphäre zwischen den Arbeiterinnen schlägt bald ins Gegenteil um, als Iva zur Schuldigen erklärt wird. Die allein erziehende Mutter befand sich zuvor in einem Teufelskreis: Die Krankschreibung durch den örtlichen Arzt wurde Iva verweigert, damit das eng gesteckte Soll erfüllt werden kann. Wenn sie ihre Arbeit nicht antritt, verliert sie ihren Job. Erscheint sie zum Dienst, kann sie ihre Kolleginnen anstecken.
Die ersten Bilder werden von Überwachungskameras eingefangen. Die eng zusammen gepferchten Frauen wirken wie Legehennen in Käfighaltung. In solchen Momenten zeigt sich Komandarevs sezierender Blick. Seinen bissigen Humor, der in "Rounds“ etwa in Hinsicht auf den behäbigen Beamtenapparat zu tragen kam, hat er zwar nicht verloren. Doch manchmal wirkt die bittere Kapitalismus-Attacke zu thesen- und zeigefingerhaft. Der manipulative Schichtleiter muss von Journalisten noch einmal auf seine Verfehlungen angesprochen werden, was der Zuschauer längst erkannt hat. Zudem wirkt das Finale ähnlich konstruiert wie schon in "Eine Frage der Würde“.
Dennoch muss man in dem von wahren Begebenheiten inspierierten Drama attestieren, die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Europas Textilindustrie, die Betreiber-Seilschaften zu Politik und Justiz sowie das allgemeine Ellenbogenverhalten trefflich anvisiert zu haben. Ebenso setzt Komandarev einem realen integren Arzt in der Version eines pensionierten Doktors (Ivaylo Hristov) ein filmisches Denkmal als Gegenstück zu Egoismus der meisten Charaktere.
Fazit: Eine Arbeiterin zerbricht an dem denunziatorischen Verhalten ihrer Umgebung; Scharfe, manchmal zu schematische Abrechnung mit der Ausbeutung in der Arbeitswelt.
Ihre Würde verliert ebenso eine Arbeiterin in "Made in EU“ als Sündenbock für schlechte Arbeitsbedingungen und Sorglosigkeit der Werksführung. Ihr katzbuckelnder Schichtleiter, verkörpert von Gerasim Georgiev aus "Eine Frage der Würde“, entpuppt sich als Verwandter. Doch jeder ist sich hier selbst der Nächste. Die ungezwungene Atmosphäre zwischen den Arbeiterinnen schlägt bald ins Gegenteil um, als Iva zur Schuldigen erklärt wird. Die allein erziehende Mutter befand sich zuvor in einem Teufelskreis: Die Krankschreibung durch den örtlichen Arzt wurde Iva verweigert, damit das eng gesteckte Soll erfüllt werden kann. Wenn sie ihre Arbeit nicht antritt, verliert sie ihren Job. Erscheint sie zum Dienst, kann sie ihre Kolleginnen anstecken.
Die ersten Bilder werden von Überwachungskameras eingefangen. Die eng zusammen gepferchten Frauen wirken wie Legehennen in Käfighaltung. In solchen Momenten zeigt sich Komandarevs sezierender Blick. Seinen bissigen Humor, der in "Rounds“ etwa in Hinsicht auf den behäbigen Beamtenapparat zu tragen kam, hat er zwar nicht verloren. Doch manchmal wirkt die bittere Kapitalismus-Attacke zu thesen- und zeigefingerhaft. Der manipulative Schichtleiter muss von Journalisten noch einmal auf seine Verfehlungen angesprochen werden, was der Zuschauer längst erkannt hat. Zudem wirkt das Finale ähnlich konstruiert wie schon in "Eine Frage der Würde“.
Dennoch muss man in dem von wahren Begebenheiten inspierierten Drama attestieren, die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Europas Textilindustrie, die Betreiber-Seilschaften zu Politik und Justiz sowie das allgemeine Ellenbogenverhalten trefflich anvisiert zu haben. Ebenso setzt Komandarev einem realen integren Arzt in der Version eines pensionierten Doktors (Ivaylo Hristov) ein filmisches Denkmal als Gegenstück zu Egoismus der meisten Charaktere.
Fazit: Eine Arbeiterin zerbricht an dem denunziatorischen Verhalten ihrer Umgebung; Scharfe, manchmal zu schematische Abrechnung mit der Ausbeutung in der Arbeitswelt.
Gregor Ries
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Besetzung & Crew von "Made in EU"
Land: Bulgarien, Deutschland, TschechienJahr: 2026
Genre: Drama
Länge: 108 Minuten
Kinostart: 19.02.2026
Regie: Stephan Komandarev
Darsteller: Ivan Barnev, Francesco Frattini als Mancini, Gerasim Georgiev, Ivaylo Hristov, Anastasia Ingilizova
Verleih: JIP Film und Verleih
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