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The Activist (2025)
Ein queerer Politthriller aus Litauen: In “The Activist” infiltriert ein junger Mann eine Neonazi-Gruppe, um den Mord an seinem Partner aufzuklären.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben bislang 0 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Andrius (Robertas Petraitis) arbeitet in einer Druckerei in Kaunas und lebt mit dem charismatischen Menschenrechtsaktivisten Deividas (Elvinas Juodkazis) zusammen. Während Deividas den ersten LGBTQ-Pride der Stadt mitorganisiert und öffentlich für Sichtbarkeit kämpft, bleibt Andrius lieber im Hintergrund. Nach einem Streit verlässt er die gemeinsame Wohnung. Als er zurückkehrt, findet er Deividas ermordet vor. Da die Ermittlungen der Polizei nur schleppend vorankommen und die Behörden dem bevorstehenden Pride-Marsch zunehmend Steine in den Weg legen, beginnt Andrius auf eigene Faust nach dem Täter zu suchen. Unter falscher Identität schleust er sich in eine neonazistische Gruppierung ein, die immer wieder gegen die LGBTQ-Community hetzt.
Seine Nachforschungen führen ihn nicht nur tief in die Strukturen der extremen Rechten, sondern auch in die internen Konflikte von "Rainbow Kaunas“, jener Organisation, die Deividas leitete. Je weiter Andrius gräbt, desto mehr Widersprüche, persönliche Eitelkeiten und verborgene Motive treten zutage – und die Suche nach dem Mörder wird zunehmend zu einer Reise durch ein Geflecht aus politischen Spannungen, persönlichen Verletzungen und gesellschaftlichen Abgründen.
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Filmkritik
“The Activist”: Ambitionierter Politthriller mit verschenktem Potenzial
Mit “The Activist” versucht Regisseur Romas Zabarauskas, queeren Politthriller, Whodunit und Neo-Noir-Elemente miteinander zu verbinden. Die Ausgangsidee ist dabei ausgesprochen vielversprechend: Eine persönliche Rachegeschichte wird mit der gesellschaftlichen Situation sexueller Minderheiten im heutigen Litauen verknüpft.
Doch der Film schöpft dieses Potenzial nur unzureichend aus. Das zentrale Problem liegt im Krimiplot selbst. Die Auflösung ist früh vorhersehbar, wodurch der Spannungsbogen erheblich an Kraft verliert. Statt einer packenden Mördersuche entwickelt sich die Handlung zunehmend zu einer konstruierten Abfolge von Begegnungen und Wendungen, die selten organisch wirken. Figuren treten auf, erfüllen eine funktionale Aufgabe und verschwinden wieder, ohne nachhaltige Spuren zu hinterlassen.
Auch die Figurenentwicklung bleibt häufig unbefriedigend. Besonders deutlich wird dies an der Figur Laima (Tekle Baroti), deren abrupte Kehrtwende aufgrund persönlicher Kränkungen weder vorbereitet noch psychologisch plausibel erscheint. Solche Brüche wirken weniger wie nachvollziehbare Entwicklungen als vielmehr wie dramaturgische Notlösungen, um die Handlung voranzutreiben.
Dabei hätte gerade die politische Dimension dem Film zusätzliche Tiefe verleihen können. Zwar thematisiert Zabarauskas die Bedrohung queerer Menschen durch rechtsextreme Gruppen und verweist auf gesellschaftliche Spannungen in Litauen. Doch diese Aspekte bleiben meist skizzenhaft. Weder die strukturellen Hintergründe des Rechtsrucks noch die konkreten Herausforderungen der LGBTQ-Community werden ausreichend ausgearbeitet. Für einen Film, der sich erkennbar als politisches Statement versteht, bleibt das erstaunlich oberflächlich.
Hinzu kommt eine insgesamt schematische Figurenzeichnung. Die Neonazis erscheinen weitgehend als eindimensionale Schreckbilder, während die NGO-Mitglieder zwischen idealisierten Aktivisten und karikaturhaften Intriganten schwanken. Komplexität wird behauptet, aber selten tatsächlich eingelöst.
Schauspielerisch setzt vor allem Robertas Petraitis Akzente. Er verleiht Andrius eine glaubwürdige Mischung aus Trauer, Schuld und Verzweiflung und trägt den Film über weite Strecken. Gerade in den ruhigeren Momenten gelingt es ihm, die innere Zerrissenheit seiner Figur spürbar zu machen. Das übrige Ensemble bleibt hingegen oft hölzern, viele Dialoge wirken eher aufgesagt als gespielt.
Auch formal überzeugt “The Activist” nur teilweise. Die düstere Noir-Ästhetik und einige atmosphärische Nachtaufnahmen von Kaunas erzeugen zwar punktuell Stimmung. Insgesamt bleibt die Inszenierung jedoch funktional und entwickelt selten die visuelle Kraft, die notwendig wäre, um den politischen und emotionalen Konflikten zusätzliche Dimensionen zu verleihen.
So bleibt am Ende ein Film, der auf einer starken Idee basiert, diese aber nur unzureichend ausarbeitet. Zwischen Thriller, politischem Drama und Charakterstudie findet “The Activist” keine überzeugende Balance und verliert sich in konstruierten Wendungen und oberflächlicher Analyse.
Fazit: “The Activist” verbindet queeren Politthriller und Gesellschaftskritik auf dem Papier äußerst reizvoll, scheitert jedoch an einem vorhersehbaren Plot, schwach motivierten Figuren und einer zu oberflächlichen politischen Durchdringung. Lediglich Hauptdarsteller Robertas Petraitis überzeugt . Eine gute Idee, die filmisch kaum eingelöst wird.
Mit “The Activist” versucht Regisseur Romas Zabarauskas, queeren Politthriller, Whodunit und Neo-Noir-Elemente miteinander zu verbinden. Die Ausgangsidee ist dabei ausgesprochen vielversprechend: Eine persönliche Rachegeschichte wird mit der gesellschaftlichen Situation sexueller Minderheiten im heutigen Litauen verknüpft.
Doch der Film schöpft dieses Potenzial nur unzureichend aus. Das zentrale Problem liegt im Krimiplot selbst. Die Auflösung ist früh vorhersehbar, wodurch der Spannungsbogen erheblich an Kraft verliert. Statt einer packenden Mördersuche entwickelt sich die Handlung zunehmend zu einer konstruierten Abfolge von Begegnungen und Wendungen, die selten organisch wirken. Figuren treten auf, erfüllen eine funktionale Aufgabe und verschwinden wieder, ohne nachhaltige Spuren zu hinterlassen.
Auch die Figurenentwicklung bleibt häufig unbefriedigend. Besonders deutlich wird dies an der Figur Laima (Tekle Baroti), deren abrupte Kehrtwende aufgrund persönlicher Kränkungen weder vorbereitet noch psychologisch plausibel erscheint. Solche Brüche wirken weniger wie nachvollziehbare Entwicklungen als vielmehr wie dramaturgische Notlösungen, um die Handlung voranzutreiben.
Dabei hätte gerade die politische Dimension dem Film zusätzliche Tiefe verleihen können. Zwar thematisiert Zabarauskas die Bedrohung queerer Menschen durch rechtsextreme Gruppen und verweist auf gesellschaftliche Spannungen in Litauen. Doch diese Aspekte bleiben meist skizzenhaft. Weder die strukturellen Hintergründe des Rechtsrucks noch die konkreten Herausforderungen der LGBTQ-Community werden ausreichend ausgearbeitet. Für einen Film, der sich erkennbar als politisches Statement versteht, bleibt das erstaunlich oberflächlich.
Hinzu kommt eine insgesamt schematische Figurenzeichnung. Die Neonazis erscheinen weitgehend als eindimensionale Schreckbilder, während die NGO-Mitglieder zwischen idealisierten Aktivisten und karikaturhaften Intriganten schwanken. Komplexität wird behauptet, aber selten tatsächlich eingelöst.
Schauspielerisch setzt vor allem Robertas Petraitis Akzente. Er verleiht Andrius eine glaubwürdige Mischung aus Trauer, Schuld und Verzweiflung und trägt den Film über weite Strecken. Gerade in den ruhigeren Momenten gelingt es ihm, die innere Zerrissenheit seiner Figur spürbar zu machen. Das übrige Ensemble bleibt hingegen oft hölzern, viele Dialoge wirken eher aufgesagt als gespielt.
Auch formal überzeugt “The Activist” nur teilweise. Die düstere Noir-Ästhetik und einige atmosphärische Nachtaufnahmen von Kaunas erzeugen zwar punktuell Stimmung. Insgesamt bleibt die Inszenierung jedoch funktional und entwickelt selten die visuelle Kraft, die notwendig wäre, um den politischen und emotionalen Konflikten zusätzliche Dimensionen zu verleihen.
So bleibt am Ende ein Film, der auf einer starken Idee basiert, diese aber nur unzureichend ausarbeitet. Zwischen Thriller, politischem Drama und Charakterstudie findet “The Activist” keine überzeugende Balance und verliert sich in konstruierten Wendungen und oberflächlicher Analyse.
Fazit: “The Activist” verbindet queeren Politthriller und Gesellschaftskritik auf dem Papier äußerst reizvoll, scheitert jedoch an einem vorhersehbaren Plot, schwach motivierten Figuren und einer zu oberflächlichen politischen Durchdringung. Lediglich Hauptdarsteller Robertas Petraitis überzeugt . Eine gute Idee, die filmisch kaum eingelöst wird.
Markus Solty
Besetzung & Crew von "The Activist"
Land: LitauenJahr: 2025
Genre: Thriller
Länge: 94 Minuten
Kinostart: 24.06.2026
Darsteller: Robertas Petraitis, Gumuliauskas Vaclovas, Simas Kuliesius, Tekle Baroti, Elvinas Juodkazis
Verleih: Cinemien





