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Kritik: Shall we dance (1996)


"Shall We Dance?" wirft einen Blick hinter die Kulissen der japanischen Gesellschaft – eine Gesellschaft, die öffentliche Liebesbezeugungen selbst zwischen Ehemann und Ehefrau als peinlich ächtet. Kein Wunder also, daß dort bereits die Vorstellung, daß sich ein unverheiratetes Paar beim Gesellschaftstanz in den Armen hält, als höchst verwerflich gilt.

"Shall We Dance?" ist also mehr als eine Aufforderung zum Tanz. Vielmehr geht es darum, das erdrückende Korsett aus Konventionen, Regeln und Verboten zu durchbrechen, unterdrückte Sehnsüchte ohne gesellschaftliche Kontrolle auszuleben und schließlich zu sich selbst zu finden: Die Tanzschule mutiert dabei zum Paradies auf Zeit.

Diese für westliche Augen recht exotische Prämisse macht "Shall We Dance?" zu einem gleichermaßen interessanten wie sympathischem Film, zumal Regisseur Masayuki Suo darauf achtet, seine liebevoll gezeichneten Charaktere, trotz aller Komik, nie der Lächerlichkeit preiszugeben.

"Shall We Dance?" ist eine sensible Feel-good-Komödie über die Suche nach Glück und Intimität, die einen faszinierenden Ausschnitt von Japans Alltagsrealität offenlegt. Schade nur, daß sich der Film mitunter allzu sehr mit Nebenhandlungen verzettelt – ein etwas strafferer Erzählstil wäre vorteilhaft gewesen.

Bei uns ist "Shall We Dance?" leider nur in einer Deutsch synchronisierten Fassung zu sehen – und das macht viel vom Flair gerade dieses Films zunichte. Amerika, Du hast es besser: Dort lief der Streifen 22 Wochen lang im Original mit Untertiteln – und spielte prompt 9,4 Millionen Dollar ein.




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