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Red Rue Express (2026)
Potyag «Chervona ruta»
Dritte Ausfahrt im ukrainischen Eisenbahn-Universum: Am Unabhängigkeitstag soll der Zug "Chervona Ruta" diverse Paare zueinanderbringen.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Am ukrainischen Unabhängigkeitstag macht sich der legendäre Zug "Chervona Ruta" auf den Weg in die Karpaten, vollbesetzt mit Passagieren, die alle ihre eigene kleine Baustelle mitbringen. Mykola Ivanovych (Stanislav Boklan), altgedienter Zugbegleiter der ersten beiden Filme, ist frisch pensioniert und fährt zum ersten Mal als Fahrgast mit – was ihn natürlich nicht davon abhält, dem jungen, wenig dienstbeflissenen Schaffner Denys (Oleksandr Rudynskyi) ungefragt Nachhilfe in Sachen Berufsethos zu erteilen. Denys selbst hat ohnehin nur Augen für eine junge Bloggerin (Nikol Matskul), während im Speisewagen beim aus den Vorgängerfilmen bekannte Paar Petrovych (Yuriy Gorbunov) und Pavlivna (Liliya Rebryk) weiter auf den längst fälligen Heiratsantrag gewartet wird.
Dazu gesellen sich: ein Ehepaar Borys (Jaroslaw Beskorowajnyi) und Okasana (Ekaterina Varchenko) mit kleiner Tochter (Kira Semenenko), das kurz vor der Trennung steht, sowie ein Bankier (Yyacheslav Dovzhenko) und der mittellose Geiger Jurko (Roman Lutskyi), der sich als Besitzer einer Supermarktkette ausgibt, die beide versuchen bei der resoluten Tamara (Ekaterina Kuznetsova) zu landen – die eigentlich nur ihre drei Kinder aus dem Ferienlager abholen will. Am Ziel wartet ein großes Konzert in den Karpaten, bei dem prominente ukrainische Pop-Stars die titelgebende Hymne "Chervona Ruta" anstimmen und alle losen Fäden mehr oder weniger feierlich zusammenknoten.
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Filmkritik
"Red Rue Express“: Der Zug, der Zug, der Zug hat keine Bremse
Auch wenn man Tamara aus dem ersten Film des ukrainischen Eisenbahn-Universums "December 31st Express" kennt, verwundert es doch, dass Schaffner Mykolas und die Beziehung von Petrovych und Pavlivna, die auch in "Der Weihnachtsexpress" eine gewichtige Rolle spielen, dadurch etwas weniger im Rampenlicht sind. Das wäre nicht weiter schlimm, würden sich die Handlungen der Figuren des Beziehungsdreiecks nicht so hemmungslos jeder Logik entziehen, dass man den Verdacht nicht los wird, hier habe niemand das Drehbuch nach Plausibilität überarbeitet. Gerade in romantischen Komödien muss man es mit der Glaubwürdigkeit von Dialogen und Handlungen nicht zu genau nehmen, aber was hier teilweise passiert – selbst wenn beispielsweise die Polizei beim Duell der beiden Männer um die Frau hinzugezogen wird – dürfte selbst eingefleischten Genrefans über aufstoßen.
Noch dünner wird das Eis bei der Geschichte des Ehepaars, das sich eigentlich trennen will: Ein einziges kindliches Bitten der gemeinsamen Tochter, nachdem sie sich erst einmal versteckt hatte, und schon ist die Krise vom Tisch. Dass ausgerechnet die sonntagabendlichen ZDF-Herzkino-Filme im Vergleich dazu fast wie Sozialrealismus wirken, sagt einiges über das erzählerische Anspruchsniveau aus, mit dem hier operiert wird.
Zur Ehrenrettung des Films ließe sich anführen, dass er einem kriegsgebeutelten Land wie der Ukraine schlicht anderthalb Stunden Ablenkung vom Alltag schenken will – ein legitimes und ehrenwertes Anliegen. Nur: Eskapismus und Anspruchslosigkeit müssen sich nicht zwangsläufig die Hand reichen. Dass "Red Rue Express" dabei fast vollständig auf Komik verzichtet, die tatsächlich zündet, macht die Sache nicht leichter; gelacht wird hier höchstens unfreiwillig.
Besonders deutlich wird die identitätsstiftende Schlagseite des Films im Finale, wenn die Feierlichkeiten in den Karpaten zu regelrechten Durchhalteparolen geraten – inklusive eines überraschenden Kurzauftritts von Sean Penn, der dem Ganzen internationalen Glanz verleihen soll, tatsächlich aber vor allem für Verwunderung sorgt. Nach zwei Vorgängerfilmen mit ähnlicher Machart (Silvester, Weihnachten, jetzt Unabhängigkeitstag) wirkt die Formel zunehmend abgenudelt – so sehr man dem Anliegen dahinter auch mit Respekt begegnen mag.
Fazit: In der Ukraine und bei ukrainischstämmigen Zuschauerinnen und Zuschauern dürfte "Red Rue Express" trotz aller Mankos funktionieren: Die Starbesetzung ist prominent, die Sehnsucht nach "Chervona Ruta" als kollektivem Gefühlsanker groß, und Eventkino verkauft sich bekanntlich auch über schlechte Kritiken hinweg. Objektiv betrachtet aber bleibt vor allem ein Wunsch übrig: dass sich die Produzentinnen und Produzenten nicht noch einen vierten Feiertag suchen, um den Zug erneut losfahren zu lassen.
Auch wenn man Tamara aus dem ersten Film des ukrainischen Eisenbahn-Universums "December 31st Express" kennt, verwundert es doch, dass Schaffner Mykolas und die Beziehung von Petrovych und Pavlivna, die auch in "Der Weihnachtsexpress" eine gewichtige Rolle spielen, dadurch etwas weniger im Rampenlicht sind. Das wäre nicht weiter schlimm, würden sich die Handlungen der Figuren des Beziehungsdreiecks nicht so hemmungslos jeder Logik entziehen, dass man den Verdacht nicht los wird, hier habe niemand das Drehbuch nach Plausibilität überarbeitet. Gerade in romantischen Komödien muss man es mit der Glaubwürdigkeit von Dialogen und Handlungen nicht zu genau nehmen, aber was hier teilweise passiert – selbst wenn beispielsweise die Polizei beim Duell der beiden Männer um die Frau hinzugezogen wird – dürfte selbst eingefleischten Genrefans über aufstoßen.
Noch dünner wird das Eis bei der Geschichte des Ehepaars, das sich eigentlich trennen will: Ein einziges kindliches Bitten der gemeinsamen Tochter, nachdem sie sich erst einmal versteckt hatte, und schon ist die Krise vom Tisch. Dass ausgerechnet die sonntagabendlichen ZDF-Herzkino-Filme im Vergleich dazu fast wie Sozialrealismus wirken, sagt einiges über das erzählerische Anspruchsniveau aus, mit dem hier operiert wird.
Zur Ehrenrettung des Films ließe sich anführen, dass er einem kriegsgebeutelten Land wie der Ukraine schlicht anderthalb Stunden Ablenkung vom Alltag schenken will – ein legitimes und ehrenwertes Anliegen. Nur: Eskapismus und Anspruchslosigkeit müssen sich nicht zwangsläufig die Hand reichen. Dass "Red Rue Express" dabei fast vollständig auf Komik verzichtet, die tatsächlich zündet, macht die Sache nicht leichter; gelacht wird hier höchstens unfreiwillig.
Besonders deutlich wird die identitätsstiftende Schlagseite des Films im Finale, wenn die Feierlichkeiten in den Karpaten zu regelrechten Durchhalteparolen geraten – inklusive eines überraschenden Kurzauftritts von Sean Penn, der dem Ganzen internationalen Glanz verleihen soll, tatsächlich aber vor allem für Verwunderung sorgt. Nach zwei Vorgängerfilmen mit ähnlicher Machart (Silvester, Weihnachten, jetzt Unabhängigkeitstag) wirkt die Formel zunehmend abgenudelt – so sehr man dem Anliegen dahinter auch mit Respekt begegnen mag.
Fazit: In der Ukraine und bei ukrainischstämmigen Zuschauerinnen und Zuschauern dürfte "Red Rue Express" trotz aller Mankos funktionieren: Die Starbesetzung ist prominent, die Sehnsucht nach "Chervona Ruta" als kollektivem Gefühlsanker groß, und Eventkino verkauft sich bekanntlich auch über schlechte Kritiken hinweg. Objektiv betrachtet aber bleibt vor allem ein Wunsch übrig: dass sich die Produzentinnen und Produzenten nicht noch einen vierten Feiertag suchen, um den Zug erneut losfahren zu lassen.
Markus Solty
TrailerAlle "Red Rue Express"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Red Rue Express"
Land: UkraineJahr: 2026
Genre: Komödie
Originaltitel: Potyag «Chervona ruta»
Kinostart: 24.08.2026
Regie: Yuriy Gorbunov, Zoya Soshenko
Darsteller: Stanislav Boklan, Oleksandr Rudynskyy, Vyacheslav Dovzhenko
Verleih: Splendid Film





