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Kritik: Alles aus Liebe - She's So Lovely (1997)


Wie doch die Zeit vergeht: Über zwei Jahre ist es her, da wurde Sean Penn in Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet – der preisgekrönte Film jedoch, „She's So Lovely“ von Nick Cassavetes, kommt erst jetzt in unsere Kinos. Das Drehbuch dazu schrieb Nicks Vater John bereits vor beinahe 20 Jahren, um es 1987 – 14 Monate vor seinem Tod – erneut zu überarbeiten.

Wie der Vater, so der Sohn: Der Plot ist – typisch Cassavetes – mal wieder löchrig wie ein Schweizer Käse: „Alles aus Liebe“ ist, trotz oder gerade wegen Stars wie John Travolta und Sean Penn, eine dramatische Komödie voller Widersprüche. Irrational und schräg sind die Figuren, und doch sind sie das Lebenszentrum dieses Films. Gena Rowlands (John Cassavetes Witwe), Harry Dean Stanton und James Gandolfini sind, in Nebenrollen, herrlich anzusehen, tatsächlich aber geht es hier um eine seltsame menage à trois zwischen den beiden Penns (sie sind bekanntlich auch in Wirklichkeit ein Ehepaar) und John Travolta.

Am schönsten ist der Film deshalb in seiner zweiten Hälfte, wenn John Travolta alias Joey nach und nach erkennen muss, dass er die Frau, mit der er seit zehn Jahren scheinbar glücklich zusammenlebt, wieder verlieren wird. Travoltas offensichtliches Gespür für verzweifelt-komische Momente steht dabei klar im Widerspruch zur überzogenen Ernsthaftigkeit von „Method Actor“ Penn, dessen Gesichtszüge oftmals gequält entgleisen.

Das ist dann doch etwas zu viel – bei aller Liebe.




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