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Nur ein kleines bisschen Glück (2026)
La bonne étoile
Französische Tragikomödie über einen Kriegsdeserteur, der sich als Held stilisiert und vorgibt, ein französischer Jude zu sein.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Frankreich 1940: Jean Chevalin (Benoît Poelvoorde) ist erst seit kurzem in der französischen Armee und stellt schnell fest, dass er für den Krieg nicht gemacht ist. Er flüchtet zu seiner Frau Paulette (Audrey Lamy) und Sohn Marcel (Louis Douce Lagorce) nach Nordfrankreich, das von den Nazis besetzt ist. Am liebsten würde er mit den beiden in den unbesetzten Süden flüchten, die Frage ist nur: Wie soll das gelingen? Schließlich droht Deserteuren die Todesstrafe oder lebenslange Zwangsarbeit, mindestens aber ein jahrelanger Gefängnisaufenthalt. Da kommt dem blauäugigen Jean die Idee, sich, seine Frau und seinen Sohn als Juden auszugeben. Doch es ist alles andere als leicht, die Fassade aufrechtzuerhalten.
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Filmkritik
Die absurde Prämisse funktioniert
Was als vermeintlich einfacher Plan beginnt, um in die "Freie Zone“ zu gelangen, entwickelt sich für Jean und seine Familie schnell zu einer Reise, auf der schräge Zufälle, Irrtümer und brenzlige Situationen an der Tagesordnung sind. Der Protagonist gibt sich während des Zweiten Weltkriegs ausgerechnet als jüdischer Widerstandskämpfer aus, um das Leben seiner Familie zu retten. Diese eigentlich völlig hanebüchene Grundidee ist der Aufhänger der Geschichte und dient als Basis für die humoristische Umsetzung – die meist richtig gut funktioniert.
Pointiert und augenzwinkernd spielt Regisseur Pascal Elbé, der eine Nebenrolle als jüdischer Flüchtling einnimmt, mit gängigen Ressentiments. Diese entstehen deshalb, da der egoistische Jean lediglich über gefährliches Halbwissen verfügt und eigentlich gar keine Ahnung davon hat, was das Judentum ist. Der ironische, fast zynische Tonfall zeigt sich beispielhaft bereits in jener Szene, in der sich die Familie die Ausweispapiere ausstellen lässt. Jean wählt einen Namen, der "eindeutig und traditionell jüdisch“ klingt. Dasselbe bei der Berufswahl, an der sich Jeans vorurteilsbehaftete Denke zeigt – und das Klischee vom gebildeten, wohlhabenden Juden bemüht, der mit Finanz- und Wirtschaftsthemen bestens vertraut ist ("Geldjude“).
Vom Zyniker zum Menschenfreund
Das krampfhafte Überspielen und Aneignen bislang unbekannter Verhaltensweisen und (jüdischer) Riten führt zu vielen heiteren Missverständnissen und wahrlich amüsanten Momenten. Das Ziel lautet: vor Nachbarn, anderen Widerständlern und Fluchthelfern nicht aufzufliegen. Gelungen ist außerdem die Wandlung und Läuterung der Hauptfigur. Der charismatische belgische Charaktermime Poelvoorde erweist sich als Idealbesetzung für eine heillos naive, tölpelhafte Figur, die erst spät in einen ethisch-moralischen Konflikt gerät. Jean wird vom engstirnigen, eigenbrötlerischen Opportunisten und Zyniker zum liebenswerten, zugewandt-empathischen Kämpfer für Zivilcourage und Mitmenschlichkeit.
Besondere Erwähnung verdient ferner die mutige Entscheidung Elbés, ganz zum Schluss mit einem traumhaft-poetischen, surrealen Einschub zu überraschen. Die einzige nennenswerte Schwäche des Films: Bisweilen verliert er sich in verzichtbaren Nebenhandlungen, darunter der Subplot um Sam Goldstein (Elbé), der zu Jeans engem Vertrauten wird. Zudem schneidet der Regisseur die Hintergrundgeschichten, Beweggründe und Charakterzüge einiger Nebencharaktere meist nur kurz an, weshalb nie eine wirkliche Nähe zu diesen entsteht.
Fazit: Gelungene, kluge Komödie mit humorvollen Spitzen und schwarzhumorigen Elementen, die nicht auf nachdenkliche, beklemmende Szenen verzichtet. Der Film spielt selbstbewusst und stimmig mit antisemitischen Stereotypen und den Vorbehalten einer engstirnigen, unaufgeklärten Gesellschaft.
Was als vermeintlich einfacher Plan beginnt, um in die "Freie Zone“ zu gelangen, entwickelt sich für Jean und seine Familie schnell zu einer Reise, auf der schräge Zufälle, Irrtümer und brenzlige Situationen an der Tagesordnung sind. Der Protagonist gibt sich während des Zweiten Weltkriegs ausgerechnet als jüdischer Widerstandskämpfer aus, um das Leben seiner Familie zu retten. Diese eigentlich völlig hanebüchene Grundidee ist der Aufhänger der Geschichte und dient als Basis für die humoristische Umsetzung – die meist richtig gut funktioniert.
Pointiert und augenzwinkernd spielt Regisseur Pascal Elbé, der eine Nebenrolle als jüdischer Flüchtling einnimmt, mit gängigen Ressentiments. Diese entstehen deshalb, da der egoistische Jean lediglich über gefährliches Halbwissen verfügt und eigentlich gar keine Ahnung davon hat, was das Judentum ist. Der ironische, fast zynische Tonfall zeigt sich beispielhaft bereits in jener Szene, in der sich die Familie die Ausweispapiere ausstellen lässt. Jean wählt einen Namen, der "eindeutig und traditionell jüdisch“ klingt. Dasselbe bei der Berufswahl, an der sich Jeans vorurteilsbehaftete Denke zeigt – und das Klischee vom gebildeten, wohlhabenden Juden bemüht, der mit Finanz- und Wirtschaftsthemen bestens vertraut ist ("Geldjude“).
Vom Zyniker zum Menschenfreund
Das krampfhafte Überspielen und Aneignen bislang unbekannter Verhaltensweisen und (jüdischer) Riten führt zu vielen heiteren Missverständnissen und wahrlich amüsanten Momenten. Das Ziel lautet: vor Nachbarn, anderen Widerständlern und Fluchthelfern nicht aufzufliegen. Gelungen ist außerdem die Wandlung und Läuterung der Hauptfigur. Der charismatische belgische Charaktermime Poelvoorde erweist sich als Idealbesetzung für eine heillos naive, tölpelhafte Figur, die erst spät in einen ethisch-moralischen Konflikt gerät. Jean wird vom engstirnigen, eigenbrötlerischen Opportunisten und Zyniker zum liebenswerten, zugewandt-empathischen Kämpfer für Zivilcourage und Mitmenschlichkeit.
Besondere Erwähnung verdient ferner die mutige Entscheidung Elbés, ganz zum Schluss mit einem traumhaft-poetischen, surrealen Einschub zu überraschen. Die einzige nennenswerte Schwäche des Films: Bisweilen verliert er sich in verzichtbaren Nebenhandlungen, darunter der Subplot um Sam Goldstein (Elbé), der zu Jeans engem Vertrauten wird. Zudem schneidet der Regisseur die Hintergrundgeschichten, Beweggründe und Charakterzüge einiger Nebencharaktere meist nur kurz an, weshalb nie eine wirkliche Nähe zu diesen entsteht.
Fazit: Gelungene, kluge Komödie mit humorvollen Spitzen und schwarzhumorigen Elementen, die nicht auf nachdenkliche, beklemmende Szenen verzichtet. Der Film spielt selbstbewusst und stimmig mit antisemitischen Stereotypen und den Vorbehalten einer engstirnigen, unaufgeklärten Gesellschaft.
Björn Schneider
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Besetzung & Crew von "Nur ein kleines bisschen Glück"
Land: FrankreichWeitere Titel: Lucky Star
Jahr: 2026
Genre: Drama, Komödie, Kriegsfilm
Originaltitel: La bonne étoile
Länge: 100 Minuten
Kinostart: 10.09.2026
Darsteller: Benoît Poelvoorde, Audrey Lamy, Pascal Elbé, Zabou Breitman, Pierre Poirot
Verleih: Lighthouse Home Entertainment







