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Johanes und das Licht der Welt
Johanes und das Licht der Welt
© SDG Entertainment

Johanes und das Licht der Welt (2025)

Light of the World

Amerikanischer Animationsfilm, der Geschichten aus dem Neuen Testament in kindgerechter Form präsentiert.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.8 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 4 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Galiläa im Jahr 30: Der junge Johannes, Sohn des Fischers Zebedäus, leidet unter der römischen Besatzung und bitterer Not. Hoffnung schenken dem 13-Jährigen nur die Erzählungen seiner Mutter vom kommenden Messias, der das jüdische Volk befreien soll. Als Johannes jedoch durch einen Fehler die Steuerschuld des Vaters verdoppelt und zudem seinen Bruder Jakobus verletzt, sodass dieser bei der Arbeit ausfällt, gerät die Existenz der Familie in Gefahr. Zwar hilft Nachbar Petrus, doch dessen Bruder Andreas ist bereits fort, um den verheißenen Retter zu suchen. Getrieben von dem Wunsch, seinen Fehler wiedergutzumachen, macht Johannes sich auf, um Andreas als Unterstützung zurückzuholen. Auf seiner Suche begegnet er Johannes dem Täufer, der ihm und dem schließlich aufgefundenen Andreas offenbart, wo der Messias zu finden ist. Bei der Hochzeit zu Kana treffen sie auf Jesus. Nachdem dieser dort Wasser in Wein verwandelt hat, können sie ihn davon überzeugen, mit ihnen zu ziehen, um der Familie des Jungen zu helfen.

Bildergalerie zum Film "Johanes und das Licht der Welt"

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse3 / 5

"Johannes und das Licht der Welt": Jesu Leben als Animationsfilm

Wie schon im vergangenen Jahr mit "Der König der Könige" kommt auch in diesem Jahr zu Ostern ein Animationsfilm in die deutschen Kinos, der das Leben und Wirken Jesu Christi ins Zentrum rückt. "Johannes und das Licht der Welt“ wurde von der Salvation Poem Foundation produziert und verfolgt damit durchaus auch einen missionarischen Impuls – was bei einer filmischen Annäherung an das Neue Testament kaum überrascht. Um den Stoff für ein junges Publikum zugänglich zu machen, rückt der Film den Apostel Johannes in den Mittelpunkt, der hier als etwa 13-jähriger Junge erscheint. Ihm wird eine eigene Vorgeschichte zugeschrieben, die den biblischen Ereignissen eine kindliche Perspektive und zugleich einen erzählerischen Zugang verleiht.

Der Anspruch, dieses Projekt auch formal auf ein respektables Niveau zu heben, ist deutlich erkennbar. Ein Budget von rund 20 Millionen Dollar ist für eine unabhängige Produktion keineswegs selbstverständlich. Als Regisseur wurde neben dem eng mit der Stiftung verbundenen John C. Schafer der Disney-Veteran Tony Bancroft verpflichtet, der als Animator an zahlreichen prägenden Filmen der 1990er-Jahre beteiligt war – von "Aladdin" über "Der König der Löwen" und "Pocahontas" bis "Mulan". Auch sein Bruder Tom Bancroft, einer der Co-Regisseure von "Mulan", wirkte mit und wird hier als Director of Animation geführt. Der Einfluss dieser Erfahrung ist im fertigen Film sichtbar.

Klassische Disney-Schule

Vor allem in der Gestaltung der Figuren zeigt sich eine deutliche Nähe zur klassischen Disney-Schule. Die im traditionellen 2D-Stil gezeichneten Charaktere tragen unverkennbar Züge jener Animationsästhetik, die das Studio in den 1990er-Jahren prägte. Gerade die Nebenfiguren stechen dabei hervor: Hohepriester, Maria Magdalena oder andere Randgestalten der Handlung besitzen eine überraschende Ausdrucksstärke. Auch die visuelle Gestaltung der erzählerischen Rückblenden – mit bewusst reduzierten, beinahe schemenhaften Figuren – erweist sich als stilsicherer Kunstgriff. In einer Zeit, in der kommerzielle Animation meist vollständig am Computer entsteht, wirkt diese handgezeichnete Bildsprache beinahe anachronistisch – im besten Sinne. Sie verleiht dem Film eine Wärme und eine visuelle Seele, die vielen digital produzierten Werken abgeht.

Auch erzählerisch greift der Film auf ein Fundament zurück, das sich über Jahrhunderte hinweg als erstaunlich tragfähig erwiesen hat. Unabhängig von religiöser Überzeugung lässt sich das Leben Jesu als eine der einflussreichsten Geschichten der Weltgeschichte begreifen. Themen wie Nächstenliebe, Hoffnung und Vergebung besitzen auch jenseits theologischer Kontexte eine zeitlose Resonanz. "Johannes und das Licht der Welt“ bemüht sich dabei erkennbar um eine kindgerechte Vermittlung dieser Motive. Besonders zu Beginn lockert ein behutsam eingesetzter Humor die Handlung auf. Wenn später die Kreuzigung thematisiert wird, schlägt der Film naturgemäß ernstere Töne an, bleibt in seiner Inszenierung jedoch so zurückhaltend, dass ein junges Publikum nicht überfordert wird.

Fazit: "Johannes und das Licht der Welt" ist ein überraschend hochwertiger Animationsfilm, der seine religiösen Wurzeln zwar erkennen lässt, sie jedoch erzählerisch nicht überbetont. Mit klassischer, liebevoller Zeichentrickästhetik und einer kindgerechten Dramaturgie gelingt ein respektvoller, handwerklich überzeugender Zugang zu einer der prägendsten Geschichten der Weltgeschichte.




Besetzung & Crew von "Johanes und das Licht der Welt"

Land: Deutschland
Jahr: 2025
Genre: Animation
Originaltitel: Light of the World
Länge: 91 Minuten
Kinostart: 11.03.2026
Verleih: SDG Entertainment



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