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Vaterland (2026)

Fatherland

Schwarz-Weißes Arthouse-Drama über den Schriftsteller Thomas Mann und seine Tochter Erika, die 1949 gemeinsam Nachkriegsdeutschland besuchten.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.0 / 5

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Sommer 1949: Literaturnobelpreisträger Thomas Mann (Hanns Zischler) kehrt nach 16 Jahren im Exil erstmals wieder in seine deutsche Heimat zurück. Seine Reise führt ihn durch das komplett zerstörte Nachkriegsdeutschland – von Frankfurt am Main über München bis ins sowjetisch besetzte Weimar. An seiner Seite ist Tochter Erika (Sandra Hüller). Mann wurde zum Goethe-Jubiläum in das besetzte Land geladen, da man sich auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze Worte der Hoffnung, der Zuversicht und der Vergebung vom größten deutschen Literaten wünscht. Für ihn wird die Reise zu einer Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit. Und auch für Erika entwickelt sich der Trip zu einer emotional herausfordernden Erfahrung.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse5 / 5

Kunstkino-Drama mit Doku-Touch

Der polnische Filmemacher Paweł Aleksander Pawlikowski ist bekannt für seine anspruchsvollen, tiefgründigen Arbeiten. Schon in den mit etlichen internationalen Preisen ausgezeichneten, vielschichtigen Kritikerlieblingen "Ida“ und "Cold War“ befasste sich der 68-Jährige mit komplexen Themen wie Schuld, Identität, die Last der Vergangenheit und Traumata. In "Vaterland“ behandelt er ganz ähnliche Inhalte und Fragestellungen. Wie seine beiden vorherigen Filme realisierte er "Vaterland“ im beinahe quadratischen, historischen Academy Format (1.37:1) und in Schwarz-Weiß.

Allein dadurch erfährt Pawlikowskis akkurat beobachteter, achter Spielfilm einen dokumentarisch angehauchten Arthouse-Touch. Dasselbe gilt für die Dramaturgie, die Handlung und die bereits erwähnten, verhandelten Sujets. Simpel und allzu zugänglich geht in keiner der Filme Pawlikowskis gestrickt, der lediglich 80 Minuten lange "Vaterland“ bildet da keine Ausnahme. Schließlich schwebt über dem gesamten Film, vor allem in Sachen Ästhetik und Tonalität, eine Aura der Trostlosigkeit und Schwermut – die den Figuren ins Gesicht geschrieben steht.

Der gebrochene Dichterfürst

Der renommierte Charaktermime Zischler (Gewinner des Heinrich-Mann-Preises und Träger des Bundesverdienstkreuzes) brilliert als innerlich gebrochener Jahrhundertautor. Seine innere Unsicherheit und Trauer kommen durch Zischlers großartige mimische Darstellung und physische Präsenz deutlich zum Ausdruck. Mann war zum Zeitpunkt der Reise eine gebrochene Person. Entwurzelt und seiner Heimat beraubt, hatte der Verlust vieler Freunde und Weggefährten im Exil tiefe seelische Wunden und Spuren hinterlassen. Hinzu kam der Suizid seines Sohnes Klaus Mann, der sich wenige Wochen vor der Deutschlandreise das Leben genommen hatte.

Subtil ist dieses tragische Ereignis mit all seinen emotionalen Folgen in vielen Situationen und Momenten präsent - und verleiht dem Film eine beklemmende Schwere. Zischler in nichts nach steht die phantastische Sandra Hüller als Erika Mann. Die Schauspielerin verleiht Manns ältester Tochter durch ihr dringliches, entwaffnend ehrliches Spiel eine ungeheure Nahbarkeit und Fragilität. Sie versucht den Ruf ihres übermächtigen Vaters in der zerstörten Heimat zu retten, während sie gleichzeitig gegen die eigene Zerstreuung, Trauer und innere Dämonen ankämpft.

Fazit: Intellektuell herausforderndes, atmosphärisch dichtes und herausragend gespieltes Arthouse-Drama über verdrängte Traumata, Heimatlosigkeit und Selbstaufgabe.




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Besetzung & Crew von "Vaterland"

Land: Polen, Deutschland, Italien, Frankreich
Jahr: 2026
Genre: Drama, Biografie
Originaltitel: Fatherland
Länge: 82 Minuten
Kinostart: 03.09.2026
Darsteller: Sandra Hüller, Hanns Zischler, August Diehl, Devid Striesow, Anna Madeley
Verleih: Neue Visionen

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