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Kritik: Agent Null Null Nix (1997)


Jaja, die lieben Verwandten. Da er seinen Geburtstag nicht allein verleben will, überrascht Wallace Ritchie (Bill Murray), naiver Angestellter einer Videothek in Iowa, seinen wohlhabenden Bruder James ("Während du schliefst"-Koma-Patient Peter Gallagher) in London. Doch der hat an diesem Abend wirklich keine Zeit, kommen doch wichtige (typisch) deutsche Geschäftspartner zum Abendessen. Aber James läßt Wallace nicht völlig hängen. Vielmehr besorgt er ihm eine Karte für das experimentelle "Theater des Lebens", wo Wallace mit Schauspielern auf Londons Straßen an einem Actionstück teilnehmen soll. Jedes Stück fängt dabei mit einem Telefonanruf an, der Rest ist Teil der Handlung. Der erwartete Anruf kommt und Wallace erhält seine Instruktionen - nur daß dieser Anruf nicht ihm galt, sondern einem Auftragskiller, der die englische Regierung stürzen und den Kalten Krieg in Rußland wieder aufleben lassen soll. Von nun an gerät Wallace, der sich immer in einem Theaterstück mit Schauspielern wähnt, zwischen die Fronten von englischem und russischem Geheimdienst, sowie einer mysteriösen Schönen (Val Kilmers "Ex" Joanne Whalley).

Klingt wie eine Komödie? Ist auch eine. Und zwar eine ausnehmend gute. Selten wurde die westliche Hemisphäe so amüsant vor dem Untergang gerettet, wie in diesem Streich von Jon Amiel ("Sommersby"). Und mit Wallace Ritchie hat die Kinowelt den legitimen Nachfolger von Inspektor Clouseau, den Blake Edwards so lange erfolglos gesucht hat, gefunden. Bill Murray dabei zuzusehen, wie er sich als Mischung aus Dirty Harry, James Bond und Austin Powers durch Londons reale Agentenwelt schauspielert macht einfach Spaß. Nicht mehr, aber vor allem auch nicht weniger.
Dabei ist es Regisseur Jon Amiel und der ausgewogenen Mimik Bill Murrays zu verdanken, daß der Film nicht in Leslie Nielsen-Art zum Klamauk abdreht. Die sicher nicht wenigen Klischees, die Agentenfilme zu bieten haben, werden zwar genüßlich auf den Arm genommen. Doch seine lustigsten Stellen hat "Agent Null Null Nix", wenn Wallace seinen "Schauspielerkollegen" Tribut für ihre realistische Darbietung zollt.

Bleibt nur zu hoffen, daß es nicht Wallace Ritchies letzter Einsatz als Agent geblieben ist. Das Hoffen auf eine Fortsetzung hat begonnen...




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