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Virginia Woolf's Night and Day (2025)
Emanzipationsdrama einer jungen Engländerin zu Beginn des 20. Jahrhunderts.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Die junge Katharine Hilbery (Haley Bennett) interessiert sich im London des frühen 20. Jahrhunderts leidenschaftlich für Astronomie. Doch weder erhält sie als Frau Zugang zur Astronomischen Gesellschaft, noch billigt der Vater (Timothy Spall) ihren Wunsch, an der Uni Cambridge Physik zu studieren. Um dem konservativen Elternhaus zu entkommen und ihre Pläne voranzutreiben, willigt Katharine in die Verlobung mit William (Jack Whitehall) ein, welche die Eltern wünschen. Sie lernt die Suffragette Mary (Lily Allen) kennen, die für das Frauenwahlrecht kämpft und ihr einen Platz in ihrer Druckerei anbietet, wo sie ihre wissenschaftlichen Arbeiten fortführen kann.
Mary ermutigt Katharine, sich in Cambridge zu bewerben. Der junge Lektor Ralph (Elyas M’Barek) verkehrt neuerdings in ihrem Elternhaus, um der Mutter (Jennifer Saunders) beim Kürzen einer Biografie zu helfen. Katharine findet ihn wesentlich interessanter als William.
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Filmkritik
"Virginia Woolf’s Night & Day“: Lieber Uni als Familie
Der Titel des Dramas "Virginia Woolf’s Night & Day“ verweist darauf, dass es sich um eine Literaturverfilmung handelt. Die als frühe Feministin und Vorreiterin der literarischen Moderne geltende Virginia Woolf veröffentlichte "Nacht und Tag“ 1919 als ihren zweiten Roman. Ihrer Hauptfigur Katharine Hilbery widerstreben die engen sozialen und moralischen Regeln, die für Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts gelten. Sie beschäftigt sich mit Mathematik und Astronomie und will selbst entscheiden, wen sie liebt und später eventuell heiratet. Allerdings bleibt von der Romanvorlage unter der Regie von Tina Gharavi ("I Am Nasrine“) und nach einem Drehbuch von Justine Waddell nicht mehr allzu viel übrig.
Naturwissenschaft ist Männerdomäne
Denn aus Katharine wird eine für das zeitgenössische Publikum betont feministisch interpretierte und zum Teil neu erfundene Figur, die sich anschickt, als erste Frau an der Fakultät für Physik in Cambridge zu studieren. An mehreren Stellen verweist der Film auf die Amateurwissenschaftlerinnen, die in der patriarchalen britischen Gesellschaft im Schatten leben müssen. Beim Bewerbungsgespräch an der Uni schlägt Katharine Spott entgegen. Einige Drehbucheinfälle wie das Thema fehlender Toiletten muten wie Anspielungen an das Drama "Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ über drei afroamerikanische Mathematikerinnen an, die sich bei der NASA zu Anfang der 1960er Jahre mit Rassismus und Sexismus konfrontiert sahen. Auch andere Charaktere werden verändert, als gelte es vor allen Dingen, den Zeitgeist zu bedienen. Katharines Cousin Cyril (Misia Butler) hat keine uneheliche Beziehung mit der Mutter seiner Kinder, sondern liebt einen Mann. Timothy Spall spielt einen Familienpatriarchen, der das schriftstellerische Talent der eigenen Ehefrau eher unterdrückt als fördert.
Nette Nebenrolle für Elyas M’Barek
Während es in der Romanvorlage viel um Fragen der Liebe und Partnerwahl geht, rückt dieses Thema hier etwas in den Hintergrund. Für Elyas M’Barek springt in der britisch-deutschen Koproduktion immerhin die kleine, aber sympathische Rolle eines Mannes heraus, der sich einer Frau nicht überlegen fühlt. Haley Bennett interpretiert Katharine als ernste, zielstrebige Person. Sie und besonders auch Mary scheinen eher aus dem 21. Jahrhundert zu stammen, als aus der damaligen Epoche. Die Kulissen und größtenteils auch die Kostüme verweisen auf die Vergangenheit, von der sich aber die Musik mit elektronischen Klängen und Popsongs wiederum häufig absetzt. Schade eigentlich, dass sich der Film nicht stärker von den differenzierten Betrachtungen und dem gedanklichen Hin und Her der Woolfschen Romanheldin leiten lässt.
Fazit: Die Regisseurin Tina Gharavi und die Drehbuchautorin Justine Waddell interpretieren den im Titel genannten frühen Roman Virginia Woolfs ziemlich neu. Indem sie ihn mit feministischen Inhalten und Botschaften drastisch anreichern, wollen sie den Stoff zeitgemäß auffrischen. Ihr Blick auf die patriarchale Gesellschaft fördert jedoch wenig Überraschendes zutage, sondern bewegt sich in mittlerweile auch schon recht eingefahrenen Bahnen. Haley Bennett spielt die Hauptfigur, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts in England der astronomischen Forschung widmet, sehr ernst, während Elyas M’Barek in einer Nebenrolle recht sympathisch wirkt.
Der Titel des Dramas "Virginia Woolf’s Night & Day“ verweist darauf, dass es sich um eine Literaturverfilmung handelt. Die als frühe Feministin und Vorreiterin der literarischen Moderne geltende Virginia Woolf veröffentlichte "Nacht und Tag“ 1919 als ihren zweiten Roman. Ihrer Hauptfigur Katharine Hilbery widerstreben die engen sozialen und moralischen Regeln, die für Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts gelten. Sie beschäftigt sich mit Mathematik und Astronomie und will selbst entscheiden, wen sie liebt und später eventuell heiratet. Allerdings bleibt von der Romanvorlage unter der Regie von Tina Gharavi ("I Am Nasrine“) und nach einem Drehbuch von Justine Waddell nicht mehr allzu viel übrig.
Naturwissenschaft ist Männerdomäne
Denn aus Katharine wird eine für das zeitgenössische Publikum betont feministisch interpretierte und zum Teil neu erfundene Figur, die sich anschickt, als erste Frau an der Fakultät für Physik in Cambridge zu studieren. An mehreren Stellen verweist der Film auf die Amateurwissenschaftlerinnen, die in der patriarchalen britischen Gesellschaft im Schatten leben müssen. Beim Bewerbungsgespräch an der Uni schlägt Katharine Spott entgegen. Einige Drehbucheinfälle wie das Thema fehlender Toiletten muten wie Anspielungen an das Drama "Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ über drei afroamerikanische Mathematikerinnen an, die sich bei der NASA zu Anfang der 1960er Jahre mit Rassismus und Sexismus konfrontiert sahen. Auch andere Charaktere werden verändert, als gelte es vor allen Dingen, den Zeitgeist zu bedienen. Katharines Cousin Cyril (Misia Butler) hat keine uneheliche Beziehung mit der Mutter seiner Kinder, sondern liebt einen Mann. Timothy Spall spielt einen Familienpatriarchen, der das schriftstellerische Talent der eigenen Ehefrau eher unterdrückt als fördert.
Nette Nebenrolle für Elyas M’Barek
Während es in der Romanvorlage viel um Fragen der Liebe und Partnerwahl geht, rückt dieses Thema hier etwas in den Hintergrund. Für Elyas M’Barek springt in der britisch-deutschen Koproduktion immerhin die kleine, aber sympathische Rolle eines Mannes heraus, der sich einer Frau nicht überlegen fühlt. Haley Bennett interpretiert Katharine als ernste, zielstrebige Person. Sie und besonders auch Mary scheinen eher aus dem 21. Jahrhundert zu stammen, als aus der damaligen Epoche. Die Kulissen und größtenteils auch die Kostüme verweisen auf die Vergangenheit, von der sich aber die Musik mit elektronischen Klängen und Popsongs wiederum häufig absetzt. Schade eigentlich, dass sich der Film nicht stärker von den differenzierten Betrachtungen und dem gedanklichen Hin und Her der Woolfschen Romanheldin leiten lässt.
Fazit: Die Regisseurin Tina Gharavi und die Drehbuchautorin Justine Waddell interpretieren den im Titel genannten frühen Roman Virginia Woolfs ziemlich neu. Indem sie ihn mit feministischen Inhalten und Botschaften drastisch anreichern, wollen sie den Stoff zeitgemäß auffrischen. Ihr Blick auf die patriarchale Gesellschaft fördert jedoch wenig Überraschendes zutage, sondern bewegt sich in mittlerweile auch schon recht eingefahrenen Bahnen. Haley Bennett spielt die Hauptfigur, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts in England der astronomischen Forschung widmet, sehr ernst, während Elyas M’Barek in einer Nebenrolle recht sympathisch wirkt.
Bianka Piringer
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Besetzung & Crew von "Virginia Woolf's Night and Day"
Land: Großbritannien, Deutschland, USAJahr: 2025
Genre: Drama, Romantik
Länge: 95 Minuten
Kinostart: 09.07.2026
Regie: Tina Gharavi
Darsteller: Haley Bennett, Elyas M'Barek, Lily Allen, Jack Whitehall, Jennifer Saunders
Kamera: Sebastian Edschmid
Verleih: Wild Bunch






