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Walkabout - Poster
Walkabout - Poster
© MFA Film

Kritik: Walkabout (1971)


28 Jahre nach seiner Entstehung kommt nun wieder ein Film in unsere Kinos, der heute noch genauso frisch und provozierend wirkt wie am Tag seiner Premiere. Zeitlosigkeit aber ist ein Merkmal jedes Meisterwerks, und so ist es nicht verwunderlich, daß "Walkabout" seit vielen Jahren in beinahe jeder Kritiker-Hitliste erscheint.

Der Engländer Nicolas Roeg führte hier nicht nur Regie, er übernahm auch selbst die Kamera. Das Ergebnis ist ein auch nach heutigen Maßstäben hervorragend fotografierter und höchst unkonventionell geschnittener Film.

Oberflächlich betrachtet mag "Walkabout" eine Parabel über zivilisationsgeschädigte Stadtbewohner sein, die - in unwirtlicher Natur auf sich allein gestellt - von noblen Wilden gerettet werden. Und natürlich ist Roegs Outback-Drama auch ein Film über das Erwachsenwerden.

Doch da ist noch mehr. Denn obwohl sie tagelang zusammen unterwegs sind, finden die "zivilisierten" Jugendlichen und der junge Eingeborene keine gemeinsame Kommunikationsbasis - sie können sich ihre Bedürfnisse, Wünsche und Träume nicht gegenseitig mitteilen. Roegs Charaktere existieren zur selben Zeit am selben Ort und leben dennoch in ganz verschiedenen Welten. Ohne gegenseitige Verständigung aber ist ihr Leben am Ende zerstört.

"Walkabout" ist ein hoffnungsloser und dabei konsequent unsentimentaler Film. Mit sezierender, beinahe dokumentarischer Neutralität ergreift die Kamera für keine der Figuren Partei und läßt dem Zuschauer somit den größtmöglichen Raum für Interpretationen.

Roegs Film führt uns die Menschen als hilflose Gefangene ihrer jeweiligen Herkunft und Umgebung vor und legt ein bitteres Fazit nahe: Die meisten Dinge werden wir schon deshalb nie begreifen, weil wir sie überhaupt nicht wahrnehmen können.




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