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Basquiat
Basquiat
© Kinowelt Filmverleih GmbH

Kritik: Basquiat (1996)


Er war ein Musterknabe des gierigen New York der 80er Jahre. Mit Graffitis trat Jean-Michel Basquiat erstmals künstlerisch in Erscheinung, lernte nach und nach die Schlüsselfiguren der Kunstszene kennen. Andy Warhol kam der farbige Basquiat mit seinen rätselhaften, neo-expressionistischen Bildern wie gelegen. Reichtum und Ruhm jedoch lagen dem gefeierten Gegenwartskünstler nicht. 1988 starb er 27jährig an einem Drogengemisch.

Sein Freund und Künstlerkollege Julian Schnabel hat die Stationen von Basquiats steilem Auf- wie Abstieg in sehr persönlicher Sichtweise verfilmt. Er gewährt dabei auch einen Einblick in die Machenschaften der Kunstszene. Als Maler ist Schnabel der Umgang mit Symbolen vertraut. So steht Basquiat in der Anfangssequenz als kleiner Prinz mit Krone gemeinsam mit seiner Mutter in einer New Yorker Galerie, ein Ort, an den er später als König der Kunst zurückkehren soll. Sein eigentlicher Traum aber sind die Surfparadiese vor Hawaii, Schnabel montiert die Traumkulisse surreal vor die New Yorker Skyline. Mit abrupten Schnitten treibt Schnabel die Karriereschilderung voran; daß Basquiat (Jeffrey Wright) wie ein Stadtstreicher aus einem Pappkarton in die Kunstwelt trat, ist eher die der amerikanischen Kunstszene zu Vermarktungszwecken dienlichere Version. Tatsächlich stammt Basquiat aus bürgerlichen Verhältnissen. Maler und berühmt, das wollte er werden. Wie er das anzustellen hatte, wußte King Samo, wie Basquiat seine Graffitis signierte, nur zu genau: Du mußt den Leuten so viele Rätsel um die Ohren hauen, daß sie sich überhaupt nicht mehr auskennen." Sein Rezept ging auf, am Ende kannte sich Basquiat allerdings selbst nicht mehr aus.

Ein Jahr nach dem Tod seines Ziehvaters Andy Warhol (etwas zu überzogen: David Bowie), der mit dem anarchistischen Rastamann nur sich selbst ins Gespräch bringen wollte, dankte Basquiat ab. Schnabel selbst taucht in der von Gary Oldman gespielten Figur des Albert Milo auf, zeigt im Film seine eigenen Bilder. Nur kopiert sind die Werke Basquiats, abgemalt von Schnabel. Die Genehmigung, die Originale filmen zu dürfen, blieb dem erstmals ab Filmemacher tätigen Künstler versagt. An eine Werkpräsentation ist also nicht zu denken. Dafür präsentiert Schnabel eine Reihe bekannter Namen in Nebenrollen: Dennis Hopper tritt als Schweizer Galerist Bruno Bischofsberger in Erscheinung, Christopher Walken taucht ebenso wie Willem Dafoe, Tatum O'Neal oder Courtney Love auf. Die Musik zu diesem farbigen Künstlerportrait stammt von John Cale - auch er ein Kind der New Yorker Kunstszene.





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