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Kritik: Ghosted (2009)


Die Filmemacherin Monika Treut hat sich seit Mitte der 1980er vor allem mit Dokumentationen über Feminismus und Sexualität (z.B. "Gendernauts" über transsexuelle Frauen) einen Namen gemacht. Mit dem auf der Berlinale 2009 präsentierten "Ghosted" aber stellt die Filmemacherin einen Spielfilm, und die erste Deutsch-Taiwanesische Ko-Produktion überhaupt, vor: Ein auf mehreren Zeitebenen spielendes, Realität und Fantasie vermengendes Mystery-Melodram rund um Liebe, Verlust und kulturelle Differenzen, dass leider trotz der nicht uninteressanten Grundidee nicht so recht gelungen ist. Das hat mehrere Gründe, angefangen beim Drehbuch: Ihr Hauptaugenmerk legen Treut und ihre Co-Autorin xy auf die Darstellung der Gegensätze zwischen Fernost und West - Kollektivismus vs. Individualismus, Geisterglaube vs. Realismus. Die Dialoge hingegen wirken unecht und gestellt. Hinzu kommt, dass die gesamte Dramaturgie nicht dícht genug ist, zu unzusammenhängend kommt das Ganze daher.
Dann das Casting: Hauptdarstellerin Inga Busch wurde wohl primär wegen ihrer Größe und den markanten Gesichtszügen, also dem optischen Kontrast zu den asiatischen Darstellern, gecastet. Dass die Rolle der trauernden Videokünstlerin so gar nicht zu Busch passen will, war Regisseurin Treut da offenbar zweitrangig, verstärkt aber leider die gestellte Wirkung der Dialoge noch zusätzlich.
Da schließlich auch weder Inszenierung, noch (Hand-)Kamera so gut sind, dass sie die Fehler vergessen machen, ist "Ghosted" nicht wirklich empfehlenswert.

Fazit: Eher misslungen: Nur für treue Treut-Fans. 




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