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Kritik: Zeit der Sinnlichkeit (1995)


Der üppige und faszinierende Historienschinken "Zeit der Sinnlichkeit" zeigt einen mehr und mehr hilflosen Menschen, der in den Ablauf vieler Wirrnisse geworfen wird. Er durchwatet bei seiner Läuterung Epidemien, Feuersbrünste und Intrigen am Hofe Charles II. "Zeit der Sinnlichkeit" ist ein opulenter Historienfilm mit praller Story, deftigen Kulissen, wallenden Kostümen und guten Schauspielern. Michael Hoffman restauriert filmisch
eine Epoche, und die ist selbst faszinierend: Charles II kam nach Oliver Cromwells puritanischer Regierungszeit erneut an die Macht und läutete eine Ära rasanten wissenschaftlichen, künstlerischen und gesellschaftlichen Fortschritts ein. Man nennt sie Restoration - so lautet auch der programmatische Originaltitel des Films. Mit allen Mitteln - außer Bescheidenheit - plant der gigantisch denkende Herrscher neue Bauten. Schon in deren Modellen verliert sich der einzelne Mensch. Doch Künste und Wissenschaften erscheinen nur als eitler Zeitvertreib. Die alte Metapher des Vogels im Käfig beschreibt das Leben der Höflinge. Nur in der Gegenwelt des Landsitzes sind heimlich offene Gefühle möglich. Sehr schön zeigt Michael Hoffman die dunklen Seiten einer euphorischen Epoche und zieht darin Parallelen zum Heute. Unter den vielen hervorragenden Darstellern amüsiert ein gepuderter Hugh Grant mit einem Übermaß seiner üblichen Manierismen als extreme Hofmaler-Parodie.





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