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Bärenjagen (2026)

Komödie über einen Aufruf zur Bärenjagd in der hessischen Provinz des Jahres 1834.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
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Im Großherzogtum Hessen des Jahres 1834 druckt Heinrich (David Scheid) heimlich das revolutionäre Pamphlet mit dem Titel "Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“ Rudolf (Bernhard Schütz), der Major des Landesgendarmerie, gerät unter Druck, weil sich die Unzufriedenheit im Volk in ersten Gewalttaten entlädt. Um die Leute abzulenken, lässt er einen Zeitungsaufruf drucken: Der letzte deutsche Bär soll in der Gegend einen Menschen getötet haben. Wer das Tier erlegt, bekommt 5000 Gulden.

Heinrichs Geliebte Minna (Aenne Schwarz) bedrängt ihn, bei der Jagd mitzumachen, damit sie beide nach Amerika ziehen können. Heinrich und sein Bruder Gustav (Christopher Schärf), der mit Minna verheiratet ist, schnappen sich Gewehre und gehen in den Wald. Der junge Jakob (Hannes Linder) lässt sich von seiner Mutter Agnes (Pheline Roggan) nicht daran hindern, mitzumachen. Der Major wiederum möchte unbedingt Agnes zurückgewinnen, die aber mit Heinrich zusammenlebt. Im Wald fallen die ersten Schüsse…

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"Bärenjagen“: Posse in historischem Gewand

Was geschah 1834 im Großherzogtum Hessen? Georg Büchners "Hessischer Landbote“ rief die ausgebeutete Landbevölkerung zur Revolution auf, der Dichter wurde steckbrieflich gesucht und musste fliehen. Um Büchner aber geht es in der munteren Posse "Bärenjagen“ bis auf wenige Anspielungen nicht, sondern um einen kuriosen Zeitungsaufruf zur Jagd auf das titelgebende Tier. Wie könnte sich diese abgespielt haben? Die Charaktere im zweiten Langfilm des Regisseurs und Drehbuchautors Peter Meister ("Das schwarze Quadrat“) wundern sich zwar, dass es in der Gegend noch einen Bären geben soll, aber wenn es in der Zeitung steht und eine Belohnung winkt…

Ins Gebüsch geschossen

So wie sie gekleidet sind, gehören die Figuren ganz klar der Vergangenheit an. Aber viele ihrer Sehnsüchte, Ängste und Konflikte sind doch zeitlos menschlicher Natur. Man geht fremd, schwadroniert, spielt seine Macht aus, mogelt sich durch, hofft auf Reichtum, wünscht sich oder den Nächsten weit fort. Der Major steigt unermüdlich Agnes nach, Minna gibt sich dem Drogenrausch hin und träumt davon, die Schauspielkunst – "Goethe hat mir die Hand geküsst“ – in Amerika wieder aufzunehmen.

Heinrich mag im Wald die selbstverliebten Überlegungen seines Bruders nicht länger anhören, aber da schießt dieser auch schon ins Gebüsch und trifft. Die Ereignisse überstürzen sich, Agnes bringt zwei Räuber, die sie vergewaltigen wollen, zur Strecke und schießt dann noch einmal. Die Gendarmen merken anhand der wachsenden Zahl der Opfer, dass die Idee mit der Bärenjagd gar nicht so schlau war.

Bühnenreife Comedy

Für vergnügliche Heiterkeit sorgt die Musik, indem sie aus heutiger, ironischer Warte auf das Treiben blickt. Da hört man beispielsweise einen Chor Lieder von anno dazumal anstimmen, aber weder wehmütig noch lieblich, sondern im fröhlichen Stakkato hingetupft. Wie beherzt und tollpatschig die Charaktere durch den Wald irren, hätte auch auf eine Theaterbühne gepasst. Man kann sich der Fantasie hingeben, dass die Darsteller und Darstellerinnen zwischen Bäumen aus Pappe unter dem Gelächter des Publikums Regieanweisungen wie "Abgang Agnes“, "Auftritt Gustav“ ausführen.

Viele witzige Dialogzeilen bereiten Comedy-Vergnügen, indem sie Details, individuelle Befindlichkeiten auf die Schippe nehmen. Die schwungvolle Stimmung aber nutzt sich ab, während es neue Missgeschicke und spontane Wendungen gibt. Haben die Leute, die ja in schwerer Zeit leben sollen, eigentlich nichts anderes zu tun, als tagelang in der Natur zu spazieren? Für die historische Epoche interessiert sich der Klamauk dann doch enttäuschend wenig.

Fazit: Der Regisseur und Drehbuchautor Peter Meister malt in dieser vergnüglichen Posse aus, wie eine von der Obrigkeit im Jahr 1834 veranlasste Bärenjagd abgelaufen sein könnte. In historischen Kostümen stapfen bewaffnete Menschen in den Wald, nehmen ihre Wünsche, Nöte, Konflikte mit und erschießen sich gegenseitig. Mit pfiffiger Leichtigkeit orchestriert die Musik das Geschehen, das sich aber zunehmend mit Klamauk begnügt.




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Zum Video: Bärenjagen

Besetzung & Crew von "Bärenjagen"

Land: Deutschland
Jahr: 2026
Genre: Tragikomödie
Länge: 94 Minuten
Regie: Peter Meister
Darsteller: David Scheid, Bernhard Schütz, Aenne Schwarz, Pheline Roggan, Christopher Schärf
Verleih: Port au Prince Pictures GmbH

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