oder

Dastaar (2026)

Charles Bronsons indische ErbenKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 2 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


In den 1980er-Jahren beginnt Harnek Singh (Tarsem Jassar) gemeinsam mit seiner Familie ein neues Leben in Großbritannien. Doch statt der erhofften Zukunft begegnen ihm Ausgrenzung, Rassismus und gesellschaftliche Spannungen. Als ein brutaler rassistisch motivierter Angriff einen seiner engsten Angehörigen das Leben kostet, verändert sich Harneks Leben grundlegend. Anstatt sich von Trauer und Angst bestimmen zu lassen, beschließt er, für seine Gemeinschaft einzustehen. Schritt für Schritt wächst er vom bescheidenen Einwanderer zu einer wichtigen Stimme der Sikh-Gemeinschaft heran. In seinem Kampf für Zusammenhalt, Würde und gegenseitigen Respekt greift er zunehmend zu härteren Methoden.

Hier streamen


Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse2 / 5

In Amar Hundals Actiondrama stellt das Tragen eines Turbans das Sinnbild für Identität, Tradition, Mut und Verbundenheit zur Heimat dar. “Dastaar” bedeutet Turban, den sich der Protagonist Harnek Sigh im englischen Exil nicht verbieten lassen will. In seiner Heimat war es sein Bruder, der sich mit seiner Gruppe vom korrupten Polizeiapparat nichts gefallen lassen wollte. Der gesetztestreue, für Gewaltlosigkeit einstehende Vater (Yograj Singh) zeigte Verständnis für die Verfolgung der als Terroristen abgestempelten Gruppe und verstieß den Sohn. Das Motiv der Elterntreue und des Generationskonflikts gehört zum Kanon des Hindi-/Punjabi-Kinos. Hier wird es erneut mit sentimentalen Klängen unterlegt breit ausgespielt. Der Konflikt setzt sich fort, als Harnek ebenfalls in Visier der gnadenlosen Behörden gerät, da er dem vom Vater abgewiesenen Bruder Verpflegung bringt. Daraufhin wird er von dem brutalen Polizeichef festgenommen und gefoltert. Dem Vater presst der gewissenlose Beamte eine hohe Summe und das Grundstück ab, um Harnek freizugeben.

Als die Familie daraufhin nach England emigriert, gerät man von Regen in die Traufe. Grimmige Hooligans haben es sofort auf die Einwanderer abgesehen: Inder hätten über Jahrzehnte hinweg Slavendienste eingenommen und sollten es weiterhin bleiben, anstatt eigene Lokale zu eröffnen. Ihre stets verzerrten Gesichtszüge drücken sofort Verachtung, Spott und Hass aus. Als Titelmotiv hat es der rassistische Pulk auf den Turban als Zeichen der Intigrität abgesehen.

Wo man es in John Hustons “Fahrkarte nach Marseille” (1944) noch als verwirrenden Sakrileg ansah, eine Rückblende innerhalb einer Rückblende anzusetzen, ist dieses Erzählmittel heute gang und gäbe. So beginnt “Dastaar” mit einem Interview der TV-Moderatorin Kelly zur Karriere des Unternehmers Harnek Sigh und seines Clans. Vom harten Leben der Sikh-Gemeinschaft in Punjab 1984 springt man schnell zur bleihaltigen Konfrontation mit den kriminellen britischen Tommies, deren Anführer idealerweise auch Tommy (Jason Lambert) heißt. Amar Hundal zeigt sich bei diesem ersten Shoot-Out mit steten Drohnenaufnahmen, stilisierten Bildern, stampfenden Beats und Zeitlupen-Einsatz in “Peaky Blinders”-Manier als kompetenter Actionregisseur, der seinen John Woo bestens studiert hat.

Selbstjustiz als letzter Ausweg


Obwohl es sich bei Tarsem Jassar um einen profilierten Sänger und Songwriter handelt, erklingen die Lieder durchweg aus dem Off. Häufig akzentuieren sie romantische Momente in der Liebesgeschichte zwischen Harnek und seiner Geliebten Tehzeeb. Doch letztlich dient der Familienplot nur dazu, um in der Bedrohung Emotionen aufzubauen und -stauen. Immer wieder wird selbst der zum Taxifahrer degradierte Vater erniedrigt, bis er dem zweiten, dann ebenso verstoßenen Sohn die Absolution zum Gegenschlag gibt: "Das sind Tiere!“ Dies erinnert an das Finale von "Death Wish 2 – Der Mann ohne Gnade“, wo der den Virgilanten verfolgende Lieutenant sterbend dem Rächer den Auftrag für den Gegenschlag erteilt.

Die CGI-Effekte besitzen keineswegs die Qualität, die man vom indischen Kino längst gewohnt ist. Umso mehr fallen Plotlöcher ins Auge wie die Fragen, woher Harnek den Killer eines brutal ermordeten Freundes oder den Schlupfwinkel der Bande kennt. Der Plot führt zu einem zunehmend absurderen Showdown, der im unfreiwilligen Humor dann eher an "Death Wish 3“ oder "Death Wish 5“ erinnert. Basiert angeblich auf wahren Ereignissen.

Fazit: Der Kampf eines Sikh-Einwanderers Mitte der Achtziger in England gegen rassistisch motivierte Schläger, Gangster und Polizisten mündet im Konflikt mit dem Vater und kostet ihn zunehmend Familie und Wohlhaben. Kompetente Actioneinlagen und die Botschaft um Würde und (Selbst-)Achtung können nicht über zahlreiche Klischees und den zunehmend abgedrehten Plot hinweg helfen.




Besetzung & Crew von "Dastaar"

Land: Indien
Jahr: 2026
Genre: Drama
Kinostart: 17.07.2026
Regie: Amar Hundal
Darsteller: Tarsem Jassar, Geet Goraya, Shahbaz Akhtar, Manoj Anand, Emily Ash
Verleih: White Hill Studios



Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.