oder

Für immer 16 (2026)

Party Anticonformiste – jetzt auch auf der LeinwandKritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 4.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Charlotte (Lilith Stangenberg), Helena (Mücke) und Oskar (Chang Wang) treffen sich nach langer Zeit wieder und fahren gemeinsam in den Urlaub. Charlotte hat inzwischen als Schauspielerin Karriere gemacht, während die anderen beiden nach wie vor der Undergroundkunst frönen. Früher bildeten sie die Experimentalfilmgruppe "Les enfants terrible", haben sich aber inzwischen heillos zerstritten. Neid und Eifersucht brechen erneut aus und nehmen sogar an Schärfe zu, als Rudolph (Twiggy Glouglou) in ihr Leben tritt. Alle drei verlieben sich in den Neuankömmling und haben nacheinander eine Affäre mit ihm. Wie früher beschließt man, einen Undergroundfilm zu drehen. Helena verkörpert Demenzia, eine männermordende Serienkillerin, die unentwegt Typen umbringt, die allesamt von Rudolph verkörpert werden. Doch beim Dreh verläuft nicht alles wie vorgesehen.

Hier streamen


Filmkritikunterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse4 / 5

Seit 1991 bestach das LoFi-Duo Stereo Total durch einen charmanten Mix aus Chanson, New Wave und Elekropop. Nach dem Tod von Sängerin Françoise Cactus 2021 gab ihr Partner Brezel Göring (alias Hartmut Ziegler) die Musik keineswegs auf. Mit neuer Band Psychoanalyse tourt er weiterhin. Schauspielerin Lilith Stangenberg übernahm hier nicht nur die Vocals, sondern zugleich die Hauptrolle in Brezels auf Super 8-Schmalfilm gedrehtem Regiedebüt "Für immer 16“. Basierend auf den unvollendeten Roman "Lebenslänglich 14“ seiner Lebensgefährtin kann man die schräge Tragikomödie über das Filmemachen ebenso als Hommage an Françoise Cactus ansehen.

Dass Brezels Debüt beim Kölner Verleih Rapid Eye Movies veröffentlicht wird, verwundet nicht: Das Duo spielte schon den Soundtrack zu den schrägen Low Budget-Produktionen "Underwater Love – A Pink Musical“ und "Ruined Heart“ des Verleihs ein. Der Titel basiert auf den gleichnamigen Song von 2001 über den Wunsch nach ewigem Teenager-Dasein. Ein Querschnitt durch das Repertoire des Duos erklingt fast pausenlos im Hintergrund. Dass die Songs nicht immer in Relation zur Handlung stehen, gehört zum Konzept. Im Stil zahlreicher Super 8-Home- oder Found Footage-Movies wurden die Bilder später nachvertont. Auch hierbei passen die Dialoge häufig nicht unbedingt zum Geschehen.

Improvisation als Methode

Dass beim Münchner Filmfest einige Zuschauer schon nach wenigen Minuten den Saal verließen, erstaunt nicht. Die von Verleiher Stephan Holl geführte Kamera lieferte wackelige, teils unscharfe Bilder, der Schnitt ist holprig, die Story rudimentär-minimalistisch, die Akteur*innen wirken teils unbeteiligt. Die Geschichte über Freundschaft, Eifersucht und Kreativität huldigt nicht nur inhaltlich dem Unperfekten, Improvisierten und Bizarrem. Daher passt sie sich bestens den oft reduziert angelegten Songs an.

Während die Dreharbeiten mit Helena im Killerinnen-Lederdress Anklänge an weibliche Schurkinnen wie Irma Vep oder Catwomen aufkommen lassen, entwickelt der Krimiplot um Rache an männlicher Dominanz und weiblichem Zusammenhalt zunehmend seine feministische Botschaft. Dies passt wiederum zu Françoise Cactus‘ Lyrics um Rollenbilder, Vorurteile und Selbstbestimmung. Trotz einer Länge von 73 Minuten kann dieser Erzählstil mitunter anstrengend werden. Doch die Liebe zum handgemachten, experimentellen Kino bleibt bemerkenswert.


Fazit: Drei zerstrittene Freundinnen beschließen einen Underground-Krimi über eine Serienkillerin zu drehen, wobei sie bald selbst über Leichen gehen. Schräge, bewusst unperfekte Krimi-Kino-Melodramödie als Hommage an die 2021 verstorbene Schlagzeugerin und Sängerin Françoise Cactus.




TrailerAlle "Für immer 16"-Trailer anzeigen

Zum Video: Für immer 16

Besetzung & Crew von "Für immer 16"

Land: Deutschland
Jahr: 2026
Genre: Komödie
Länge: 74 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 27.08.2026
Darsteller: Anton Garber, Twiggy Glouglou, Andreas Mücke Niesytka, Lilith Stangenberg, Chang Wang
Verleih: Rapid Eye Movies

Verknüpfungen zu "Für immer 16"Alle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.