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Kritik: Elvis- That's the Way It Is (Special Edition) (2000)


Kurz bevor Elvis Presley fett wurde und starb (wenn er nicht doch noch irgendwo lebt, wie viele Fans meinen) nimmt diese Dokumentation ihren erzählerischen Platz in der Geschichte ein. Wir schreiben die Zeit um 1969/70. Der große Rock’n’Roll-Star zieht sich von seinen schauspielerischen Ambitionen zurück, weil er ein Comeback in den berühmten Konzertsälen Amerikas plant. Hier setzt "Elvis – That’s the way it is” ein. Gefilmt wurde die Vorbereitung des beckenschwingenden Barden mit seiner Begleitband, sowie sechs Konzerte von der legendären Tournee.

Man könnte das Vorgehen des Regisseurs streng soziologisch als teilnehmende Beobachtung bezeichnen, da es keine Interviews oder ähnliches inszeniertes Material gibt. Lediglich der chronistische Blick der Kamera, welche von den Objekten der Begierde (Elvis und seine Getreuen) aber keineswegs unbemerkt bleibt, zeichnet das Geschehen auf. Manchmal spielt Elvis mit der Kamera, wie es sich für einen Star gehört, indem er etwas für das imaginäre Publikum erklärt. Die meiste Zeit hat man aber den Eindruck, dass ihm das Aufnahmegerät relativ egal ist. So kann man dann Elvis beobachten wie er teilweise sehr akribisch an der Darbietung, an den Arrangements feilt, bis er wirklich zufrieden ist. Das ist einer, der gelernt hat, dass es besser ist, in diesem Geschäft so wenig wie möglich dem Zufall zu überlassen.

Folgerichtig für seine Dramaturgie präsentiert der Film nach einer Reihe von solchen Aufnahmen, die alle komplett ohne Oberkommentar aneinander montiert wurden, Konzertaufnahmen aus Las Vegas. Und hier ist Presley ganz der perfekte Star, als den man ihn erwartet. Wir können ihn bei gefühlvollen Liedern wie "In the Ghetto" oder "Love me Tender" beobachten. Bei letzterem küsst er routiniert, wie es sich gehört, eine Reihe von Frauen, die danach aufpassen müssen, nicht in Ohnmacht zu fallen. Eine von ihnen reicht ihm ein Handtuch und möchte glücklich die ganze Welt umarmen, weil der große Meister im weißen Anzug seinen Schweiß darauf zurückgelassen hat. Daneben gibt sich Elvis natürlich auch als peppiger Rock’n’Roller, der während seines schauspielerischen Intermezzos nichts verlernt hat.

Seine Selbstinszenierung ist perfekt, so dass "Elvis – That’s the way it is" ein unterhaltsames Zeitdokument über einen der größten Rockstars des 20. Jh. geworden ist. Ein Film, den man sich gerne ansieht, wenn man Elvis mag, und der ihn noch einmal auf der Höhe seines Könnens präsentiert. Erstmals sind in der Neuedition des Filmes auch bisher verschollene Aufnahmen zu sehen, so dass sich auch eine Zweitsichtung lohnt, falls man bereits 1970 das Original sah.





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