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Wohin der Wind uns trägt (2025)
Where the Wind Comes From
In diesem tunesischen Roadmovie zeigt sich das nordafrikanische Land von einer anderen Seite.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Von Kindesbeinen an sind die Nachbarn Alyssa (Eya Bellagha) und Mehdi (Slim Baccar) beste Freunde. Inzwischen ist Alyssa 19 Jahre alt und träumt wie so viele junge Tunesier ihrer Generation vom Auswandern. Ein Zeichenwettbewerb soll ihr Ticket nach Europa werden. Sollte der talentierte Mehdi die Ausschreibung gewinnen, winkt ihm ein Stipendium in Berlin, wohin Alyssa ihm einfach folgen würde. Doch der Plan hat gleich mehrere Haken.
Einerseits ist ihre Familie auf die junge Frau angewiesen. Nach dem Tod ihres Vaters kümmert sich die Schülerin um ihre jüngere Schwester Zeineb (Zeineb Neji) und ihre kranke Mutter (Lobna Mlika). Andererseits ist das Finale des Wettbewerbs in Djerba, wohin Alyssa und Mehdi erst einmal gelangen müssen. Ohne fahrbaren Untersatz und mit nur ein paar Dinar in der Tasche packen sie ihr Abenteuer an.
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Filmkritik
"Wohin der Wind uns trägt": Nichts wie weg aus Tunis
Der lyrische Filmtitel gibt die Richtung vor. Die zwei adoleszenten Hauptfiguren lernen los- und sich in die Zukunft treiben zu lassen. Zudem weht eine angenehm frische Brise durch dieses Roadmovie, die angestaubte Klischees hinwegfegt. Denn Amel Guellaty, die mit "Wohin der Wind uns trägt" ihr Langfilmdebüt vorlegt, umkurvt viele Stereotype. Dafür blickt die 1988 geborene Regisseurin und Drehbuchautorin auf die nächste Generation, an der sie die "ständige Spannung zwischen Modernität und Tradition, zwischen Widerstandskraft und täglichem Kampf" fasziniert, wie sie selbst sagt. Es ist "genau diese Dualität […], die ich an der tunesischen Jugend und insbesondere an den Frauen so beeindruckend finde."
Unterwegs in eine bessere Zukunft
Das gelungene Debüt lebt in erster Linie von seinen fabelhaft geschriebenen Figuren. Guellaty hat die 19-jährige Alyssa und den wenige Jahre älteren Mehdi als gegensätzliche und doch glaubwürdige Charaktere angelegt. Hier der Freigeist, der vor Ideen und Tatendrang überquillt und dadurch ein ums andere Mal in Schwierigkeiten gerät, dort die besonnene Künstlerseele als emotionaler Anker, der die Beziehung der beiden im Gleichgewicht hält. Dass die wilde Alyssa ausgerechnet mit dem braven Mehdi befreundet ist und umgekehrt, nimmt man den beiden trotzdem ab; ebenso, dass sie sich schon ihr ganzes Leben lang kennen. Was nicht nur an den mehrdimensional geschriebenen Figuren liegt, sondern auch an den zwei herausragenden Darstellern, die ihre Rollen glaubhaft zum Leben erwecken.
Surreal in Szene gesetzte Tagträume
Slim Baccar als Mehdi und allen voran Eya Bellagha als Alyssa begeistern in einem mitreißenden Roadmovie, das Tunesien – nicht zuletzt dank der selten gesehenen und von Kamerafrau Frida Marzouk farbenfroh in Szene gesetzten Drehorte und der ungewohnten Indierock-Klänge des Komponisten Omar Aloulou – von einer außergewöhnlichen Seite zeigt. Komik und Tragik gehen darin ebenso Hand in Hand wie Übermut und Melancholie, wie Charme und Chuzpe und wie rein im Geiste ausgemalte Zukunftsträume und tatsächlich ins Filmbild gesetzte Tagträume. Ein ebenso frecher wie fröhlicher und frischer Film.
Fazit: In ihrem Debüt "Wohin der Wind uns trägt" wirft die Regisseurin und Drehbuchautorin Amel Guellaty einen Blick auf die tunesische Jugend, die mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die eigene Zukunft schaut. Herausgekommen ist ein poetisches Roadmovie, das sich nicht nur frisch anfühlt, sondern auch frech und fröhlich ist.
Der lyrische Filmtitel gibt die Richtung vor. Die zwei adoleszenten Hauptfiguren lernen los- und sich in die Zukunft treiben zu lassen. Zudem weht eine angenehm frische Brise durch dieses Roadmovie, die angestaubte Klischees hinwegfegt. Denn Amel Guellaty, die mit "Wohin der Wind uns trägt" ihr Langfilmdebüt vorlegt, umkurvt viele Stereotype. Dafür blickt die 1988 geborene Regisseurin und Drehbuchautorin auf die nächste Generation, an der sie die "ständige Spannung zwischen Modernität und Tradition, zwischen Widerstandskraft und täglichem Kampf" fasziniert, wie sie selbst sagt. Es ist "genau diese Dualität […], die ich an der tunesischen Jugend und insbesondere an den Frauen so beeindruckend finde."
Unterwegs in eine bessere Zukunft
Das gelungene Debüt lebt in erster Linie von seinen fabelhaft geschriebenen Figuren. Guellaty hat die 19-jährige Alyssa und den wenige Jahre älteren Mehdi als gegensätzliche und doch glaubwürdige Charaktere angelegt. Hier der Freigeist, der vor Ideen und Tatendrang überquillt und dadurch ein ums andere Mal in Schwierigkeiten gerät, dort die besonnene Künstlerseele als emotionaler Anker, der die Beziehung der beiden im Gleichgewicht hält. Dass die wilde Alyssa ausgerechnet mit dem braven Mehdi befreundet ist und umgekehrt, nimmt man den beiden trotzdem ab; ebenso, dass sie sich schon ihr ganzes Leben lang kennen. Was nicht nur an den mehrdimensional geschriebenen Figuren liegt, sondern auch an den zwei herausragenden Darstellern, die ihre Rollen glaubhaft zum Leben erwecken.
Surreal in Szene gesetzte Tagträume
Slim Baccar als Mehdi und allen voran Eya Bellagha als Alyssa begeistern in einem mitreißenden Roadmovie, das Tunesien – nicht zuletzt dank der selten gesehenen und von Kamerafrau Frida Marzouk farbenfroh in Szene gesetzten Drehorte und der ungewohnten Indierock-Klänge des Komponisten Omar Aloulou – von einer außergewöhnlichen Seite zeigt. Komik und Tragik gehen darin ebenso Hand in Hand wie Übermut und Melancholie, wie Charme und Chuzpe und wie rein im Geiste ausgemalte Zukunftsträume und tatsächlich ins Filmbild gesetzte Tagträume. Ein ebenso frecher wie fröhlicher und frischer Film.
Fazit: In ihrem Debüt "Wohin der Wind uns trägt" wirft die Regisseurin und Drehbuchautorin Amel Guellaty einen Blick auf die tunesische Jugend, die mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die eigene Zukunft schaut. Herausgekommen ist ein poetisches Roadmovie, das sich nicht nur frisch anfühlt, sondern auch frech und fröhlich ist.
Falk Straub
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Besetzung & Crew von "Wohin der Wind uns trägt"
Land: Tunesien, FrankreichJahr: 2025
Genre: Drama, Komödie
Originaltitel: Where the Wind Comes From
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 16.04.2026
Regie: Amel Guellaty
Verleih: Kairos Film





