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Future Science - Das Ende der Tierversuche? (2026)
Future Science
Marc Pierschel zeigt in seinem Dokumentarfilm Alternativen zu Tierversuchen auf.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Ausgangspunkt ist ein altes Camcorder-Video: Ein Protest gegen Tierversuche im Münster der frühen 2000er Jahre, mittendrin der junge Marc Pierschel. Mehr als zwanzig Jahre später kehrt er als Dokumentarfilmer zu diesem Thema zurück – nicht aus nostalgischem Impuls, sondern aus erkenntnisgetriebenem Interesse. Seine Reise führt durch europäische Labore und Forschungseinrichtungen, wo Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Alternativen zum Tierversuch arbeiten.
Im Zentrum stehen Gespräche: u.a. mit der Orthopädin Melanie Ort von der Charité, die ihre Disziplin neu denkt, mit dem Biochemiker Uwe Marx, dessen Multi-Organ-Chips menschliche Stoffwechselprozesse simulieren, oder mit dem Philosophen Peter Singer, der die ethische Diskussion des Themas seit Jahrzehnten prägt. Besonders präsent ist Thomas Hartung von der Johns Hopkins University, der mit pointierten Aussagen die strukturellen Probleme des bestehenden Systems greifbar macht. Der Film stellt dabei weniger die Frage, ob Alternativen existieren – sondern warum sie sich trotz ihrer Fortschritte so schwer durchsetzen.
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Filmkritik
"Future Science - Das Ende der Tierversuche?": Die Trägheit eines Systems
Marc Pierschel vermeidet in "Future Science – Das Ende der Tierversuche?" bewusst die einfache Dramaturgie eines Skandals. Statt Empörung über Missstände zu schüren, interessiert ihn die Logik eines Systems, das sich nur langsam verändert. Ökonomische Interessen, institutionelle Routinen und wissenschaftliche Karrierepfade greifen ineinander und erzeugen eine Beharrungskraft, die Innovationen ausbremst. Diese analytische Herangehensweise ist die große Stärke des Films – und zugleich eine Herausforderung für das Publikum. Denn sie verlangt Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich auf komplexe Argumentationslinien einzulassen.
Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner bewegen sich auf unterschiedlichem Niveau. Während Thomas Hartung mit Sätzen wie "Wir sind keine 70-Kilogramm-Mäuse“ eine bemerkenswerte Klarheit erreicht, geraten andere Passagen deutlich wissenschaftlicher und technischer. Pierschel versucht, die Balance zu halten und wissenschaftliche Tiefe zugänglich zu machen, ohne sie zu stark zu vereinfachen. Diese Gratwanderung gelingt nicht immer vollständig: Für ein Laienpublikum kann der Film stellenweise sperrig wirken, gerade wenn eine inhaltliche Verdichtung die narrative Leichtigkeit überlagert.
Formal bleibt Future Science auffallend zurückhaltend. Klassische Talking-Head-Interviews dominieren, ergänzt durch Laborbilder, die oft eher illustrativ als erzählerisch wirken. Die eingestreuten Rückblenden, die über Camcorderund oder Röhrenfernseher gezeigt werden, setzen zwar kleine visuelle Akzente, ändern aber wenig am insgesamt konventionellen Zugriff. Das wirkt mitunter wie eine verpasste Chance, zumal das Genre der Wissenschaftsdokumentation in den letzten Jahren deutlich experimentierfreudiger geworden ist. Gleichzeitig ist diese Nüchternheit auch konsequent: Der Film vertraut darauf, dass seine Inhalte für sich sprechen.
Fazit: "Future Science – Das Ende der Tierversuche?" ist weniger ein filmisches Experiment als eine fundierte Bestandsaufnahme. Pierschel gelingt es, ein komplexes Thema differenziert und engagiert zu durchdringen, auch wenn die Inszenierung dabei hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Ein informativer, stellenweise anspruchsvoller Film, der weniger emotional bewegt als intellektuell herausfordert.
Marc Pierschel vermeidet in "Future Science – Das Ende der Tierversuche?" bewusst die einfache Dramaturgie eines Skandals. Statt Empörung über Missstände zu schüren, interessiert ihn die Logik eines Systems, das sich nur langsam verändert. Ökonomische Interessen, institutionelle Routinen und wissenschaftliche Karrierepfade greifen ineinander und erzeugen eine Beharrungskraft, die Innovationen ausbremst. Diese analytische Herangehensweise ist die große Stärke des Films – und zugleich eine Herausforderung für das Publikum. Denn sie verlangt Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, sich auf komplexe Argumentationslinien einzulassen.
Die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner bewegen sich auf unterschiedlichem Niveau. Während Thomas Hartung mit Sätzen wie "Wir sind keine 70-Kilogramm-Mäuse“ eine bemerkenswerte Klarheit erreicht, geraten andere Passagen deutlich wissenschaftlicher und technischer. Pierschel versucht, die Balance zu halten und wissenschaftliche Tiefe zugänglich zu machen, ohne sie zu stark zu vereinfachen. Diese Gratwanderung gelingt nicht immer vollständig: Für ein Laienpublikum kann der Film stellenweise sperrig wirken, gerade wenn eine inhaltliche Verdichtung die narrative Leichtigkeit überlagert.
Formal bleibt Future Science auffallend zurückhaltend. Klassische Talking-Head-Interviews dominieren, ergänzt durch Laborbilder, die oft eher illustrativ als erzählerisch wirken. Die eingestreuten Rückblenden, die über Camcorderund oder Röhrenfernseher gezeigt werden, setzen zwar kleine visuelle Akzente, ändern aber wenig am insgesamt konventionellen Zugriff. Das wirkt mitunter wie eine verpasste Chance, zumal das Genre der Wissenschaftsdokumentation in den letzten Jahren deutlich experimentierfreudiger geworden ist. Gleichzeitig ist diese Nüchternheit auch konsequent: Der Film vertraut darauf, dass seine Inhalte für sich sprechen.
Fazit: "Future Science – Das Ende der Tierversuche?" ist weniger ein filmisches Experiment als eine fundierte Bestandsaufnahme. Pierschel gelingt es, ein komplexes Thema differenziert und engagiert zu durchdringen, auch wenn die Inszenierung dabei hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Ein informativer, stellenweise anspruchsvoller Film, der weniger emotional bewegt als intellektuell herausfordert.
Markus Solty
Besetzung & Crew von "Future Science - Das Ende der Tierversuche?"
Land: DeutschlandJahr: 2026
Genre: Dokumentation
Originaltitel: Future Science
Länge: 78 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 30.04.2026
Regie: Marc Pierschel
Darsteller: Kristina Bartmann, Ellen Fritsche, Thomas Hartung, Kathrin Herrmann, Helena Kandárová
Kamera: Sarina Laudam, Martina Di Lorenzo, Saskia Mayerhoff, Giulia Scintu, Alana Tompson
Verleih: mindjazz pictures




