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Breaking the Waves
Breaking the Waves
© Arthaus

Kritik: Breaking the Waves (1996)


Eine mißglückte Seifenoper mit Ambitionen zu "Grandeur"
"Breaking the waves" benötigt eine epische Länge von glatten 2? Stunden und eine Vielzahl von mühsamen Kunstgriffen um den Kern der Geschichte zu enthüllen: eine naive, frischverheiratete Frau die sich durch ihren religiösen Glauben dazu genötigt fühlt mit fremden Männern zu schlafen.
Im Grunde schlägt sich Lars von Trier mit einer etwas komplexeren Version der altbekannten Diskussion herum, ob Christus nun der "allwissende Vater" oder nur ein famoser Schizophrene
ist. Auf dem ersten Blick erscheint Bess als die infantile Unschuld vom Lande, aber es ist offensichtlich, daß sie durch ihren extremen Glauben auf einer ganz anderen Ebene lebt; fernab jeglicher weltlicher Wertvorstellungen.
Dieser Kontrast wird geschickt durch die verwendeten Aufnahmeverfahren gesteigert. Breitwand- und Handkameratechnik garniert mit verwaschenen Aufnahmen auf leicht körnigem Filmaterial ergeben eine Rauhigkeit gleich der der zerklüffteten und unfruchtbaren Landschaft der Isle Of Skye - dem Ort der Außenaufnahmen.

Zusammen mit dem desorientierenden Soundtrack bringen sie den Zuschauer permanent aus dem Gleichgewicht und lassen ihn teilhaben an der Hilf- und Haltlosigkeit der Hauptdarstellerin.

Schade nur, daß die Ergründung des faszinierenden Konflikts - wahre Liebe versus religiösen
(Irr-)Glauben - in "Breaking The Waves" durch allerlei mühevolle Verrenkungen und ein "seifiges" Szenario mißlingt.




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