
© Alamode Film
So klingt das Leben (2026)
Rondallas
Spanische Tragikomödie über ein Dorf, das zu einer tief in der Gemeinschaft verwurzelten Tradition zurückfindet.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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Seit einem schweren Schiffsunglück, das mehrere Besatzungsmitglieder das Leben kostete, hängt eine dunkle Wolke über dem galicischen Dorf A Guarda. Um die Stimmung aufzuhellen, schlägt Luis (Javier Gutiérrez), einer von nur zwei Überlebenden des Unglücks, vor, die traditionelle Rondalla wiederzubeleben. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus instrumentaler Musik, Choreografie und Fahnenschwingen, die in Galicien auch in Wettbewerben ausgetragen wird, bei der die teilnehmenden Gruppen in Tracht gegeneinander antreten.
Während Carmen (María Vázquez), die Witwe des verunglückten Schiffskapitäns und heimliche Geliebte von Luis, Feuer und Flamme für die Sache ist, gibt sich ihre älteste Tochter Andrea (Judith Fernández), eine vom Leben enttäuschte, talentierte Dudelsackspielerin, widerwillig. Erst ihr bester Freund Elías (Fer Fraga), der von seinem Musikstudium aus den USA zurückgekehrt ist, kann Andrea von der Teilnahme an der Rondalla überzeugen.
Ein großer Wettbewerb steht an, doch der Dorfgemeinschaft steht Ärger ins Haus. Der Nachbarort hat den besten Fahnenschwinger aus A Guarda, den Polizisten Xavi (Xosé A. Touriñán), abgeworben. Was dessen Zwillingsruder Xoel (Tamar Novas), der sich mehr als nur den Beruf mit Xavi teilt, zur Abnabelung von seinem Bruder zwingt. Um zum ersten Fahnenschwinger von A Guarda aufzusteigen, geht er beim alten Säufer Yayo (Carlos Blanco), der beim Schiffsunglück sein Bein verlor, in die Lehre. Gleich an mehreren Orten wird die Rondalla also zu einer echten Familienangelegenheit.
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Filmkritik
"So klingt das Leben": Balsam für die Seele
Filme, in denen eine kleine Gemeinschaft über die verbindende Kraft der Musik (wieder) zueinanderfindet, haben vor allem auf der britischen und irischen Insel eine lange Tradition: "Die Commitments" (1991), "Brassed Off" (1996), "Song for Marion" (2012), "Fisherman's Friends" (2019) und praktisch jeder neue Streifen des Regisseurs John Carney.
Die Verschränkung von Musik, Dorfgemeinschaft und sanfter Sozialkritik ist freilich kein Alleinstellungsmerkmal des englischsprachigen Kinos. Ende 2024 bescherte beispielsweise der französische Regisseur Emmanuel Courcol dem Kinopublikum mit "Die leisen und die großen Töne" einen tragikomischen Siegeszug, an dessen Ende kaum ein Auge trocken blieb. Das neue Werk des Spaniers Daniel Sánchez Arévalo tut es ihm nach. Denn nach dem Kinobesuch von "So klingt das Leben" haben die Zuschauenden die ein oder andere Träne verdrückt und jede Menge Freudentränen gelacht.
Versiert erzählte Rückkehr
Nach zwei Auftragsarbeiten für Netflix kehrt Daniel Sánchez Arévalo mit "So klingt das Leben" ins Kino zurück. Sein Debüt gab der 1970 geborene Madrilene mit dem vielfach ausgezeichneten Drama "dunkelblaufastschwarz" (2006), aus dem er ein paar Motive und Figurenkonstellationen in seinen jüngsten Film übernommen hat. Bereits mit seinem zweiten Kinofilm "Gordos – Die Gewichtigen" (2009) wechselte Sánchez Arévalo ins komödiantische Fach. Jetzt verschränkt er beide Genres auf wundervolle Weise.
"So klingt das Leben" lebt nicht nur von seiner Musik und seiner Geschichte, sondern auch von den glaubwürdigen Figuren. Dem Regisseur, der das Drehbuch selbst verfasst hat, glückt zudem das kleine Kunststück, dass keine der Figuren zu einem bloßen Stichwortgeber verkommt. Sánchez Arévalo jongliert geschickt mit mehreren Handlungssträngen – zwei parallel verlaufenden Liebesgeschichten, einer Emanzipationsgeschichte zweier Brüder, der Reintegration eines reuigen Sünders – die durch die übergeordnete Geschichte einer trauernden Dorfgemeinschaft zusammengehalten werden. Dass er dabei selbst einer primär als Gaglieferant angelegten Figur wie dem naiven Dorfpolizisten ein Privatleben zugesteht und so viel Platz einräumt, trägt zur großen Glaubwürdigkeit des Films bei.
"Im Geist britischer Tragikomödien"
"So klingt das Leben" fühlt sich aus dem Leben gegriffen an. "Ich habe immer geglaubt, dass man das Universelle nur erreicht, wenn man vom Lokalen ausgeht, von etwas Einzigartigem und Konkretem", sagt Sánchez Arévalo in einem Regie-Statement. Aus seinen Vorbildern macht er keinen Hehl: "Meine Vision war von Anfang an, einen Film im Geist britischer Tragikomödien zu erzählen – ausgehend von Schmerz, Verlust und einem vom Leben gezeichneten sozialen Umfeld – und dennoch immer auf der Suche nach Wärme, Hoffnung und Humor." Das ist ihm nicht nur gelungen, Sánchez Arévalos Film steht den großen Vorbildern auch in nichts nach.
Auch wenn das Wetter an der galicischen Küste rau und von ständigen Regenschauern geprägt ist, ist Daniel Sánchez Arévalo mit "So klingt das Leben" der perfekte Sommerfilm geglückt. Sein Film ist warmherzig, steckt voller überraschender Wendungen, verschrobener Charaktere und witziger Pointen. Er ist eine tragikomische Feier des Lebens, der Liebe, der Familie, Freundschaft und Gemeinschaft, die der vielerorts unbekannten Tradition der Rondalla ein filmisches Denkmal setzt, ohne dass sich diese Tradition angestaubt anfühlt. Viel mehr kann man von einem Kinobesuch nicht verlangen.
Fazit: Mit seinem neuen Werk ist dem spanischen Drehbuchautor und Regisseur Daniel Sánchez Arévalo ("dunkelblaufastschwarz") ein wundervoller Sommerfilm geglückt. "So klingt das Leben" vereint die Tradition britischer Sozialkomödien mit der spanischen Tradition der Rondalla. Das Ergebnis ist ein tragikomischer Musikfilm, den man mit einem lachenden und einem weinenden Auge genießt.
Filme, in denen eine kleine Gemeinschaft über die verbindende Kraft der Musik (wieder) zueinanderfindet, haben vor allem auf der britischen und irischen Insel eine lange Tradition: "Die Commitments" (1991), "Brassed Off" (1996), "Song for Marion" (2012), "Fisherman's Friends" (2019) und praktisch jeder neue Streifen des Regisseurs John Carney.
Die Verschränkung von Musik, Dorfgemeinschaft und sanfter Sozialkritik ist freilich kein Alleinstellungsmerkmal des englischsprachigen Kinos. Ende 2024 bescherte beispielsweise der französische Regisseur Emmanuel Courcol dem Kinopublikum mit "Die leisen und die großen Töne" einen tragikomischen Siegeszug, an dessen Ende kaum ein Auge trocken blieb. Das neue Werk des Spaniers Daniel Sánchez Arévalo tut es ihm nach. Denn nach dem Kinobesuch von "So klingt das Leben" haben die Zuschauenden die ein oder andere Träne verdrückt und jede Menge Freudentränen gelacht.
Versiert erzählte Rückkehr
Nach zwei Auftragsarbeiten für Netflix kehrt Daniel Sánchez Arévalo mit "So klingt das Leben" ins Kino zurück. Sein Debüt gab der 1970 geborene Madrilene mit dem vielfach ausgezeichneten Drama "dunkelblaufastschwarz" (2006), aus dem er ein paar Motive und Figurenkonstellationen in seinen jüngsten Film übernommen hat. Bereits mit seinem zweiten Kinofilm "Gordos – Die Gewichtigen" (2009) wechselte Sánchez Arévalo ins komödiantische Fach. Jetzt verschränkt er beide Genres auf wundervolle Weise.
"So klingt das Leben" lebt nicht nur von seiner Musik und seiner Geschichte, sondern auch von den glaubwürdigen Figuren. Dem Regisseur, der das Drehbuch selbst verfasst hat, glückt zudem das kleine Kunststück, dass keine der Figuren zu einem bloßen Stichwortgeber verkommt. Sánchez Arévalo jongliert geschickt mit mehreren Handlungssträngen – zwei parallel verlaufenden Liebesgeschichten, einer Emanzipationsgeschichte zweier Brüder, der Reintegration eines reuigen Sünders – die durch die übergeordnete Geschichte einer trauernden Dorfgemeinschaft zusammengehalten werden. Dass er dabei selbst einer primär als Gaglieferant angelegten Figur wie dem naiven Dorfpolizisten ein Privatleben zugesteht und so viel Platz einräumt, trägt zur großen Glaubwürdigkeit des Films bei.
"Im Geist britischer Tragikomödien"
"So klingt das Leben" fühlt sich aus dem Leben gegriffen an. "Ich habe immer geglaubt, dass man das Universelle nur erreicht, wenn man vom Lokalen ausgeht, von etwas Einzigartigem und Konkretem", sagt Sánchez Arévalo in einem Regie-Statement. Aus seinen Vorbildern macht er keinen Hehl: "Meine Vision war von Anfang an, einen Film im Geist britischer Tragikomödien zu erzählen – ausgehend von Schmerz, Verlust und einem vom Leben gezeichneten sozialen Umfeld – und dennoch immer auf der Suche nach Wärme, Hoffnung und Humor." Das ist ihm nicht nur gelungen, Sánchez Arévalos Film steht den großen Vorbildern auch in nichts nach.
Auch wenn das Wetter an der galicischen Küste rau und von ständigen Regenschauern geprägt ist, ist Daniel Sánchez Arévalo mit "So klingt das Leben" der perfekte Sommerfilm geglückt. Sein Film ist warmherzig, steckt voller überraschender Wendungen, verschrobener Charaktere und witziger Pointen. Er ist eine tragikomische Feier des Lebens, der Liebe, der Familie, Freundschaft und Gemeinschaft, die der vielerorts unbekannten Tradition der Rondalla ein filmisches Denkmal setzt, ohne dass sich diese Tradition angestaubt anfühlt. Viel mehr kann man von einem Kinobesuch nicht verlangen.
Fazit: Mit seinem neuen Werk ist dem spanischen Drehbuchautor und Regisseur Daniel Sánchez Arévalo ("dunkelblaufastschwarz") ein wundervoller Sommerfilm geglückt. "So klingt das Leben" vereint die Tradition britischer Sozialkomödien mit der spanischen Tradition der Rondalla. Das Ergebnis ist ein tragikomischer Musikfilm, den man mit einem lachenden und einem weinenden Auge genießt.
Falk Straub
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Besetzung & Crew von "So klingt das Leben"
Land: SpanienWeitere Titel: Band Together;Viva La Vida - So klingt das Leben
Jahr: 2026
Genre: Drama, Komödie
Originaltitel: Rondallas
Kinostart: 16.07.2026
Darsteller: Javier Gutiérrez, María Vázquez, Judith Fernández, Tamar Novas, Carlos Blanco
Verleih: Alamode Film






