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Kritik: Girls Fight Tonite (2001)


Auch wenn der Titel „Girls Fight Tonite“ zunächst an die feministische Version von „Fight Club“ erinnert, überzeugt der Film gleich zu Anfang mit einer sehr selbstbewussten hip-hop-igen Musik. Der Zuschauer bekommt nacheinander mehrere schattenboxende Frauen vorgesetzt, die unter Begleitung des sehr musikalischen Vorspanns Richtung Kamera schlagen und treten, als wollten sie sagen: „Female Power! Komm doch her! Wir machen dich platt!“ Dennoch wirkt diese Einlage recht weiblich, kaum aggressiv, mehr Ballerina-like oder einfach kindlich.
Maxime nennt sich unsere tapfere Heldin, die aufgrund einer Schlägerei in einer Bar ihren Job verliert und notgedrungen aus einer männlichen „Fightclub“-Runde ein Frauenschlachtfest macht. So schließt sich der dramaturgische Kreis um Geldnot und Kampfespflicht. Verpixelte Einstellungen, die sich stark vom sonstigen Filmmaterial abheben, versuchen einen privaten Camcorder zu etablieren, der das Geschehen geheimnisvoll, verboten und authentisch erscheinen lassen soll. Nach einem pöbelnden tatschenden Gast in der Bar, passt auch ein schlagender nichtsnutziger Freund gut in diese klischeegeladene Geschichte. Die typisch weiblichen Attribute Beißen, Kratzen und an den Haaren ziehen sind bei den Frauenkämpfen verboten. Maxime mutiert (auch außerhalb des Rings) tornadogleich zu einer Kampfmaschine, die ihre Gegnerinnen in einem mit Maschendraht abgetrennten Käfig reihenweise wie ein Raubtier zu Boden bringt. Doch wie in den meisten Sportlerdramen kommt auch hier der Tiefpunkt. Sowohl im offiziellen „Kampfkäfig“ eskaliert die Situation, als auch im privaten „Käfig der Gefühle“. Jeder Charakter gleicht einem Stereotypen, der oberflächlich bleibt, kaum eine Wandlung durchmacht und keinerlei Tiefe zeigt. Dennoch erzeugt der Film Spannung- Spannung wie Maxime es schaffen wird, ihren Kopf aus dieser Schlinge zu ziehen, die immer enger wird. „3“ ist die magische Zahl. Wer dreimal verliert, fliegt aus dem Club. Ihre Angstgegnerin, vor der sie gewarnt wird, schaltet sie aus. Genauso verfährt sie eine halbe Filmminute später mit ihrer alten Beziehung. Ende gut- alles gut…

Auch wenn dieser Film gänzlich andere Motive als „Fightclub“ hat, erinnert er nicht zuletzt durch die Musik während der Kämpfe an diesen. Wer ein Fan von Handlung ist, oder durchtrainierte, verschwitzte Frauenkörper erwartet, sollte zurückstecken. Action und Spannung sind jedoch gegeben, auch wenn der eigentliche Höhepunkt ausbleibt.





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