
© Tiberius Film
Dolly (2026)
US-Horrorfilm über einen verunglückten Heiratsantrag.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben bislang 0 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Der alleinerziehende Vater Chase (Seann William Scott) möchte seiner Lebensgefährtin Macy (Fabianne Therese) einen Heiratsantrag machen. Eine romantische Aussichtsplattform auf einer Anhöhe in einem nahegelegenen Wald scheint der ideale Ort dafür zu sein. Doch bevor Chase die Gelegenheit erhält, auf ein Knie zu gehen und den Verlobungsring hervorzuholen, wird er von einer durchs Blätterwerk dringenden Musik zurück in den Wald gelockt.
Dort trifft er auf Dolly (Max the Impaler), eine massive Gestalt, die ein Frauenkleid trägt und deren Kopf in einer Puppenmaske aus Porzellan steckt. Dolly knockt erst Chase aus und entführt dann Macy. Sie hält die junge Frau in einem mitten im Wald gelegenen Haus gefangen, das wie ein überdimensioniertes Puppenhaus aussieht.
Bildergalerie zum Film "Dolly"
Hier streamen
Filmkritik
"Dolly": Schnarchfest mit Puppen
Ach, der Horrorfilm! Wie nah Freud und Leid in diesem Genre doch beieinanderliegen. Einerseits schlummert wohl in keinem anderen so viel Innovationskraft, die nicht nur das Genre selbst, sondern das Kino an sich erneuert und (wieder)belebt. Ein Blick ins laufende Kinojahr mit Horrorfilmen wie "Backrooms" und "Obsession" ist der beste Beweis für diese These. Andererseits ergeht sich der überwältigende Großteil der Jahr für Jahr produzierten Horrorfilme so uninspiriert in traurigen Tropen, dass einem die Haare zu Berge stehen.
Gut besetzt, schlecht umgesetzt
Der neue Film des Regisseurs Rod Blackhurst ("Blood for Dust"), der in seiner knapp 20-jährigen Karriere unter anderem einen Dokumentarfilm über Amanda Knox gedreht hat, fällt leider in letztgenannte Kategorie. Das Beste an "Dolly" ist noch der Look. Komplett auf 16-mm-Filmmaterial gedreht und in der Postproduktion auf alt getrimmt, verströmt der Streifen einen 1970er-Exploitation-Vibe. Und dass mit Seann William Scott ("American Pie") kein gänzlich unbekannter Schauspieler eine der Hauptrollen übernommen hat, lässt eingangs noch hoffen, dass Blackhursts Film letzten Endes nicht ganz so schlecht werden wird.
Das Gegenteil ist der Fall. Schon beim ersten Aufeinandertreffen mit der von Wrestling-Star Max the Impaler gespielten Gegenspielerin Dolly hängt Seann William Scotts Figur Chase der halb abgetrennte Kiefer schief im Gesicht – und für Chase ist der Film vorerst beendet. Bis dahin sind noch nicht einmal 20 Minuten vergangen. Und ab dann geht es abwärts.
Statt Originalität nur Copy-and-Paste
Inszenatorisch und schauspielerisch solide, krankt "Dolly" an einer Handlung, die das Publikum wahlweise die Stirn runzeln oder vor Langeweile eindösen lässt. Das von Blackhurst gemeinsam mit Brandon Weavil verfasste Drehbuch ist eine Katastrophe. Nicht nur steckt es voller Klischees, Vorhersehbarkeit und Logiklöcher, es steckt auch kein einziger origineller, ja nicht einmal ein originärer Gedanke darin. Stattdessen präsentiert der Regisseur seinem Publikum einen eiligst zusammengenähten Flickenteppich aus Genre-Versatzstücken, die es in anderen Horrorfilmen tausendmal besser umgesetzt gesehen hat.
Der offensichtlichste Ausweis dieser erzählerischen Bankrotterklärung ist der Umstand, dass Blackhurst seinen Film bei einer Laufzeit von gerade einmal 83 Minuten (inklusive Abspann) in sage und schreibe sieben (!), scheinbar wahllos über die Handlung verteilten Kapitel unterteilt hat, von denen manche nicht einmal zehn Minuten dauern. Sinn und Zweck dieser Einteilung erschließt sich nicht recht. Womöglich sollte der hauchdünnen Handlung damit mehr Struktur verliehen werden. Stattdessen bremst Blackhurst das ohnehin an zu vielen Stellen verschleppte Erzähltempo noch stärker aus. Wer bis zum Filmende wach geblieben ist, wird angesichts des todlangweiligen Kinoerlebnisses zumindest zu Hause seelenruhig einschlummern.
Fazit: Rod Blackhursts neuer Horrorfilm "Dolly" ist so uninspiriert bei anderen Genrevertretern abgekupfert, so vorhersehbar erzählt und so langweilig inszeniert, dass es wehtut. Wer das Horrorgenre abgöttisch verehrt, wird wohl auch diesem Film etwas abgewinnen können. Wer das Genre hingegen für seine Innovationskraft liebt, sollte einen großen Bogen um dieses Copy-and-Paste-Machwerk machen.
Ach, der Horrorfilm! Wie nah Freud und Leid in diesem Genre doch beieinanderliegen. Einerseits schlummert wohl in keinem anderen so viel Innovationskraft, die nicht nur das Genre selbst, sondern das Kino an sich erneuert und (wieder)belebt. Ein Blick ins laufende Kinojahr mit Horrorfilmen wie "Backrooms" und "Obsession" ist der beste Beweis für diese These. Andererseits ergeht sich der überwältigende Großteil der Jahr für Jahr produzierten Horrorfilme so uninspiriert in traurigen Tropen, dass einem die Haare zu Berge stehen.
Gut besetzt, schlecht umgesetzt
Der neue Film des Regisseurs Rod Blackhurst ("Blood for Dust"), der in seiner knapp 20-jährigen Karriere unter anderem einen Dokumentarfilm über Amanda Knox gedreht hat, fällt leider in letztgenannte Kategorie. Das Beste an "Dolly" ist noch der Look. Komplett auf 16-mm-Filmmaterial gedreht und in der Postproduktion auf alt getrimmt, verströmt der Streifen einen 1970er-Exploitation-Vibe. Und dass mit Seann William Scott ("American Pie") kein gänzlich unbekannter Schauspieler eine der Hauptrollen übernommen hat, lässt eingangs noch hoffen, dass Blackhursts Film letzten Endes nicht ganz so schlecht werden wird.
Das Gegenteil ist der Fall. Schon beim ersten Aufeinandertreffen mit der von Wrestling-Star Max the Impaler gespielten Gegenspielerin Dolly hängt Seann William Scotts Figur Chase der halb abgetrennte Kiefer schief im Gesicht – und für Chase ist der Film vorerst beendet. Bis dahin sind noch nicht einmal 20 Minuten vergangen. Und ab dann geht es abwärts.
Statt Originalität nur Copy-and-Paste
Inszenatorisch und schauspielerisch solide, krankt "Dolly" an einer Handlung, die das Publikum wahlweise die Stirn runzeln oder vor Langeweile eindösen lässt. Das von Blackhurst gemeinsam mit Brandon Weavil verfasste Drehbuch ist eine Katastrophe. Nicht nur steckt es voller Klischees, Vorhersehbarkeit und Logiklöcher, es steckt auch kein einziger origineller, ja nicht einmal ein originärer Gedanke darin. Stattdessen präsentiert der Regisseur seinem Publikum einen eiligst zusammengenähten Flickenteppich aus Genre-Versatzstücken, die es in anderen Horrorfilmen tausendmal besser umgesetzt gesehen hat.
Der offensichtlichste Ausweis dieser erzählerischen Bankrotterklärung ist der Umstand, dass Blackhurst seinen Film bei einer Laufzeit von gerade einmal 83 Minuten (inklusive Abspann) in sage und schreibe sieben (!), scheinbar wahllos über die Handlung verteilten Kapitel unterteilt hat, von denen manche nicht einmal zehn Minuten dauern. Sinn und Zweck dieser Einteilung erschließt sich nicht recht. Womöglich sollte der hauchdünnen Handlung damit mehr Struktur verliehen werden. Stattdessen bremst Blackhurst das ohnehin an zu vielen Stellen verschleppte Erzähltempo noch stärker aus. Wer bis zum Filmende wach geblieben ist, wird angesichts des todlangweiligen Kinoerlebnisses zumindest zu Hause seelenruhig einschlummern.
Fazit: Rod Blackhursts neuer Horrorfilm "Dolly" ist so uninspiriert bei anderen Genrevertretern abgekupfert, so vorhersehbar erzählt und so langweilig inszeniert, dass es wehtut. Wer das Horrorgenre abgöttisch verehrt, wird wohl auch diesem Film etwas abgewinnen können. Wer das Genre hingegen für seine Innovationskraft liebt, sollte einen großen Bogen um dieses Copy-and-Paste-Machwerk machen.
Falk Straub
TrailerAlle "Dolly"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Dolly"
Land: USAJahr: 2026
Genre: Horror
Länge: 83 Minuten
Kinostart: 11.06.2026
Regie: Rod Blackhurst
Darsteller: Fabianne Therese, Russ Tiller, Michalina Scorzelli, Kate Cobb, Ethan Suplee
Verleih: Tiberius Film
Verknüpfungen zu "Dolly"Alle anzeigen

Trailer

Trailer





