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Kritik: Year of the Horse (1997)


Vier Kerle, die aussehen, als arbeiteten sie bei der Müllabfuhr, stehen auf der Bühne und erzeugen aus ihren Instrumenten Klänge, welche wie Echos eines uralten Ritualgesanges wirken. Als Neil Young & Crazy Horse machen sie hauptsächlich mit zwei E-Gitarren, einem Bass und Schlagzeug seit über 30 Jahren rauhe, schnörkellose Rockmusik, zu deren Verehrern auch der amerikanische Independent-Regisseur Jim Jarmusch zählt. So überrascht es nicht, dass jetzt eine Musikdokumentation von Jim Jarmusch über Neil Young & Crazy Horse in die Kinos kommt. Dabei setzt Jarmusch in einer Vielzahl seiner Aufnahmen auf die grobkörnige Ästhetik des Super 8-Fimmaterials, das eine kongeniale Übersetzung von Neil Young & Crazy Horse‘ direkter, ungeschliffener Rockmusik darstellt.

In dokumentarischer Hinsicht bleibt der Film bewusst fragmentarisch, indem auf einige wenige Ereignisse sowie das Zusammenspiel der Musiker Bezug genommen wird. Historische Aufnahmen aus den Jahren 1976 und 1986 kommen nur spärlich vor. Statt dessen nähert sich Jarmusch hauptsächlich über die wenigen Interviews einer Innensicht der Band. Ansonsten liegt der Schwerpunkt auf den Konzertaufnahmen, bei denen jeder Song aus Respekt vor der Musik ausgespielt wird. Insofern ist "Year of the Horse" weniger dem Stil der klassischen Dokumentation verpflichtet, die einen eindeutigen Blick auf ihr Thema werfen möchte, sondern er ist gleichermaßen mitreißender Konzertfilm, visuell beeindruckendes Video und Ausdruck glühender Verehrung für die Urgesteine reiner, emotionaler Rockmusik.






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