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Kritik: Cosi (1996)


Mit der Creme de la creme australischer Schauspieler, darunter Toni Collette, Star des Kinoerfolgs Muriels Hochzeit, hat Erfolgsregisseur Mark Joffe (Morris, Tanz der Schatten, Made in Spotswood - Die Fabrik der schrägen Vögel) eine zauberhafte und berührende Komödie inszeniert, in der ein junger Mann in einer ihm fremden, seltsamen Welt viel über sich selbst lernt. Denn der künstlerische Triumph ist auch ein Sieg der Freundschaft und der Lebensfreude.

Drehbuchautor Louis Nowra vergleicht sein Skript zu Mark Joffes Film COSI mit der berühmten Geschichte von “Alice in Wonderland”: “Es geht um einen jungen Mann, der sich - ähnlich wie Alice - plötzlich in einer Welt wiederfindet, die mit ungewöhnlichen, absurd und verrückt scheinenden Charakteren bevölkert ist. Sie argumentieren in einer Art und Weise, die die Logik ad absurdum führt, und er lernt bei all dem, was ihm geschieht, vor allem etwas über Menschlichkeit.

Nowras ausgesprochen erfolgreiches Bühnenstück COSI, in dem ein junger Regisseur Mozarts Oper “Cosi Fan Tutte” mit Patienten in einer psychiatrischen Anstalt aufführt, basiert lose auf tatsächlichen Erfahrungen des Schriftstellers. In den frühen siebziger Jahren, kurz nach seinem Studienabschluß, probte Louis Nowra in einer psychiatrischen Klinik ein Stück ein. Ein Patient, manisch- depressiv ähnlich der Figur von Roy, konnte sich mit seiner Forderung durchsetzen, was aufgeführt werden sollte: Gilbert & Sullivans “Trial By Jury”. Zunächst fühlte sich Nowra überfordert, doch mit vereinten Kräften wurde das Musikstück auf die Bühne gebracht - wenn auch statt mit Originalliedern mit Songs der Beatles und der Bee Gees. “Am Ende waren wir alle aufgeregt und glücklich, und niemanden störte, was für ein großes Desaster die Aufführung eigentlich darstellte.”

“Ich war mir sicher, daß sich das aufregende Kribbeln und die Live-Atmosphäre eines Theaterstücks auch auf einen Film übertragen ließ”, führt Nowra aus. “Während die meisten Filme, die in einer psychiatrischen Klinik spielen, von Angst und Schmerz handeln, sollte der, den ich mir vorstellte, so wundervoll sein wie die Arbeit mit den Patienten, die ich selbst erlebt habe.”

Ben Mendelsohn, der im Film den jungen Regisseur Lewis verkörpert, hat diese Rolle auch in der Bühnen-Inszenierung von COSI in Sydney gespielt. Er lud den Filmproduzenten Richard Brennan zu einer Aufführung ein. Brennan: “Ich gestehe, ich war damals sehr skeptisch. Ich war an diesem Abend hundemüde und hatte Angst einzuschlafen - doch die war wie weggeblasen, als das Stück begann!” Brennan war sofort begeistert und mochte kaum glauben, daß die Filmrechte noch frei waren. Unverzüglich setzte er sich mit Nowra in Verbindung, um sich auf einen Regisseur für die Leinwandadaption zu einigen.





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