Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
A Nightmare on Elm Street
A Nightmare on Elm Street
© 2010 Warner Bros. Ent.

Kritik: A Nightmare on Elm Street (2009)


Filmkritik A Nightmare on Elm Street Die Vorstellung, im Schlaf, in albtraumhafte Welten abzutauchen, die sich nach und nach als real manifestieren ist wirklich nicht neu. Sowohl in der Literatur, als auch im Film finden sich zahlreiche Beispiele dafür. Als sich der Meisterregisseur des Horrors Wes Craven dieser Idee annahm, wurde mit der Horrorgestalt des Freddy Kruegers aber eine bösartige Konstante eingeführt, die sich gleichsam in den Albträumen aller Darsteller wieder findet. Somit sind alle Filmcharaktere, obschon jeweils in ihren eigenen Träumen, einer gemeinsamen Heimsuchung ausgesetzt.

Dieser Horror hat somit zwei Ebenen: nebst dem eigentlichen Geschehen, ist es die ständige Angst davor einzuschlafen, welche die Spannung konstant hoch hält. Nach sieben Filmen, in denen der Unhold Freddy bereits sein übles Spiel mit den Lebenden treiben durfte, schien es nun an der Zeit für eine Modernisierung der Kult-Reihe. Mit Michael Bay im Produzentensessel assoziiert man zwar spontan eher Blockbusterkino, doch der Mann dem man als Regisseur solche Materialschlachten wie "Transformers" verdankt, produzierte in den letzten Jahren auch einige Schocker wie die Neufassungen von "Texas Chainsaw Massacre" und "Friday the 13th" oder "The Unborn". Nun hat er sich einer der erfolgreichsten Horror-Reihen aller Zeiten angenommen.

Eines der wesentlichen Merkmale der Freddy-Krueger-Reihe, dass nach dem Film gewissermaßen vor dem Film ist. Freddy ist eben – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht wirklich totzukriegen. Daran ändert sich auch im aktuellen Reboot nichts. Unmissverständlich macht der Film auch von Beginn an klar, mit welchem Motiv er die Handlung (wenn das hier mitunter auch ein zu großes Wort ist) aufzieht: halbdeliröse Highschool-Teenager (die von Darstellern und Darstellerinnen um die 25 verkörpert werden), die an Schlafentzug leiden und panische Angst davor haben, wegzuschlummern. Sie geraten sonst in die Welt eines gut durchgegrillten Irren, der nichts anderes vorhat, als sie allesamt aufzuschlitzen.

Was die Teens nicht ahnen: Sie haben eine gemeinsame traumatische Vergangenheit, in welcher der mordende Unhold aus ihren Träumen, eine wesentliche Rolle spielte. Und so hangelt sich der Film von einem blutigen Akt zum nächsten und kommt der Wahrheit dabei Schritt für Schritt näher. Mit der Auflösung wurde es aber schlussendlich zu gut gemeint. Man hätte dieser Neuauflage durchaus mehr Mut gewünscht, dass Ende offener zu gestalten. Der Steifen bekommt damit einen merkwürdigen Touch, in dem überaus reaktionäre Verhaltensweisen wie die Lynchjustiz eines wütenden Mobs eine Beinahelegitimation erhalten.

Ansonsten präsentiert sich "A Nightmare on Elm Street" aber als solide durchkonstruiertes Remake, das, typisch Genrefilm, genau das liefert, was der Fan erwartet. Auffällig ist allerdings, dass man in Punkto makaberen Humor, welcher das Original kennzeichnete, deutlich auf die Bremse trat. Der neue Film ist deutlich ernster und bringt gesellschaftlichen Sprengstoff als Nebenmotiv mit ein, was dem Ganzen einen düstereren Anstrich verleiht. Konsequent zu Ende gedacht wurde dieser Aspekt aber nicht. In Sachen Technik wurde sich dafür keine Blöse gegeben: Zeitgeistgemäß verzichtetet man nicht auf ein paar CGI-Einlagen. Zuweilen erinnern diese Elemente dabei an Szenen aus "Der Exorzist", doch gibt außer diesen visuellen Komponenten sonst keine Gemeinsamkeiten, und so bleibt es bei diesen kurzen Deja-vus.

Fazit: Gelunger Neustart der Freddy-Reihe, dem vielleicht an einigen Stellen etwas der Charme und das Esprit des Originals fehlt, aber ansonsten durchaus konsequent erzählt ist und kaum Längen aufkommen lässt. Für Genrefans, denen die alten Filme nicht heilig sind, durchaus zu empfehlen.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.