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Kritik: Innocence - Erste Liebe, zweite Chance (2000)


Paul Cox erzählt in "Innocence" von der Unschuld und Reinheit der ersten Liebe, aber auch von den Problemen, die damit verbunden sein können. Nach 40 Jahren fasst ein verwitweter Mann den Entschluss, wieder Kontakt zu seiner Jugendliebe aufzunehmen. Zögerliche erste Kontakte werden von einer sich erneut anbahnenden intimen Beziehung abgelöst, obwohl die rüstige Frau immer noch verheiratet ist. Als ihr Ehemann, der das Geständnis seiner Frau zunächst nicht glaubt, die wirkliche Dimension des Geschehens begreift, will er den gemeinsamen Lebensabend nicht ohne weiteres aufgeben. Zu einem ruhigen Gespräch ist er jedoch nicht bereit, da er nur Unverständnis für die Affäre übrig hat.

In ruhigem Rhythmus montiert Cox die unaufgeregten Bilder der nüchternen Geschichte. Obwohl die sexuelle Beziehung zwischen alten Menschen immer noch ein Tabu-Thema ist, vermeidet der Film jede spekulative Attitüde zu Gunsten der sachlichen Aufbereitung. Darüber geht allerdings jegliches Potential verloren, das die Geschichte jenseits der selbst Betroffenen besitzen könnte. Vermutlich müsste man in ein wirkliches Verständnis und ein reales Interesse an den Figuren sowie ihrer Motivationen hineinwachsen. Legt man dies einmal beiseite, dann sticht die Parallelkonstruktion zwischen den jetzigen Treffen der beiden Liebenden und denen von vor 40 Jahren heraus. Hier schließt sich ein Lebenskreis, dessen Prämisse die Unvergänglichkeit der Unschuld einer ersten Liebe ist. Vor ihr muss letztlich alles Andere zurückstehen, auch der störende Ehemann. Dass dadurch die Reinheit des Tuns zerstört wird, behandelt Cox leider nicht. Stattdessen versucht er, diese Brüche in einem esoterisch wirkenden Schlusskommentar zu kitten. Das ist schade. Auch die hervorragenden Darsteller haben so etwas nicht verdient.




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