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Kritik: !Zusammen!- Tillsammans (2000)


Damals war Joschka Fischer noch richtig aktiv: Das skandinavischen Regietalent Lukas Moodysson folgt in „!Zusammen!“ dem heiter-dramatischen Treiben einer autonomen Wohngemeinschaft, deren Ideale und Gepflogenheiten oft seltsame Blüten treiben – etwa bei einem Streit um ökologisch korrekte Legosteine.

Erfolgsrezept „Raus aus Amal“: Wie schon in seinem ersten Kinofilm zeigt Moodysson Respekt vor seinen völlig unbekannten, aber souveränen Darstellern. So entsteht eine lebensnahe Atmosphäre mit Identifikationsfiguren, deren Sorgen, Hoffnungen und Träume sich dem Zuschauer erschließen. Detailverliebt und hoch sensibel zeigt er mit seiner Handkamera ein kauziges Panoptikum der 68er-Zeit und fördert dabei aus den Kinderdarstellern mehr Wahrhaftigkeit zu Tage als aus dem erwachsenen Ensemble. Diese danken es ihm mit einer Natürlichkeit, die an die „Dogma"-Filme heranreicht.

Warmherzig, frech und ungeniert entspinnt sich ein Beziehungsknäuel des menschlichen Zusammenlebens. Die Lebensauffassungen schwanken launisch zwischen kommunistischen Idealen und resigniertem Zynismus – ein Wechselbad der Gefühle, das erst durch die wunderbare Musik von Abba und einem gemeinsamen Fußballspiel aufgelöst wird. Seine beiden Ausrufezeichen im Titel hat sich der Film redlich verdient.






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