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Bruno - Der junge Kreisky (2026)

Bruno: Der junge Kreisky

Österreichisches Biopic über den jungen Bruno Kreisky, der sich vom wohlhabenden Bürgersohn zum sozialistischen Aktivisten entwickelt – und dafür im austrofaschistischen Österreich hinter Gittern landet.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 5.0 / 5

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Wien, Ende der 1920er Jahre: Bruno Kreisky (Nils Arztmann) wächst in einer wohlhabenden jüdischen Familie auf, fühlt sich aber stärker zur sozialistischen Arbeiterbewegung hingezogen als zum bürgerlichen Milieu seiner Eltern (Juergen Maurer, Marie-Therese Futterknecht). Bei der Sozialistischen Arbeiterjugend begegnet man dem gut gekleideten Bürgersohn zunächst mit Skepsis. Kreisky lässt sich davon nicht beirren und verschafft sich mit Beharrlichkeit, Redetalent und politischem Engagement seinen Platz in der Bewegung.

Doch die politischen Verhältnisse verschärfen sich. Nach den Februarkämpfen von 1934 wird die Sozialdemokratie verboten, Österreich entwickelt sich zum autoritären Ständestaat. Kreisky arbeitet im Untergrund weiter und engagiert sich gemeinsam mit Roman Felleis (Noah Perktold) bei den Revolutionären Sozialisten. 1935 wird er verhaftet und im großen Sozialistenprozess wegen Hochverrats angeklagt. Zugleich kreuzen mehrere Frauen seinen Weg, allen voran die politisch engagierte Friseurin und Sängerin Adele Holzer (Maya Unger), die ihn mit Fragen zu Frauenrechten und gesellschaftlicher Verantwortung konfrontiert.

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"Bruno – Der junge Kreisky“: Rebell mit Charme

Politiker-Biopics landen schnell bei den bekannten Stationen: Ein Schauspieler verwandelt sich in einen längst berühmten Staatsmann, während das Drehbuch dessen Karriere chronologisch abarbeitet. Regisseur Harald Sicheritz schlägt einen anderen Weg ein. Seine Geschichte endet bereits 1938 mit Kreiskys Gang ins Exil und konzentriert sich stattdessen auf die Jahre, in denen aus dem jungen Bruno allmählich der Politiker Kreisky wird. Es ist eine weit weniger bekannte Phase seiner Biografie, die Sicheritz gemeinsam mit der Zeithistorikerin Helene Maimann entwickelt hat. Entsprechend dicht bleibt der Film an den belegten politischen Stationen seines Lebens.

Geschichte mit Schmäh

Sicheritz kommt aus dem österreichischen Komödien- und Satirefach. Mit "Muttertag“ (1993), "Hinterholz 8“ (1998) und "Poppitz“ (2002) hat er einige der bekanntesten österreichischen Komödien der vergangenen Jahrzehnte inszeniert, hinzu kommt die Erfolgsserie "Vorstadtweiber“. Ganz verschwunden ist dieser Blick auf die Welt auch hier nicht. "Bruno – Der junge Kreisky“ ist immer wieder überraschend komisch. Die Pointen entstehen nicht aus einer Karikatur Kreiskys, sondern aus Situationen und Dialogen – etwa wenn der junge Politiker im Gefängnis Zahnschmerzen vortäuscht, um eine Nachricht heimlich weiterzugeben. Tragisches und Komisches liegen dabei dicht beieinander. Das bewahrt den historischen Stoff vor einer allzu feierlichen Schwere und gibt ihm einen erstaunlich lockeren, gegenwärtigen Rhythmus.

Diesen Ton bestimmt vor allem Nils Arztmann. Er spielt Kreisky nicht als Miniaturausgabe des späteren Staatsmannes, sondern als jungen Mann mit jungenhaftem Charme, impulsiv, ehrgeizig und politisch bereits ungewöhnlich klar. Interessant ist dabei gerade der Widerspruch zwischen seiner Herkunft und seinem politischen Ziel. Dieser Bürgersohn muss sich seinen Platz in der Arbeiterbewegung erst erarbeiten. Dass man ihm dabei bereitwillig folgt, liegt wesentlich an Arztmann.

Der Film beginnt in der Haft und blickt von dort in Rückblenden auf Kreiskys bisherigen Weg zurück, bevor er im letzten Drittel in eine lineare Erzählung übergeht. Die Konstruktion fügt sich insgesamt schlüssig zusammen. Der Justizpalastbrand von 1927, den Kreisky selbst später als prägendes Erlebnis bezeichnete, bleibt allerdings weniger wichtig, als man angesichts seiner Bedeutung für seine Politisierung erwarten könnte. Interessanter sind die Gefängnisszenen, in denen Kreisky seine Zelle mit einem Kommunisten und einem Nationalsozialisten teilt. Trotz völlig gegensätzlicher Weltbilder müssen die drei miteinander auskommen. Dass darin auch ein vorsichtiger Seitenblick auf die politische Gegenwart steckt, ist kaum zu übersehen.

Fakten, Fiktion und Frauen

Je näher der Film Kreiskys Privatleben rückt, desto freier geht er mit der historischen Überlieferung um. Aus dem jungen Politiker wird ein Womanizer, dessen Bekanntschaften sich auf Adele, Sissi (Soi Schüssler) und die Haushälterin Mitzi (Victoria Hauer) verteilen. Die Frauenfiguren sind dabei zumindest teilweise filmische Konstruktionen; Adele, Geliebte, politische Gesprächspartnerin und Korrektiv zugleich, ist vollständig erfunden. Als dramaturgische Verdichtung lässt sich das nachvollziehen, zugleich entsteht daraus eine interessante Spannung zum Anspruch des Films auf historische Genauigkeit.

Das tut dem Unterhaltungswert allerdings kaum Abbruch. "Bruno – Der junge Kreisky“ erzählt die Anfänge eines Politikers nicht als trockene Geschichtsstunde, sondern mit Tempo, Humor und einem Hauptdarsteller, der Kreisky als jungen Rebellen überraschend nahbar macht. Wer sich für die politische Geschichte Österreichs interessiert und gegen eine ordentliche Portion Schmäh nichts einzuwenden hat, bekommt hier ein ebenso zugängliches wie ungewöhnliches Biopic.

Fazit: "Bruno – Der junge Kreisky“, der neue Film von Harald Sicheritz ("Hinterholz 8“, "Vorstadtweiber“), erzählt nicht vom großen Staatsmann, sondern von dessen politischer Frühphase. Statt eines Denkmals gibt es einen humorvollen, modern erzählten Blick auf den jungen Aktivisten – und einen überzeugenden Nils Arztmann.




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Besetzung & Crew von "Bruno - Der junge Kreisky"

Land: Österreich
Jahr: 2026
Genre: Historie
Originaltitel: Bruno: Der junge Kreisky
Kinostart: 01.10.2026
Darsteller: Michael Walde-Berger, Alexander Bruckner, Lucas Englander, Theresa Martini, Maya Unger
Verleih: Alamode Film

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