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In Case We Never Meet Again (2026)
Liebe und Familie unter DruckKritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Was wird aus Liebe und Träumen von einer gemeinsamen Zukunft, während Russland das eigene Land angreift? Die drei Regisseure Beau Willimon, Noaz Deshe und Petr Verzilov versuchen dies zu ergründen, indem sie Tania und Roman in der Ukraine über die Schulter schauen. Während die beiden um Nähe ringen und ihre Beziehung zwischen Zärtlichkeit und Konflikt schwankt, verarbeiten ihre Kinder den Ausnahmezustand auf eigene Weise. Leras Traum ist ein anderer: Entschlossen, die Kriegsfantasien nicht zur einzigen Zukunft werden zu lassen, lenkt sie das Spiel um. Aus dem Rollenspiel entsteht ein gemeinsames Theaterprojekt in der Nachbarschaft – eine neue Geschichte, die nicht von Zerstörung, sondern von neuen Möglichkeiten erzählt.
Bildergalerie zum Film "In Case We Never Meet Again"
Filmkritik
Bei den aktuellen Festivals zählen derzeit Filme rund um den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu den Jury-Favoriten. Nachdem Roman Ostrovskyis "Clouds Move With Great Speed“ den Zuschauer mit einer Bevölkerung im ständigen Ausnahmezustand konfrontierte, was mit der Goldenen Lilie des Wiesbadener goEast-Festivals gewürdigt wurde, konnte "In Case We Never Meet Again“ den Regionalen Langfilmwettbewerb beim Lichter Filmfest Frankfurt erringen. Die Co-Produktion um den Alltag im Ukraine-Krieg wurde unter anderem vom Hessen Film & Medien gefördert.
Zuvor entwickelte Noaz Deshe in dem Spielfilm "Xoftex“ rund um eigene Erfahrungen eine Studie um ein Filmprojekt in einem griechischen Flüchtlingslager. Der rumänische Mulitmedia-Artist tat sich mit Autor/Produzent Beau Wilimon ("House of Cards“/“Andor“) und "Pussy Riot“-Co-Gründer Pyotr Verzilov zusammen. Aus verschiedenen Blickwinkeln gelang ihnen ein intimer Blick in eine Welt unter Druck. Von Fronteinsätzen von Roman und seinen Kameraden wird häufiger direkt in den Alltag seiner Kinder beim Kriegsspiel geschnitten. Neben Kämpfen mit Plastikgewehren wird schon einmal ein gefesselter Junge als Gefangener für Stunden in eine Kiste eingesperrt. Einen Sack mit Stars-and-Stripes-Aufdruck malträtieren die Jüngsten unter "Putin“-Rufen. Das gefällt nicht jedermann: Eine Passantin tadelt die Kinder mit dem Hinweis auf den Tod eigener Familienangehörige durch den Konflikt.
Zwar würde sich Tania einem Kriegseinsatz nicht entziehen. Doch da das Wohl ihrer Kinder Priorität besitzt, entschließt sie sich zur Ausreise nach Kanada. Derweil hoffen Roman und seine Kameraden auf ein baldiges Kriegsende. Ebenso direkt folgt man ihren Männergesprächen um Bekanntschaften und Sex, während die Frauen über Beziehungen, Vertrauen und Eifersucht diskutieren. Nach ihrer Aussage verstärke Distanz noch die Zuneigung.
Das Regietrio kommt den Protagonisten sehr nahe, was sich bis ins Schlafzimmer fortsetzt, als Tania Roman einen Besuch in der Ukraine abstattet. Zudem fließen noch Szenen einer Theaterinszenierung ein, mit der die häufig in die Kamera sprechende Lera Momente der Bedrohung auf einer Bühne künstlerisch interpretiert.
"In Case We Never Meet Again“ vermittelt einen eindringlichen, unkommentierten Blick um Nöte, Ängste und Hoffnungen in einem bedrohten Leben, in dem Gewalt zur Normalität geworden ist. Bei den Gesprächen unter den Soldaten ertönen ständig Schüsse im Hintergrund. Allerdings kommt die Studie nicht ohne Redundanzen und Abschweifungen aus. Wiederholt trifft man die Jüngsten beim Kriegsspiel, wo das Erlebte an andere weitergegeben wird. Sicherlich lag reichlich Material für den international produzierten Dokumentarfilm vor, aber einige Streichungen hätten nicht geschadet.
Fazit: Das Regietrio vermittelt einen ergreifenden Blick auf Hoffnungen, Belastungen und Konflikte eines Beziehungsalltags in Kriegszeiten. Trotz unterschiedlicher Perspektiven bleibt die Sicht auf die Zerrissenheit eines Landes nicht ohne Wiederholungen.
Zuvor entwickelte Noaz Deshe in dem Spielfilm "Xoftex“ rund um eigene Erfahrungen eine Studie um ein Filmprojekt in einem griechischen Flüchtlingslager. Der rumänische Mulitmedia-Artist tat sich mit Autor/Produzent Beau Wilimon ("House of Cards“/“Andor“) und "Pussy Riot“-Co-Gründer Pyotr Verzilov zusammen. Aus verschiedenen Blickwinkeln gelang ihnen ein intimer Blick in eine Welt unter Druck. Von Fronteinsätzen von Roman und seinen Kameraden wird häufiger direkt in den Alltag seiner Kinder beim Kriegsspiel geschnitten. Neben Kämpfen mit Plastikgewehren wird schon einmal ein gefesselter Junge als Gefangener für Stunden in eine Kiste eingesperrt. Einen Sack mit Stars-and-Stripes-Aufdruck malträtieren die Jüngsten unter "Putin“-Rufen. Das gefällt nicht jedermann: Eine Passantin tadelt die Kinder mit dem Hinweis auf den Tod eigener Familienangehörige durch den Konflikt.
Zwar würde sich Tania einem Kriegseinsatz nicht entziehen. Doch da das Wohl ihrer Kinder Priorität besitzt, entschließt sie sich zur Ausreise nach Kanada. Derweil hoffen Roman und seine Kameraden auf ein baldiges Kriegsende. Ebenso direkt folgt man ihren Männergesprächen um Bekanntschaften und Sex, während die Frauen über Beziehungen, Vertrauen und Eifersucht diskutieren. Nach ihrer Aussage verstärke Distanz noch die Zuneigung.
Das Regietrio kommt den Protagonisten sehr nahe, was sich bis ins Schlafzimmer fortsetzt, als Tania Roman einen Besuch in der Ukraine abstattet. Zudem fließen noch Szenen einer Theaterinszenierung ein, mit der die häufig in die Kamera sprechende Lera Momente der Bedrohung auf einer Bühne künstlerisch interpretiert.
"In Case We Never Meet Again“ vermittelt einen eindringlichen, unkommentierten Blick um Nöte, Ängste und Hoffnungen in einem bedrohten Leben, in dem Gewalt zur Normalität geworden ist. Bei den Gesprächen unter den Soldaten ertönen ständig Schüsse im Hintergrund. Allerdings kommt die Studie nicht ohne Redundanzen und Abschweifungen aus. Wiederholt trifft man die Jüngsten beim Kriegsspiel, wo das Erlebte an andere weitergegeben wird. Sicherlich lag reichlich Material für den international produzierten Dokumentarfilm vor, aber einige Streichungen hätten nicht geschadet.
Fazit: Das Regietrio vermittelt einen ergreifenden Blick auf Hoffnungen, Belastungen und Konflikte eines Beziehungsalltags in Kriegszeiten. Trotz unterschiedlicher Perspektiven bleibt die Sicht auf die Zerrissenheit eines Landes nicht ohne Wiederholungen.
Gregor Ries
Besetzung & Crew von "In Case We Never Meet Again"
Land: UkraineJahr: 2026
Genre: Dokumentation
Länge: 89 Minuten
Kinostart: 28.05.2026
Regie: Noaz Deshe, Beau Willimon, Petr Verzilov
Verleih: Port au Prince Pictures GmbH





