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Kritik: Thomas Pynchon - A journey into the mind of P. (2001)


Thomas Pynchon ist ein Phänomen. Einer der bedeutendsten amerikanischen Autoren der Moderne ist ein vollkommen unbekannter Mensch. Denn bis heute weigert sich Pynchon, an die Öffentlichkeit zu treten oder Photos von sich machen zu lassen. Auch die Gründe für seinen Rückzug sind nicht klar. Ein sperriges Thema für einen Film, dessen Umsetzung auch nur bedingt interessant gelingt. Die Autoren des Films versuchen, sich dem großen Unbekannten zu nähern und lassen Kollegen, Kritiker und eine Ex-Geliebte sprechen. Das ist bisweilen etwas zäh, wirklich interessant dagegen sind die Fans von Pynchon, die die Verschwörungstheorien seiner Werke mit ihren eigenen skurrilen Vermutungen noch übertreffen. Der Versuch, dem Film eine logische Struktur zu geben, scheitert. Die Bilder und Sound-Collagen sind verwirrend, nähern sich aber kaleidoskopartig Pynchons Form des Ausdrucks. Spannend sind letztlich die einzigen beiden Bildschnipsel von Pynchon. Die von den Fans vorgestellte Deutung dieser allerdings entzieht sich Nicht-Pynchon-Anhängern. Die Musik zum Film stammt von den manischen Residents und wer kein Fan ihrer seltsamen Neuinterpretationen alter Klassiker ist oder sich nicht mit ihrem seltsamen Musikbegriff auseinandersetzen will, hat es wirklich nicht leicht bei "Thomas Pynchon...". Ein schwieriges Werk mit einem schwierigen Thema, das wohl nur wenig Publikum ins Kino ziehen wird. Wenn darunter Menschen sind, die sich für Pynchons Bücher begeistern können, dann ist das aber auch viel wert. Ihnen sei das großartige "Vineland" empfohlen.





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