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Kritik: Octalus - Der Tod aus der Tiefe (1997)


"Deep Rising", so der um einiges weniger peinliche Originaltitel dieses B- Movies kann eigentlich in keiner Sekunde überzeugen. Er ist so dilletantisch und schlecht gemacht, daß er fast schon wieder unterhaltsam wirkt. In diesem Sinne paßt der deutsche Titel "Octalus - Der Tod aus der Tiefe" dann auch schon wieder, da er an diese berühmten 50er Jahre Horrorfilme erinnert, die gerade nach dem gleichen Schema aufgebaut waren, wie dieses Werk: Je größer, desto spannender. Leider wissen wir alle nur zu gut, daß gerade die 50er Jahre Filme nicht unbedingt als spannungsgelandene Actionkracher durchgingen, und so etwas will dieser Film eben sein. Wie sonst ist es zu erklären, daß Regisseur Sommers in seinen Spannungszenen immer wieder in billigster Art und Weise versucht, "Aliens" zu kopieren?

Die Rettung dieses Films ist die teils gewollte, aber auch teils unfreiwillige Komik, die sich durch den ganzen Film, auch durch die Spannungszenen, zieht. Seine Figuren agieren gemäß den Computerspielgesetzen, haben immer einen coolen Spruch auf den Lippen und finden auch in der hektischsten und vor allem gefährlichsten Situation noch Zeit, kurz einzuhalten um dem bösen Tentakel einen verdammt komischen, leider aber auch immer abgedroschen wirkenden Oneliner in seine miese Visage zu spucken. Manchmal fragt man sich wirklich, ob der Regisseur nicht wußte, was für ein Trash unterster Schublade er da fabriziert hat.

Der geneigte Zuschauer kann zumindest noch mit den nicht gerade häufigen, aber sehr splattrigen Bluteffekten rechnen. Denn immerhin werden die blutigen Skellette der ausgesaugten Opfer wieder fein säuberlich und äußerst plakativ aufeinander gestapelt und genau dort positioniert, wo sie von den nur vordergründig sekundenlang geschockt wirkenden Protagonisten gesehen werden müssen. Dazu gesellen sich halbverdaut sterbende Menschen und ein paar unnötig eingeblendete
Fleischwunden. Ganz nach dem Motto: Der Film ist zwar nicht gut, aber wenigstens locken wir mit dem Prädikat "ab 18" noch so manchen Brutalofreak an. Für die Videothek mag diese Rechnung auch aufgehen.

Insgesamt fragt man sich nach so einem Film, ob er sein Zelluloid überhaupt wert ist. Er ist es, aber nur dann, wenn man so weit über der Sache stehen kann, daß es einem wieder Spaß macht. Filme wie "Independence Day" sind um einiges langweiliger, weil sie, neben ihrer ebenso vorhandenen Vorhersehbarkeit, nur Gebrüll und Langeweile beinhalten. "Octalus" dagegen ist schon so schlecht, daß er durch seine Komik wieder zu unterhalten vermag. Ich empfehle aber dennoch, diesen Film im Kino zu meiden. Er ist sein Eintrittsgeld einfach nicht wert. Als Partystoff aus der Videothek ist er dagegen fast schon Pflicht. Denn man kann mit diesem Film schöne Spiele spielen:

Finde das geeignete Zitat aus einem Klassiker, um die gerade stattfindende Szene passend zu umschreiben. Besonders Fans von "Aliens" werden hier gut abschneiden, aber auch "Star Wars" hat genug Stoff für ein paar Lacher.

Heiteres Oneliner- Raten. Was sagen die Protagonisten als nächstes? Heiteres Szenenraten muß leider entfallen, da der Film einfach zu vorhersehbar ist.

Erkenne diese Einstellung. Wo hat man diese Einstellung schon einmal gesehen? Wer die meisten Filme auf einmal nennen kann, hat gewonnen.

Aber auch ohne solche Spiele mag der Film Freunde des Trashs und jeden anderen in Partystimmung unterhalten. Diese Qualitäten mag man "Octalus" nicht abstreiten, immerhin sind es seine einzigen...




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