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Pick me Girls (2026)

Theater trifft Kino: Sophie Passmann bringt ihren Bestseller "Pick Me Girls" als Soloabend auf die Bühne – und nun als Aufzeichnung ins Kino.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Allein auf der Bühne des Berliner Ensembles verbindet Sophie Passmann Stand-up, Lecture Performance und autobiografisches Erzählen zu einem ebenso persönlichen wie analytischen Abend. Ausgangspunkt ist das Phänomen der "Pick Me Girls“ – Frauen, die sich demonstrativ von anderen Frauen abgrenzen, um männliche Anerkennung zu gewinnen. Passmann nähert sich dem Thema über eigene Erfahrungen, popkulturelle Beobachtungen und feministische Theorie. Die Inszenierung von Christina Tscharyiski setzt dabei auf eine bewusst künstliche Popästhetik, die Selbstinszenierung nicht nur zeigt, sondern zugleich reflektiert. Für die Kinofassung folgt die Kamera Passmann zunächst hinter die Bühne und überträgt anschließend die Aufführung in einer Mischung aus Nähe und Distanz auf die Leinwand.

Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

"Pick Me Girls": Zwischen Selbstinszenierung und Selbstbefragung

Mit "Pick Me Girls" gelingt Sophie Passmann die seltene Verbindung aus Unterhaltung, Analyse und persönlichem Bekenntnis. Was als pointierter Bühnenabend beginnt, entfaltet schnell eine größere inhaltliche Tiefe: Im Zentrum steht die Frage, warum Frauen so häufig lernen, sich durch den Blick anderer – insbesondere durch den Male Gaze – zu definieren.

Passmann zerlegt dieses Muster mit großer Präzision. Ihre Stärke liegt dabei weniger in originell neuen Thesen als in der Art, wie sie komplexe feministische Zusammenhänge in alltagsnahe Beobachtungen übersetzt. Die Pointen sitzen, wirken jedoch nie bloß kalkuliert auf Lacher hin. Fast jeder Witz trägt eine zweite Ebene in sich, die das Publikum zugleich unterhält und irritiert.

Besonders überzeugend ist der Abend dort, wo er ins Persönliche kippt. Wenn Passmann darüber nachdenkt, welche Version ihrer selbst hätte entstehen können, wäre sie nicht so lange männlichen Erwartungen gefolgt, gewinnt die Performance eine existenzielle Dimension. In diesen Momenten verbindet sich Selbstironie mit ernsthafter Selbstbefragung – eine Mischung, die zu den stärksten Qualitäten ihrer Arbeit zählt.

Die Kinoaufzeichnung von Maximilian Duwe findet dafür eine stimmige Form. Statt die Aufführung lediglich zu dokumentieren, nutzt sie gezielt filmische Mittel, ohne den Theatercharakter aufzugeben. Nahaufnahmen intensivieren Passmanns Präsenz, während Totalen den Bühnenraum und die Reaktionen des Publikums bewusst sichtbar halten. Gerade diese Balance verhindert, dass die Inszenierung im Medium Film an Energie verliert.

Allerdings zeigt sich auch, dass die essayistische Struktur nicht durchgehend trägt. Einige Argumentationsschleifen wirken vertraut, manche Pointen erinnern an Passmanns Kolumnen oder Podcast-Auftritte. Hier entsteht stellenweise ein Gefühl von Wiederholung, das den Abend minimal ausbremst.

Dennoch überwiegt der Eindruck einer souveränen und klug konstruierten Performance. Die knapp achtzig Minuten vergehen zügig, getragen von Passmanns Bühnenpräsenz und ihrem sicheren Gespür für Rhythmus und Zuspitzung.

Darüber hinaus besitzt "Pick Me Girls" eine interessante kulturpolitische Dimension. Die Kinoauswertung zeigt, welches Potenzial in der Übertragung zeitgenössischer Theaterproduktionen liegt. Während Formate wie National Theatre Live oder Opernübertragungen längst etabliert sind, markiert dieser Ansatz für den deutschsprachigen Raum einen bemerkenswerten Schritt – hin zu einer breiteren Zugänglichkeit jenseits der großen Theatermetropolen.

Fazit: "Pick Me Girls" ist ein unterhaltsamer, analytisch präziser und immer wieder persönlicher Theaterabend, der auch im Kino seine Wirkung entfaltet. Die Inszenierung verbindet Popästhetik mit feministischer Reflexion, ohne an Schärfe zu verlieren, und funktioniert zugleich als überzeugendes Beispiel für neue Formen kultureller Auswertung.




Besetzung & Crew von "Pick me Girls"

Land: Deutschland
Jahr: 2026
Genre: Theater
Länge: 80 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 24.06.2026
Darsteller: Sophie Passmann
Verleih: LUF Kino GmbH



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