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Kritik: Salamander (2000)


Einmal so schreiben und inszenieren wie Quentin Tarantino, am Ende noch mit einer Wendung wie bei M Night Shyamalan - das wär´s doch. So ungefähr müssen sich das Regisseurin Barbara Geblar und Drehbuchautor Wieland Bauder gedacht haben, als sie "Salamander" konzipierten: Messerscharfe Dialoge, witzig, wie aus der Maschinenpistole kommend. Im Grunde ist das Ganze ein durch einen amüsanten Bela B in der Rolle eines schmierigen Kleinganoven angereichertes Zwei Personen-Stück. Sandra muss ihrem Freund Ronnie aus der Patsche helfen und fährt mit dem scheinbar naiven Gangster Mike mit, der sie zu seinem großen Bruder, der Ronnie gefangen hält und gefälschte Pässe haben will, bringen will. Sandra soll ihm sagen, wo die Pässe sind und dafür Ronnie im Austausch bekommen. Die etwas wirre Handlung von irgendwelchen Pässen ächzt unter endlosen Dialogen, die wohl besonders clever oder witzig sein sollen, aber weder das Eine noch das Andere sind. Das angekündigte Katz und Maus-Spiel im Auto findet für den Zuschauer nicht statt, denn was soll an diesem Gelaber irgendeinen Sinn ergeben? Der Überfall auf die Tankstelle wirkt vollkommen unmotiviert, dieser Versuch, hier irgendeine Art von Spannung oder Dramatik in den Wortschwall einzubetten, geht nach hinten los. Und die große Wendung zum Schluss nimmt man beiläufig zur Kenntnis, aber groß aufregen wird sich niemand darüber, denn die Pässe sind dem Zuschauer so schnurz wie Sandra im Grunde ja selbst. Neben den guten Darstellern - die Blutprobe von Mario Mentrup ist ein köstlicher Höhepunkt - bleibt eigentlich nur festzustellen, dass Regisseurin Geblar, deren Abschlussfilm an der Berliner Deutschen Film- und Fernsehakademie dies ist, mit einer Spielzeit von nur 60 Minuten den Bogen nicht überspannt hat.





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