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Louisa (2026)
Inklusives Spielfilm-Debüt über den Verdacht auf sexuellen Missbrauch in einer Behindertenwohngruppe, in dem Schauspieler mit und ohne Behinderung vor der Kamera agieren.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Luisa (Celina Scharff) lebt seit kurzem mit sieben Mitbewohnern in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung in Hildesheim. Nebenbei arbeitet sie in einer Wäscherei. Die 22-Jährige ist eine Frohnatur und blickt ihrem neuen Leben in der Gruppe voller Freude entgegen. Doch eines Tages fängt sie an, sich immer mehr zurückzuziehen. Sie spricht kaum noch und wird immer melancholischer. Als unerwartet festgestellt wird, dass Luisa schwanger ist, liegt der Verdacht auf sexuellen Missbrauch nahe. Denn Luisa hat zwar mit Anton einen festen Freund in der Einrichtung – doch dieser ist zeugungsunfähig. Luisa selbst schweigt dazu. Als die Polizei wenig später vor Ort zu ermitteln beginnt, wird die Situation zur Belastungsprobe – für Luisa, ihre Mitbewohner, das Personal und die ermittelnden Beamten.
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Filmkritik
Inklusion vor der Kamera
Um den Alltag in einer Behinderten-Wohngruppe möglichst realitätsgetreu abbilden zu können, gingen der Produktion ausgiebige Interview-Recherchen sowie Hospitationen voraus. So gelingt es der Goettinger Regisseurin Julia Roesler, das Leben von Luisa und den anderen Bewohnern authentisch und glaubhaft, fast dokumentarisch genau, abzubilden. Und: Roesler erhebt das Prinzip "Inklusion“ zur Selbstverständlichkeit. Denn für "Luisa“ brachte sie zehn Schauspieler mit und ohne Behinderung zusammen.
Alle (Laien-)Schauspieler, von den Haupt- bis zu den Nebendarstellern, zeigen starke Performances. Doch Celina Scharff, die Luisa auf natürliche und sensible Weise verkörpert, sticht aus dem überzeugenden Cast nochmals hervor. Ihr einnehmender, unbekümmerter Auftritt gehört zu den großen Stärken eines Films, der seine Aufmerksamkeit ebenso auf die kleinen Begebenheiten und Details des täglichen Miteinanders und Zusammenlebens richtet. Und eben nicht nur auf die Ermittlungen und dem Missbrauchsverdacht, der diesen vorausgeht.
Reportage trifft auf Fiktion
Lobenswert ist zudem, dass sich die Filmemacherin, die auch als Co-Autorin und Produzentin fungiert, gleichsam für die Menschen in Luisas direktem Umfeld interessiert. Für ihre Eltern, ihren Freund Anton, die anderen Bewohner und die Betreuer. Die Handkamerabilder erzeugen, ganz ohne Voyeurismus, eine große Nähe zu all diesen Figuren. Weite Teile der Handlung nehmen wir zusammen mit Roesler die Rolle des unbeteiligten, neutralen Beobachters ein. So wirkt der Film gerade in der ersten Hälfte wie ein Mix aus Reportage, TV-Doku und fiktionalem Werk für die große Leinwand.
Ein Film, der diese Genres und Formate jederzeit gekonnt und stimmig zusammendenkt. Darüber hinaus besticht "Luisa“ mit einem stilsicheren Einsatz von Musik, über die Roesler die Emotionen der Handelnden glaubhaft transportiert. Dazu gestellt sich Mut für Experimente und visuelle Variationen. Die Regisseurin variiert schon früh in ihren Einstellungen und Perspektiven und mit zunehmender Laufzeit intensiviert sie ihre kunstvolle visuelle Gestaltung und Bildsprache. Geschickt – und ganz bewusst – arbeitet sie mit Reflexionen, Unschärfen und Spiegelungen, um darüber die Gefühlswelt von Luisa zum Ausdruck zu bringen.
Fazit: Das mitreißend gespielte Drama "Luisa“ befasst sich mit einem stark tabuisierten Thema: Missbrauch an Menschen mit Behinderung. Der Film schildert den Alltag und das Leben in einer Behinderteneinrichtung realitätsnah sowie völlig klischeefrei. Erzählt wird eine intensive Geschichte über Selbstbestimmung, Grenzüberschreitung und das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Abhängigkeit.
Um den Alltag in einer Behinderten-Wohngruppe möglichst realitätsgetreu abbilden zu können, gingen der Produktion ausgiebige Interview-Recherchen sowie Hospitationen voraus. So gelingt es der Goettinger Regisseurin Julia Roesler, das Leben von Luisa und den anderen Bewohnern authentisch und glaubhaft, fast dokumentarisch genau, abzubilden. Und: Roesler erhebt das Prinzip "Inklusion“ zur Selbstverständlichkeit. Denn für "Luisa“ brachte sie zehn Schauspieler mit und ohne Behinderung zusammen.
Alle (Laien-)Schauspieler, von den Haupt- bis zu den Nebendarstellern, zeigen starke Performances. Doch Celina Scharff, die Luisa auf natürliche und sensible Weise verkörpert, sticht aus dem überzeugenden Cast nochmals hervor. Ihr einnehmender, unbekümmerter Auftritt gehört zu den großen Stärken eines Films, der seine Aufmerksamkeit ebenso auf die kleinen Begebenheiten und Details des täglichen Miteinanders und Zusammenlebens richtet. Und eben nicht nur auf die Ermittlungen und dem Missbrauchsverdacht, der diesen vorausgeht.
Reportage trifft auf Fiktion
Lobenswert ist zudem, dass sich die Filmemacherin, die auch als Co-Autorin und Produzentin fungiert, gleichsam für die Menschen in Luisas direktem Umfeld interessiert. Für ihre Eltern, ihren Freund Anton, die anderen Bewohner und die Betreuer. Die Handkamerabilder erzeugen, ganz ohne Voyeurismus, eine große Nähe zu all diesen Figuren. Weite Teile der Handlung nehmen wir zusammen mit Roesler die Rolle des unbeteiligten, neutralen Beobachters ein. So wirkt der Film gerade in der ersten Hälfte wie ein Mix aus Reportage, TV-Doku und fiktionalem Werk für die große Leinwand.
Ein Film, der diese Genres und Formate jederzeit gekonnt und stimmig zusammendenkt. Darüber hinaus besticht "Luisa“ mit einem stilsicheren Einsatz von Musik, über die Roesler die Emotionen der Handelnden glaubhaft transportiert. Dazu gestellt sich Mut für Experimente und visuelle Variationen. Die Regisseurin variiert schon früh in ihren Einstellungen und Perspektiven und mit zunehmender Laufzeit intensiviert sie ihre kunstvolle visuelle Gestaltung und Bildsprache. Geschickt – und ganz bewusst – arbeitet sie mit Reflexionen, Unschärfen und Spiegelungen, um darüber die Gefühlswelt von Luisa zum Ausdruck zu bringen.
Fazit: Das mitreißend gespielte Drama "Luisa“ befasst sich mit einem stark tabuisierten Thema: Missbrauch an Menschen mit Behinderung. Der Film schildert den Alltag und das Leben in einer Behinderteneinrichtung realitätsnah sowie völlig klischeefrei. Erzählt wird eine intensive Geschichte über Selbstbestimmung, Grenzüberschreitung und das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Abhängigkeit.
Björn Schneider
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Besetzung & Crew von "Louisa"
Land: DeutschlandJahr: 2026
Genre: Drama
Kinostart: 23.04.2026
Regie: Julia Roesler
Darsteller: Celina Scharff als Louisa, Trixi Strobel, Katharina Bromka
Kamera: Frank Amann
Verleih: Real Fiction
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