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Kritik: Immer noch ein seltsames Paar (1998)


Walter Matthau und Jack Lemmon sind so etwas wie der Prototyp des Odd-Couple, also eines charakterlich gegenpoligen Duos, das es weder mit- noch ohneeinander länger aushält. Unzählige Buddy-Komödien funktionieren seitdem (oder halt auch nicht) nach dem Rezept, das die beiden Vollblutkomödianten in den 60er Jahren nach dem Buch von Neil Simon und der Regie von Gene Saks mit "Ein seltsames Paar" vorgegeben haben. Daß nun nach über 30 Jahren der Stoff, erneut nach einem Buch von Simon, nochmal aufgewärmt wird, löst mehr als nur leichtes Unbehagen aus. Schafft es Drehbuch und Regie die beiden Protagonisten, die schon länger in den 70ern sind, in Würde alt werden zu lassen - Antwort: ein klares Nein ! Und dies liegt keineswegs an Jack Lemmon (73) und erst recht nicht an Walter Matthau (77), die beide das Beste aus der Sache machen und offenbar auch mit Spaß dabei sind. Leider jedoch werden sie allzu oft von einer einfallslosen Regie und - mehr noch - von einem z.T. peinlich blöden Drehbuch alleingelassen. Würde man die beiden auf eine Parkbank setzen und sich gegenseitig das Telefonbuch vorlesen lassen, der Spaßgehalt wäre größer, als bei diesem drögen Filmchen, dessen Story an den Haaren herbeigezogen ist.

Also hier auch nur kurz: Worum geht's: Felix und Oskar, die alten Streithähne, haben sich im Laufe der Jahre aus den Augen verloren. Dann aber bringt sie die Vermählung ihrer beiden Kinder doch noch einmal zusammen. Oskar reist von seinem Altersruhesitz in Florida und Felix aus New York an. Natürlich steht das Unternehmen von Anfang an unter keinem guten Stern. Schon bei der ersten Konfrontation der beiden auf den Flughafen von Los Angeles verstaucht sich Felix das Bein. Und dies ist erst der Anfang einer Reihe von Mißgeschicken, die sich immer mehr zu ausgewachsenen Katastrophen ausweiten. Die Autofahrt der beiden zu einem abgelegenen Kaff, wo die Hochzeit stattfinden soll, wird zum Alptraum. Erst fliegt der Wagen in die Luft, und zu guter letzt landen die gesetzten Herren gar im Knast...und das mehrfach. Da nun, wie bei Felix und Oskar üblich, jeder dem anderen die Schuld an den gallopierenden Desaster gibt, sackt die Stimmung immer weiter in den Keller.

Was hätte das für ein schöner und komischer Film übers Alter und übers Altern werden können. Stattdessen werden altbackene Sexwitzchen aufgewärmt, und als trauriger Höhepunkt einer unausgegorenen Nummernrevue ohne jedes Timing müssen sich Lemmon und Matthau mit zwei hirntoten Country-Schnepfen (die auch noch Thelma und Louise heißen !) rumplagen. Schade, schade, das haben sie nun wahrlich nicht verdient.




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