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Kritik: Plätze in den Städten (1998)


"Ich dachte, daß es darum geht, jemandem zuzusehen, den man nicht kennt, von dem man nichts weiß", sagt Regisseurin Angela Schanelec über ihren Film. Schade nur, daß wir nach zwei Stunden zähem Kino immer noch nicht allzu viel über die Protagonistin Mimmi wissen. Denn Schanelec ver(sch)wendet die kostbare Filmzeit hauptsächlich für Szenen, die die Akteure kaum charakterisieren: Mehrfach können wir zusehen, wie Mimmi einen Mantel zu- oder aufknöpft, wie sie vergeblich versucht, ein Getränk aus einem Getränkeautomaten zu ziehen (ohne Zwischenschnitt!), wie sie beim Zahnarzt ist, wie sie die Zähne putzt. Minutenlang beobachten wir den nackten Oberkörper von Mimmis Fahrlehrer, mit dem sie gerade geschlafen hat. Oder auch nicht!? Wir erfahren es nicht... "Plätze in Städten" ist verfilmte Sprach- und Beziehungslosigkeit. Leben (fast) ohne Spaß, Sex ohne Leidenschaft. Mimmi kann nicht mit Erwachsenen kommunizieren, nicht wirklich in Kontakt sein mit Jungen/Männern. Allein mit ihrer (einzigen?) Freundin gibt es Momente der Nähe. Und bei all dem agieren die Darsteller, als hätten sie Beruhigungsmittel genommen. "Plätze in Städten" wurde 1998 in Cannes in der Sektion "Un Certain Regard" gezeigt. Der Film muß also einen gewissen künstlerischen Wert haben.




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