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H wie Habicht (2026)

H Is for Hawk

Außergewöhnliche Adaption: Die Regisseurin Philippa Lowthorpe hat Helen Macdonalds Bestseller über ihre Beziehung zu einem Vogel verfilmt.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
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Helen Macdonald (Claire Foy) hat es als Erste aus ihrer Familie an die Universität geschafft. Im Jahr 2007 unterrichtet sie in Cambridge und spielt mit dem Gedanken, für ihre Forschung ans Max-Planck-Institut nach Berlin zu wechseln. Ihre Kollegin und beste Freundin Christina (Denise Gough) rät ihr zu diesem nächsten Karriereschritt, doch dann wirft ein schwerer Schicksalsschlag Helen aus der Bahn.

Als ihr Vater (Brendan Gleeson), zu dem sie ein enges Verhältnis hatte, unerwartet stirbt, ist Helen mit ihrer Trauer allein. Zu ihrer Mutter (Lindsay Duncan) und ihrem Bruder James (Josh Dylan) findet sie keinen Zugang. Scheinbar aus einer Laune heraus kauft sie sich einen Habicht. Doch hinter dessen Abrichtung, für die Helen fortan jede freie Minute aufbringt, steckt ein tieferer Sinn.

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"H wie Habicht": Gefiederte Freu(n)de

Helen (Claire Foy) hat das, wonach sich viele Kinder sehnen: ein gutes Verhältnis zu ihrem Vater (Brendan Gleeson). Der Fotojournalist im Ruhestand hat zahlreiche Hobbys, mit denen er seine Frau (Lindsay Duncan) zur Verzweiflung treibt. Mit seiner Tochter teilt er die Liebe zur Ornithologie. Und die Regisseurin Philippa Lowthorpe benötigt nur wenige Szenen, um das innige Verhältnis zwischen Vater und Tochter glaubwürdig zu vermitteln. Als Helen eines Morgens ein Paar seltener Habichte am Himmel entdeckt, ruft sie umgehend ihren Vater an. Etwas anderes käme ihr gar nicht in den Sinn. Die beiden verstehen sich blind. Es sind die letzten Worte, die sie mit ihm wechselt. Kurz darauf stirbt er. Sein unerwarteter Tod trifft Helen bis ins Mark.

Um über ihren Schmerz hinwegzukommen, geht die Akademikerin einen ungewöhnlichen Weg. Obwohl ihr der befreundete Falkner Stuart (Sam Spruell) davon abrät, legt sie sich einen Habicht zu, den sie auf den Namen Mabel tauft. In ihrer kleinen Wohnung mitten in der Universitätsstadt Cambridge richtet sie den Vogel ab. Und die Bilder, die Philippa Lowthorpe dafür findet, wenn etwa die Hauptdarstellerin Claire Foy mit dem Habicht auf dem Arm auf der Wohnzimmercouch sitzt und dessen Fluchtversuche seelenruhig bändigen muss, sind beeindruckend. Doch was anfangs noch ein skurriler Ausweg aus der Trauer zu sein scheint, führt in eine Sackgasse. Helen richtet ihr gesamtes Leben auf Mabel aus, vernachlässigt ihre Arbeit, ihre Familie, ihre Kollegin und beste Freundin Christina (Denise Gough) und sich selbst. Bis sie irgendwann selbst einem Vogel mit zerzaustem Federkleid gleicht – was die Regisseurin abermals mit nur wenigen Einstellungen versiert in Szene setzt.

Memoiren mit markantem Merkmal

Das Drama beruht auf wahren Begebenheiten und erinnert dennoch an einen anderen Film. Helen Macdonald, die Akademikerin, die dem Universitätsbetrieb den Rücken kehrte und Schriftstellerin geworden ist, gibt es wirklich. Philippa Lowthorpes Film ist eine Adaption ihrer gleichnamigen Memoiren, die im englischen Original den Titel "H is for Hawk" (2014) tragen. Deren Hauptmotiv eines aus der Bahn geworfenen Menschen, der Halt in der Falknerei findet, findet sich auch in einem der markantesten Filme des britischen Kinos: Ken Loachs zweitem abendfüllenden Spielfilm "Kes" (1969), der wiederum auf dem ein Jahr zuvor veröffentlichten Jugendroman "Und fing sich einen Falken" (Originaltitel: "A Kestrel for a Knave") basiert.

Lowthorpes Variation dieses Motivs ist zwar in einem anderen Milieu angesiedelt – ihr Film spielt nicht in der Arbeiterklasse, sondern im akademischen Betrieb –, kommt aber ähnlich schnörkellos wie Loachs Sozialdramen daher. Formale Spielereien, Effekthascherei und übertriebene Schauwerte sind nicht ihre Sache. Trotz oder gerade wegen des Habichts hebt ihr Film nie ab, sondern bleibt geerdet. Es ist ein ruhig erzähltes Drama über Verlust, Trauer und einen Neuanfang, in dem eine verzweifelte Tochter über sorgsam in die Handlung eingeflochtene Rückblenden mit ihrem verstorbenen Vater ein letztes Mal in den Dialog tritt. Schmerzhaft, versöhnlich und kraftvoll!

Fazit: Der an den britischen Klassiker "Kes" (1969) erinnernde Film "H wie Habicht" ist eine Adaption des gleichnamigen Buchs von Helen Macdonald. Die Regisseurin Philippa Lowthorpe hat daraus ein ruhiges und geerdetes Drama über Verlust, Trauer und Neuanfänge gemacht. Es ist ein Film, bei dem sich die Frage stellt, wer hier wen unter seine Fittiche nimmt. Schmerzhaft, versöhnlich und kraftvoll!




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Besetzung & Crew von "H wie Habicht"

Land: Großbritannien, Singapur, USA
Jahr: 2026
Genre: Drama
Originaltitel: H Is for Hawk
Länge: 119 Minuten
Kinostart: 23.07.2026
Regie: Philippa Lowthorpe
Darsteller: Claire Foy, Brendan Gleeson, Denise Gough, Lindsay Duncan
Verleih: DCM GmbH

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