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Der Frosch und das Wasser (2026)

In diesem Roadmovie schließt sich ein Mann mit Down-Syndrom einer japanischen Reisegruppe an.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
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Stefan Busch (Aladdin Detlefsen) lebt in einer betreuten Wohngruppe. Als diese einen Ausflug macht, seilt sich der junge Mann mit Down-Syndrom spontan ab und mischt sich unter eine japanische Reisegruppe. In Weimar wird den Touristen über Schiller und Goethe erzählt. Als später die Hotelzimmer bezogen werden, schließt sich der schweigsame Buschi-san, wie ihn alle nennen, dem ebenfalls wortkargen Hideo Kitamura (Kanji Tsuda) an.

Der ernste Japaner, der immer Sommerbrille trägt, lässt Buschi in seinem Zimmer schlafen. Er schenkt ihm einen Origami-Frosch, den sein verstorbener Bruder gebastelt hatte. Die Betreuerin (Bettina Stucky) hat sich angekündigt, um Buschi abzuholen, aber die Busfahrerin (Meltem Kaptan) versteht, dass er weiterfahren will. Sie nimmt ihn jetzt, da ihr Urlaub beginnt, zusammen mit Kitamura im Auto bis nach Dresden mit. Dort mieten sich die beiden Männer ein Cabrio und setzen die Reise in die Schweiz auf eigene Faust fort.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

"Der Frosch und das Wasser“: Unterwegs mit einem Freund

Mit der Inklusion ist es bekanntlich nicht weit her. Menschen mit und ohne geistige Behinderung gehen eher selten aufeinander zu, in Cafés etwa oder auf Reisen. In der französischen Komödie "Was ist schon normal?“ mischten sich zwei Ganoven auf der Flucht unter junge Heimbewohner, die in die Ferien fuhren. Das Abenteuer ermöglichte wunderbare Freundschaften. Das lakonisch-poetische Roadmovie "Der Frosch und das Wasser“ des Regisseurs Thomas Stuber ("In den Gängen“) startet mit umgekehrter Konstellation. Hier ist es ein Mann mit Down-Syndrom, der sich zu einer japanischen Touristengruppe gesellt. In ihrer Mitte findet er jemanden, mit dem er sich mühelos und ohne Worte versteht.

Cocktails an der Bar schlürfen

Buschi ist anzumerken, wie er die Fahrt im Bus genießt. Erst recht wird man seiner zufriedenen Miene später entnehmen, dass die Reise zu zweit im Cabrio niemals enden müsste. Der junge Mann will die Welt sehen, Weimar, Dresden und Bern, die Rheinfälle. Er will sich an einem Stand eine Sonnenbrille kaufen, wie Kitamura sie trägt. Er will sich vom Japaner abschauen, wie er sich im Lokal die Serviette richtet, will erfahren wie es ist, an der Hotelbar Cocktails zu schlürfen, mittendrin im Fluss des Geschehens zu sein. Überhaupt liebt Buschi Wasser, will es rauschen hören, auf der Haut spüren, eintauchen. Kitamura, den man für einen humorlosen Geschäftsmann oder gar einen Gangster halten könnte, vertraut ihm über kurz oder lang seine Trauer an. Die muss er nicht groß erklären, denn Buschi sieht mit den Herzen.

Wie ein Traum, der wahr sein könnte

Wirkt Buschi anfangs wie ein naiver, verirrter Kerl, der seinem selbst gewählten Mentor hinterher dackelt, so macht er eine erstaunliche Entwicklung durch. Wenn Kitamura ihn mit einem schwergewichtigen japanischen Kämpfer vergleicht, meint er viel mehr als eine äußere Ähnlichkeit. Buschi strahlt eine innere Kraft aus, die immer mehr zum Vorschein kommt und ihn auf erhabene Weise selbstbewusst wirken lässt. Aladdin Detlefsen spielt hervorragend und trägt dabei den ganzen Film auf seinen Schultern.

Um Realismus geht es Stuber, der mit Gotthart Kuppel und Hyoe Yamamoto das Drehbuch schrieb, überhaupt nicht. Vielmehr folgt der Film der luftigen Freiheit der Fantasie, entwickelt eine poetische, traumwandlerische Leichtigkeit. Da können unwahrscheinliche Dinge passieren, an ehrwürdigen Orten wie Bern oder Zürich. Die Touristenstädte mit den alten Gassen, den schmucken Häusern, den Springbrunnen und Flüssen, die weiten Landschaften mit Wiesen und Windrädern bilden einen bodenständigen Kontrast zu der Freundschaft, welche sozialen Fesseln und Zwängen zunehmend davoneilt.

Fazit: Im Zentrum dieses luftig leichten Roadmovies stehen zwei Menschen, die nichts zu verbinden scheint als ihre Schweigsamkeit. Doch der Deutsche mit dem Down-Syndrom, der sich einer japanischen Touristengruppe angeschlossen hat, findet darin jemanden, der wie er einen Freund braucht. Unter der Regie von Thomas Stuber entfaltet die poetische Handlung einen entrückten Zauber. Aladdin Detlefsen erweist sich als charismatischer Schauspieler, der seinen Charakter auf bewegende Weise wachsen lässt.




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Besetzung & Crew von "Der Frosch und das Wasser"

Land: Deutschland
Jahr: 2026
Genre: Komödie
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 30.04.2026
Regie: Thomas Stuber
Darsteller: Aladdin Detlefsen, Kanji Tsuda, Bettina Stucky, Meltem Kaptan, Cornelius Schwalm
Kamera: Filip Zumbrunn
Verleih: Pandora Film

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